Mowls MC: Mofarocker auf Europatour | Teil 2

12.04.2018  |  Text: Ingo  |   Bilder: Archiv Mowls MC
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Mowls MC: Mofarocker auf Europatour | Teil 2
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Ingo, Phil, Danny und Ali haben einen Plan: Sie wollen mit ihren Mofas von Karlsruhe ins 1047 Kilometer entfernte Monaco fahren. Trotz diverser Pannen ist die halbe Strecke fast geschafft …
Hier geht’s zum ersten Teil der Story

Tag 6: Es geht bergauf


Diesen Morgen werden wir leider nicht von den ersten zarten Sonnenstrahlen, sondern von der Churer Polizei geweckt. Ein nettes „Guten Morgen“ holt uns binnen Sekunden vom Spaghetti-Carbonara-Tiefschlaf zurück in das Schweizer Hier und Jetzt. Das Problem der Polizisten liegt bei ausreichendem Licht auf der Hand: Ohne es zu merken, haben wir es uns auf einem Trimm-dich-Pfad gemütlich gemacht. Ein unentspannter Jogger muss daraufhin die Schweizer Polizei verständigt haben. Die übliche Strafe für dieses Vergehen sind 100 Schweizer Franken pro Person für das „Wildcampen“ und 200 für das Lagerfeuer.Allerdings rettet uns unsere „Töffli-Monaco-Geschichte“ mal wieder und die Schweizer Polizei lässt Gnade vor Recht ergehen. 600 Schweizer Franken haben oder nicht haben.
Nach diesem Schreck befolgen wir den Rat von mehreren netten Menschen und entscheiden uns der Steilheit wegen gegen die ursprüngliche Route über den Splügenpass zugunsten des Lukmarnierpasses, der uns im Idealfall irgendwann am Lago Maggiore ausspucken sollte. Aber bis dahin ist es noch ein weiter, weiter Weg. In Chur wollen wir uns einen Kaffee gönnen, diesen Plan werfen wir allerdings nach einem Blick auf die Preise über den Haufen. Glücklicherweise springt Phil auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Dallmayr-Werk ins Auge. „Wir sind die MOWLS, klar fahren wir da jetzt hin und fragen nach einem Kaffee!“ So fahren wir an den Lieferanteneingang, wo sich etliche Werksmitarbeiter eine Zigarette gönnen. Wir werden wieder einmal herzlich begrüßt – und natürlich auf den erhofften Kaffee eingeladen. Fleißig beantworten wir dabei die Fragen der interessierten Mitarbeiter.
Wir verlassen Chur und die inzwischen spürbaren Alpen sorgen für die nächste Panne. Die BlackMamba hat sich den nächsten Platten abgeholt. Wir sind in Tamins auf dem Dorfplatz gestrandet. Wobei man sagen muss: Schöner hätten wir es kaum erwischen können. Direkt neben uns ein Brunnen, eine alte Kirche und ein Supermarkt. Während sich das Mechanikerteam, Phil und Ingo, an die Arbeit macht und Ali das Radio startet, besorgt Danny im besagten Supermarkt „Durlacher“-Bier.
Das eigentliche Highlight dieser Zwangspause sollte aber noch folgen, schon wieder so eine Wahnsinnsbekanntschaft. Der Metzger Luzza, der seinen Laden direkt neben unserer Schrauberbasis hat, lädt uns kurzerhand ein und zeigt uns stolz seine Wurstküche. Hier wird Wurst noch mit Liebe gemacht. Die Navigation zum angestrebten Pass gibt es neben zwei Kilo Würsten und zwei Salamis obendrauf.


Metzger Luzza spendiert zwei Kilo Wurst – und erklärt die Route

Dann kommt er, der erste wirkliche Serpentinenanstieg, der von unseren Töfflis nur im ersten Gang zu bewältigen ist. Oben in Versam angekommen, dürfen unsere Maschinen erst mal abkühlen und wir tanken.
Also weiter Richtung Disentis, hier soll das Camp aufgestellt werden – aber na ja, ihr könnt es euch wahrscheinlich denken: Die ab jetzt auf BeschisseneBlackMamba Umgetaufte hat gehörige Zündaussetzer und wir müssen wieder schrauben. Der Kondensator funktioniert nur noch sporadisch und muss getauscht werden. Danach ist die BeschisseneBlackMamba wieder fahrbereit. Jedoch ist die Sonne schon hinter den noch mit Schnee bedeckten Gipfeln verschwunden und so kommt es, wie es kommen musste: Der nächste Bauer wird gefragt, ob wir auf seiner Wiese unsere Zelte aufschlagen und uns an seinem Quellwasser bedienen dürfen. Auch hier werden wir mit offenen Armen empfangen und uns werden keine Steine in den Weg oder vor das Mofa gelegt. Ein schönes Lagerfeuer bleibt uns an diesem Abend leider verwehrt, aus Rücksicht auf Bauer Hans’ Pferd und seinen Esel Sascha. Damit wir besser einschlafen können, klingeln wir uns durch die Nachbarschaft und kommen so zu einer Flasche Rotwein und ausreichend Bier. Die nächste Etappe führt uns dann über die Alpen, vielleicht …

Tag 7: Über den Wolken …

Bei einer heißen Tasse Pulverkaffee genießen wir den Morgen bei Hans auf der Terrasse. Dann der Moment des Abschieds. Heute ist der Pass fällig, der Straßenendgegner. Also los, Alex’ BeschisseneBlackMamba springt auf Anhieb an! Wow, wird sie es heute tatsächlich mal durchziehen? Die Antwort kennt ihr tief in eurem Inneren! Kurz vor Disentis, dem eigentlichen Ziel des vorherigen Tages, passiert, womit niemand rechnen konnte: Erneut löst sich das Polrad der BeschissenenBlackMamba auf … Unglaublich, wieder hat sich das Metallplättchen vom Magneten gelöst. Nur haben wir dieses Mal keinen befreundeten Mofaclub, der uns das entsprechende Ersatzteil „mal eben“ vorbeifahren kann. Also wird der Zwei-Komponenten-Kleber aus der Werkzeugtüte gesucht, das Plättchen damit eingeschmiert und wieder im Polrad fixiert. Die Aushärtezeit des Klebers kann durch Hitze verringert werden, aus 24 Stunden bei 25 Grad mach 20 Minuten bei 100 Grad. Da wir wenig motiviert sind, an Ort und Stelle 24 Stunden auszuharren und wir überhaupt zu Größerem berufen sind, begeben wir uns in der Nachbarschaft auf die Suche nach einer netten Schweizer Frau, die uns für 30 Minuten ihren Backofen zur Verfügung stellt.
Schnell werden wir fündig und nach insgesamt einer Stunde Schrauberpause läuft sie wieder. An der letzten Tanke vor dem Pass wird nochmals getankt und die Pneus mit drei Bar gefüllt. Wir müssen jedes zehntel PS auf die Straße bringen! Dann geht es los, es geht hoch, nicht übertrieben steil, aber stetig, nicht endend. Letztendlich, entgegen unserer Ängste und Befürchtungen, ist das Passschild auf 1920 Metern dann doch schneller und materialschonender als zunächst erwartet erreicht. Oben angekommen, sind wir, die verrückten Töffli-Buwan, vergleichbar mit der Hauptattraktion im Europapark. Das verdiente Bier im Passrestaurant wird uns dann noch von Paul ausgegeben, dem Vorzeige-Harley-Fahrer überhaupt. Voller Euphorie heißt es Kupplung raus und Feuer frei in die italienische Schweiz, genauer gesagt ins Tessin mit Ziel Lago Maggiore.
Eigentlich unnötig zu sagen, aber die BeschisseneBlackMamba hat während dieser Etappe ihren vierten Platten. Routiniert wird das Rad demontiert, ein letztes Mal akribisch nach einem Fremdkörper im Mantel gesucht – und siehe da, ein Mini-Stahlblech hat es sich im Mantel bequem gemacht und sorgt für den Luftverlust im Hinterreifen. Trotzdem ist diese Abfahrt unbeschreiblich. Dieses massive Gestein mit einem Mofa zu überqueren, erfüllt einen dann doch mit Stolz. Angedacht als Nachtcamp ist aufgrund finanzieller Gründe der erste Campingplatz in Bella Italia. Allerdings kommt mal wieder alles anders als erwartet. Eine zugegebenermaßen etwas dreiste Bierbitte von Ingo wird angenommen und so hat es uns tatsächlich auf ein wunderschönes Anwesen direkt am Lago verschlagen. Das Ganze in Worte zu fassen, ist wieder mal nicht wirklich möglich: Der Anblick der hinter dem Lago Maggiore untergehenden Sonne ist phänomenal, das war perfektes Timing. Zelten dürfen wir auf dem direkt am See gelegenen Privatgrundstück von Ute und Peter – was gibt es Schöneres? Ein riesiges Dankeschön an die beiden für dieses doch einmalige Erlebnis.

Am Lago Maggiore: Camping in Bestlage, auf einem Privatgrundstück
Am Lago Maggiore: Camping in Bestlage, auf einem Privatgrundstück

Tag 8: So langsam geht es an die Substanz

Trotz des wohl besten Schlafplatzes dieses Trips ist die Nacht leider etwas holprig. Im Freien geschlafen, werden wir gegen drei Uhr von einem Blitzgewitter erwischt, wie man es selten erlebt. Trotzdem geht es für uns zum Wachwerden erst mal in den Lago. Nach einer herzlichen Verabschiedung machen wir uns auf den Weg Richtung Süden. Wir passieren die italienische Grenze und als ein Gewitter aufzieht, entscheiden wir uns, unter einem Dachvorsprung Schutz zu suchen. Daraufhin schlägt die Nacht zuvor ein, in den unmöglichsten Positionen sammeln wir neue Kräfte für die bevorstehenden Aufgaben. Erwähnenswert ist, dass die nunmehr gar nicht mal mehr so BeschisseneBlackMamba Alex eine der schönsten Straßen der Tour souverän entlangchauffiert hat. An diesem Tag gibt es ein neues Sorgenkind: Die RoteRakete klagt über Zündaussetzer, ein Weiterfahren ist in diesem Zustand kaum möglich. Das inzwischen routiniert agierende Mechanikerteam ist sich sofort einig: Es kann sich eigentlich nur um den „Condensatore“ handeln. Aber leider ist der einzige Ersatzkondensator bereits in Alex’ BeschisseneBlackMamba eingebaut.
Um Ingo und die RoteRakete steht es demnach nicht gut, ein neuer Kondensator ist Pflicht. Bloß wo zum Teufel bekommt man so was für sein „Ciclomotore“ in Bella Italia her? Für viele eine nicht zu meisternde Situation, für die MOWLS eine einfache Übung. Zufällig stottern wir an eine Kreuzung, an der sich ein historisches Fahrzeugmuseum befindet. Ein gezielter Blick auf die Ausstellungsstücke macht uns Hoffnung: Neben Panzern und alten Traktoren sind auch etliche Mopeds und Mofas ausgestellt.
Wir sehen eine Chance! Über wildes Gestikulieren mit Hand und Fuß kommunizieren wir unser Problem und unsere Bitte, an den Ausstellungsstücken einen passenden Kondensator abschrauben zu dürfen. Tatsächlich, der Seniorchef lässt uns auf sein Heiligtum. Nach kurzer Suche werden wir fündig, ein verrostetes Mofa mit Sachs-Motor – unglaublich! In Rekordzeit ist die Zündung aus dem Motorblock geschraubt und wir haben, was wir brauchen. Anschließend wird der Kondensator in die RoteRakete verbaut und das gute Stück läuft wieder wie am Schnürchen.
Mitten in Italien machen wir einen Campingplatz in Galliate ausfindig, der unseren Ansprüchen gerecht wird. Lediglich die Anfahrt über Stock und Stein verunsichert uns ein wenig. Da wir in der Schweiz einigen Strafen für Wildcampen und Lagerfeuer auf dem Trimm-dich-Pfad aus dem Weg gegangen sind, sind wir maximal motiviert, es uns bei Pizza, Pasta und Vino richtig gutgehen zu lassen. Stolz und müde geht es nach einer ausgelassenen Nacht in das Zelt, wir haben das Schlimmste hinter uns …

Tag 9: Die italienische Prärie

Der Morgen kommt schneller als uns lieb ist, war die Nacht doch ausgesprochen feucht-fröhlich. Doch Jammern hilft nicht und so geht es nach einem kleinen Frühstück und der Verabschiedung der Campingplatzcrew wieder auf Achse. Dieser Tag steht wieder im Zeichen der Nationalmannschaft, Anpfiff um 18 Uhr, klare Ansage. So machen wir uns auf, um schnellstmöglich die Tageskilometer abzuspulen. Lange hält unser Optimismus nicht, denn die BeschisseneBlackMamba macht uns wieder einen Strich durch die Rechnung. Der Rost im Tank hat den Benzinfilter dermaßen zugesetzt, dass die Spritzufuhr versiegt. Eine halbe Stunde später geht es bei brennender Hitze weiter. Im schönen Dörfchen Vigevano fahren wir per Zufall auf einen wundervollen Altstadt-Plaza, auf dem wir natürlich halten müssen. Nach einem Erdbeereisbecher, einem Bier und einem Espresso fliegen wir weiter auf porösen Straßen Richtung Süden.
In einer kleinen Ortschaft findet ein Fiat-500-Treffen statt, sodass wir etliche Kilometer in einer traumhaften Kolonne durch die italienische Prärie fahren. Phil entdeckt bei einer Pause eine Zecke an seinem Knöchel, die er mechanikergerecht mit dem Seitenschneider entfernt.
Die Zeit läuft uns davon, wir müssen es krachen lassen, um pünktlich zum Anpfiff auf dem Campingplatz zu sein. Dass wir das Spiel dann allerdings komplett im italienischen Radio verfolgen, lag in der Kurzfassung daran: Zunächst macht uns die italienische Polizei darauf aufmerksam, unsere Helme bitte zu schließen, 100 Meter weiter verliert Phils Frenchy in einem Tunnel ihren Auspuff. Nachdem dieser Schaden repariert ist, will Ingos RoteRakete nicht mehr anspringen. Der Grund hierfür ist ein Windungsschluss in seiner Zündspule, die gewechselt werden muss.
Danny versorgt uns derweil bestmöglich mit den neuesten Geschehnissen des Spiels. Aber egal, irgendwann läuft die RoteRakete wieder und wir bewältigen die letzten Kilometer zum Campingplatz. Pizza, Pasta, Vino – die Details ersparen wir euch.

Tag 10: Das Meer ist in greifbarer Nähe

Heute funktionieren wir nur noch mit der Sehnsucht ans Meer. Sollte heute technisch alles passen, schwimmen wir abends im Meer. Das gibt uns den entscheidenden Schub, diese ewige Einöde aus kilometerlangen Minenfeldstraßen und verlassenen Ruinen hinter uns zu lassen. Man muss fairerweise sagen: Es gibt wirklich schönere Flecken in Italien.
Pannenmäßig werden wir wieder mal nicht verschont. Erneut ist die Spritzufuhr verstopft und wir ersetzen den alten Benzinfilter gegen einen im Nachbardorf erworbenen Filter. Erwähnenswert bei dieser Panne ist, dass der Benzinfilter von unserem Nachwuchsmechaniker Alex selbst getauscht wurde!
Dann kommt er, der vermeintlich letzte ernstzunehmende Anstieg vor dem Meer. Schocken kann uns ja schon lange nichts mehr und so ist auch diese Hürde schnell bewältigt. Oben angekommen, steuern wir nochmals eine Tankstelle an und dann folgt eine wunderschöne Abfahrt, die wir wie Valentino Rossi hinabsausen.
Kurz durch die Stadt und wir haben einen weiteren Meilenstein, wohl den Meilenstein überhaupt, erreicht: Wir sind am Meer – ein Euphorieschub sondergleichen! Mit unserem breitesten Grinsen flanieren wir die Küstenstraße SS1 entlang und buchen uns zur Feier des Tages in Albenga auf dem Campingplatz ein. Nach einem gemütlichen Feierabendbier am Strand entscheiden wir uns, den Abend in Genua-Stadt zu verbringen.
Auch hier die eine Konstante: Pizza, Pasta, Vino und gute Laune. Im Yachthafen von Genua bestaunen wir die irrsinnigen schwimmenden Paläste, unter anderem von Steven Spielberg. Von Genua-Stadt geht es zurück zum Campingplatz, man kann Monaco schließlich schon riechen.

Wir sind endlich am Meer – ein Euphorie­schub sondergleichen!
Wir sind endlich am Meer – ein Euphorie­schub sondergleichen!

Tag 11: Geschenkt bekommen wir nichts!


Es hätte alles so einfach sein können. Wenn, ja wenn die Küstenstraße, die uns ohne wirkliche Steigung gemütlich Richtung Frankreich und somit auch nach Monaco führen sollte, nicht ins Meer abgerutscht wäre. Bedeutet für uns: Die sportlichste Steigung der gesamten Tour kommt auf uns zu. Um präzise zu sein: Es handelt sich um einen Fahrradweg als Umgehung der SS1. Wir nehmen unsere Füße in die Hand und mit dem Mix aus Sachs- und Manpower ist auch dieser Anstieg bald geschafft. Der Ausblick sollte die Strapazen vergessen machen und wie auch wir wissen: Nach einem Anstieg kommt auch eine Abfahrt! So lassen wir es abwärts laufen und letztendlich sind wir wieder auf der SS1.
Zwischendurch genehmigen wir uns das ein oder andere Mittagsbier und gehen verdientermaßen im herrlichen Mittelmeer baden, um uns abzukühlen. Ein Tag, wie wir ihn uns erträumt haben! Selbst die BeschisseneBlackMamba springt über ihren Schatten und zieht den ersten Tag ohne technischen Defekt durch – fettes rotes X im Kalender!
Jedoch geht es auch diesen Tag nicht ganz ohne Panne. Frenchys Kupplungskorb ist ähnlich wie bei der BeschissenenBlackMamba eingelaufen, sodass ihn Phil kurzerhand gegen einen neuen ersetzt. Wir freuen uns den ganzen Tag auf Tortellini in Sahnesoße – das sollten wir doch hinbekommen! Na ja, Alex verliert im Getümmel während der Fahrt den Brennspiritus, echte Mofarocker versuchen es dann logischerweise mit 2-Takt-Mischung. Das Resultat ist leider nicht ganz so wie erwünscht, eine außerordentlich starke Rauchentwicklung, die die Tortellini ein wenig dunkler erscheinen lässt, ist die Folge.
Wir fragen uns auf dem Campingplatz durch, ob irgendjemand Spiritus hat, jedoch ist der Erfolg überschaubar. Lediglich ein Schweizer Paar bietet uns Reinigungsbenzin an. Dieses Angebot nehmen wir natürlich dankend an und starten einen neuen Versuch.
Und siehe da, mit dem Reinigungsbenzin funktioniert der Brenner perfekt.
So kommen wir zu unseren geliebten Tortellini und als wäre das nicht schön genug, kommt das besagte Schweizer Paar und bringt uns eine Pizza Quattro Stagioni vorbei! Sie dachten, wir müssten hungern – bäääm, Pizza und Tortellini alla panna! Fehlt nur noch Vino. Wie gut, dass ein netter deutscher Herr unsere Geschichte spitz bekommen hat – dass er uns eine Flasche besten badischen Wein vorbeibringt, war ja klar!
So haben wir alles, was wir brauchen, und bei einem Spirituskocherfeuer lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Morgen ist es so weit, wir erreichen Monaco!

Tag 12: La Grande Finale, der Tag der Tage

Nach einer ruhigen Nacht mit wenig Spektakel geht es gegen elf Uhr los, auf die Straße mit dem lang ersehnten Reiseziel. Dennoch sind noch circa 100 Kilometer zu bewältigen, was uns entsprechend motiviert, schnellstmöglich einiges an Strecke „abzuarbeiten“. Wir wissen schließlich, dass wir auf tickenden Zeitbomben sitzen, die nur darauf warten, uns ein weiteres Schnippchen zu schlagen. Doch heute sollte es laufen!
Nach der Hälfte der Strecke machen wir uns auf die Suche nach einem gehobenen italienischen Herrenausstatter, um uns für die Côte d’Azur standesgemäß in Schale zu werfen: Das Hemd für 14,95 Euro und die passende Fliege für 12,95 Euro – italienische Designerware hat eben ihren Preis!
Mit dem breitesten Grinsen fahren wir also Monaco entgegen, passieren die französische Grenze und versorgen zwei ältere Damen mit Erinnerungsfotos mit uns. In einem Supermarkt kurz vor Monaco kaufen wir uns den besten Schampus, den wir finden können, verzurren ihn auf unseren Mofas und reiten stilecht die letzten Kilometer nach Monaco. Der Anblick von vier Typen mit Hemd, Fliege und Kutte ist natürlich nicht zu übersehen und es wird gehupt, gejubelt, gegrüßt. Dieses Gefühl ist unglaublich, jeder freut sich mit uns.
Dann ist es so weit, der Moment, für den wir uns und unsere Feuerstühle Frenchy, RoteRakete, BeschisseneBlackMamba und PinkPanther sage und schreibe 1047 Kilometer weit durch sieben Länder, über die Alpen, emotionsmäßig in die tiefsten Tiefen und höchsten Höhen gequält haben, ist endlich gekommen: Das Fürstentum Monaco ist zum ersten Mal auf einem Straßenschild zu sehen.
Die unscheinbare Grenze passiert, geht es in ein Tunnelsystem, das uns direkt am Hafen von Monte Carlo ausspuckt. Nach kurzem Staunen geht es weiter um die F1-Strecke und wir fühlen uns wie Sebastian Vettel in seinen besten Tagen. Die Deutschlandfahnen in den Fahrtwind gestreckt, die Fliege gerichtet – das ist unser Tag!
Und dann gibt es ja noch das Abschlussziel, eine Yacht. Also ab zum Hafen, Kutten an und Klinke putzen. Die erste Bootscrew ist gefunden und lädt uns ein. An Bord der 25-Meter-Segelyacht von 1969 werden wir auf zwei Flaschen besten Wein eingeladen und dürfen unsere Geschichte erzählen. Einfach der Wahnsinn!
Da Monaco nicht die Camping-Vegetation par excellence ist, fahren wir am späten Abend einige Buchten weiter nach Villefranche, um dort noch eine Pizza zu essen und auch endlich, wie sich das für so eine Reise gehört, eine Nacht am Strand zu verbringen. Meeresrauschen, fünf Meter Entfernung zum Meer, Sternenhimmel und 20 Grad. Das haben wir uns aber auch verdient!

Schampus!
Schampus!

Tag 13: Der Tag danach

Man muss es sich so vorstellen: Geweckt von den ersten Sonnenstrahlen, die im Gesicht kitzeln. Man hebt den Kopf und öffnet langsam die Augen. Was man als Erstes sehen kann, ist strahlend blauer Himmel, eine wunderschöne Bucht, seitlich die traumhafte Strandpromenade.
Raus aus dem Schlafsack, fünf Schritte durch den Sand gehen und schon schwimmt man im glasklaren Mittelmeer. Das ist Urlaub!
Abschließend lassen wir uns von der Sonne trocknen, springen in die Tagesgarderobe, rollen unsere Schlafsäcke zusammen und satteln ein letztes Mal unsere Mofas. Auf der besagten Strandpromenade, ein Steinwurf entfernt vom Meer, frühstücken wir landes­typisch Baguette mit Marmelade.
Mit einer Seelenruhe und tiefenentspannt gehen wir die letzten Kilometer nach Nizza an. In Nizza angekommen, ebenso wenig Camping-Hochburg, machen wir ein zentrumsnahes Hostel ausfindig und checken ein. Geplant ist, den Tag in vollen Zügen zu genießen – was damit beginnt, nach 13 Tagen tatsächlich wieder auf einer richtigen Matratze zu liegen.
Nach einem zweistündigen Mittagsschlaf machen wir uns auf, die Innenstadt unsicher zu machen. Am späten Abend kommt er an, der mit heimischem Bier beladene Premium-Kleinbus, der uns von Tretter Automobile zur Verfügung gestellt wurde. Mit on board der treueste aller Freunde, Eric, und Ingos Vater. Die Stimmung ist ausgelassen und nach einem gemeinsamen Abendessen ziehen wir um die Häuser und feiern uns und alle, die wir kennenlernen durften!
Zu früher Morgenstunde kehren wir stark angeschlagen – bei Ingo konnte man meinen, er wurde gar angeschossen – zurück in unser Hostel, um ein paar Stunden zu regenerieren. Am Vormittag soll es nämlich zurück in die Heimat gehen …

Tag 14: Katerstimmung

Pünktlich zur spät möglichsten Check-out-Zeit um elf Uhr öffnen wir unsere Augen und lechzen nach Wasser. Nach einem Liter geht es uns dann schon wieder etwas besser. Wir packen unsere sieben Sachen zusammen, schnappen unsere Mofas und verladen sie im Opel-Bus. Ingos Papa, der mit Abstand den fahrtauglichsten Zustand aufweist, über­nimmt das Steuer und es geht mit einer Geschwindigkeit, wie wir sie gar nicht mehr kennen, Richtung Genua. In Genua angekommen gönnen wir uns mit Wehmut ein letztes Mal unser inzwischen klassisches Menü: Pizza, Pasta und Vino – natürlich kein Vino, wir waren in Mezzo-Stimmung, denn uns ging es net so!
Nach regelmäßigen Fahrerwechseln erreichen wir circa um 22:30 Uhr Kehl. Wir verabschieden uns von Phil und kurz darauf wird dann auch Karlsruhe erreicht. Wow, zurück in der Realität!
Vierzehn Tage emotionales Feuerwerk mit Höhen und Tiefen; es gab nur eine Konstante – und das war die unendliche Gastfreundschaft von allen, ausnahmslos allen Menschen, die wir kennenlernen durften. Das End-Dankeschön geht an eben all diese Menschen raus, die daran beteiligt waren, dass wir den Trip durchziehen konnten – sei es vor, während oder nach der Tour!
Wir hatten Pannen, bei denen viele andere den Kopf in den Sand gesteckt hätten, aber wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um jede noch so kleine Mini-Chance zu nutzen – eine Reise, die unvergesslich bleiben wird!   «

Mehr Infos und Kontakt
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Zuerst erschienen in BIKERS NEWS 04/2017
 
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Stand:22 April 2018 16:21:49/blog/mowls+mc+mofarocker+auf+europatour++teil+2_18412.html