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09.04.2017  |  Text: penta-media.de/Michael Ahlsdorf  |   Bilder: Phoenix-Photoarts, HRG-Photografie, Event Fotos & mehr
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Stuntman Stefan Blank: „Nie ans Auf­geben denken!“


Mit zehn Jahren saß Stefan Blank zum ersten Mal auf einem motorisierten Zweirad. Heute ist er ein gefragter Stuntfahrer – und das auch mal auf vier Rädern


BN: Stefan, du bist Stuntfahrer, aber dich kennt man noch nicht überall in Deutschland.
Stefan: Dann will ich nachhelfen. Ich bin Stefan Blank, 49 Jahre alt und komme aus Bilsen, nördlich von Hamburg. Aufgewachsen bin ich in Norderstedt, im Norden des Hamburger Speckgürtels.

Dort bist du auch zum Motorradfahren gekommen.
Ich habe so mit zehn Jahren angefangen, auf einer Koppel herumzufahren, damals noch mit einer Yamaha PW50. Wen der Motorradvirus einmal gepackt hat, der wird ihn auch nicht mehr so einfach los. Motorradfahren ist für mich nicht nur ein Hobby. Der Motorsport bedeutet für mich „leben“. Ich lebe das durch und durch.

Und deshalb wolltest du Stuntfahrer werden?
Ich bin auf den Hamburger und Berliner Motorradtagen die Quad-Show-Rennen mitgefahren. Damals war ich gerade im Offroad-Sport vom Zweirad aufs Quad gestiegen. Mein Buddy Marco Heinrich, der die Moderation in der Aktionshalle macht, sagte zu mir, dass die Veranstalter jemanden brauchen, der eine gute Quad-Show präsentieren kann. Ich bereitete mich über das Jahr vor, um auf den kommenden Hamburger Motorradtagen ein paar Tricks zeigen zu können. So fing das an.

Verrätst du uns, wo du übst?
Angefangen habe ich bei mir zuhause in Bilsen, in einem Rondell, das aber schnell zu klein wurde. So suchte ich mir etwas Weitläufigeres und nahm eine Zufahrtsstraße, wo am Tag höchstens zwei Autos langfuhren. Das habe ich natürlich nur mit zugelassenen Fahrzeugen gemacht, versteht sich. Und ich verrate euch nicht, welche Straße das genau war. Aber jetzt habe ich einen völlig legalen Trainingsplatz auf dem Gelände einer meiner Sponsoren, und zwar bei der Firma Kiesow.



„Man muss die erste Zeit sehr hart an sich und seinen Skills arbeiten“

Was waren deine größten Probleme, als du angefangen hast?
Ja, das ist eine gute Frage. Natürlich ist es so, dass man die erste Zeit sehr hart an sich und seinen Skills arbeiten muss. Wenn es nach zwei, drei Monaten immer noch nicht klappt, muss man sich immer wieder neu pushen und darf nie ans Aufgeben denken. Dazu kommt noch, dass ich mit einem Quad angefangen habe. Es ist unter Motorradfahrern nicht ganz einfach, damit Fuß zu fassen. Man muss schon sehr hart arbeiten, um sich in der Motorradszene mit einem Quad zu etablieren.

Wie trainierst du heute?
In der Woche bereite ich die Fahrzeuge vor, damit sie immer zuverlässig laufen. Da ist also wenig Zeit zum Trainieren, das ist eher die Erholungsphase. Und an jedem zweiten Wochenende ist Showtime. Ich kann also nur an den anderen Wochenenden oder auch mal am Rande einer Show trainieren und neue Stunts ausprobieren. Und abends im Wohnzimmer mache ich ein wenig Stretching oder ich fahre ein paar Kilometer mit dem Mountainbike. Es ist wichtig, die körperliche Fitness und Beweglichkeit zu erhalten.

Bei deinem Alter von 49 Jahren können wir gleich fragen, wie lange du das noch machen willst.
Solange die Leute mich sehen wollen. Meine Knochen gehen noch, nur die Knie sind im Lauf der vielen Offroad-Veranstaltungen in die Jahre gekommen.

Was machst du, um deine Motorräder in Form zu halten? Modifizierst du die?
Ich fahre durchgängig Serienmotorräder. Nur die Kettenräder modifiziere ich, die kriegen meistens hinten mehr Zähne.



„Es ist die Vielfalt an Fahrzeugen, die meine Show ausmacht“

Du fährst deine Stunts mit Motorrädern, Quads und Hot Rods. Waren dir Motorräder alleine nicht Herausforderung genug?
Doch das schon, aber es ist doch die Vielfalt an Fahrzeugen, die meine Show ausmacht, was auch das Publikum gerne sehen möchte. Ein Fahrzeug alleine ist nicht so mein Ding. Ich möchte das Publikum mit meiner Show richtig gut unterhalten und nicht mit nur einem Fahrzeug ein Programm abspulen.

Mit welchem Fahrzeug hast du am meisten Spaß? Und auf welches reagiert das Publikum am besten?
Wenn ich mein 450er-GasGas-SuperMot-Quad richtig im Drift bewege und es an den Reifen qualmt, dann rasten die Leute aus. Außerdem macht auch mir das Fahrzeug einen Mega-Spaß.

Jeder Stuntfahrer braucht Leute, die ihn im Hintergrund unterstützen. Du darfst an dieser Stelle öffentlich „Danke“ sagen. Wer also hilft dir?
Oh ja, ganz wichtig. Ohne mein Team und die Sponsoren wäre es sehr schwer für mich. Da ist natürlich Marco Heinrich, der mich immer wieder nach vorn treibt, um neue, verrückte Sachen zu probieren. Dann sind da noch Danica Schwemler, die meine Termine und Buchungen managt, und Melanie Lorenz, die aktiv die Stunts in meiner Show mitfährt. Dann noch die anderen Mädels, Julia und Silke – ohne ein paar hübsche Mädels geht so eine Show nicht.
Die Schraubarbeiten an den Fahrzeugen mache ich fast alle noch selber, aber ohne Sponsoren würde der ganze Fuhrpark trotzdem nicht laufen. Ganz wichtig sind für mich das MS Kart & Event Center in Kerpen, das Autohaus Peter von der Geest, HotRod Citytour Koblenz, Point of Sign, das Blechwerk Norderstedt und die 4ZylinderCrew, der ich an dieser Stelle besonders danken möchte. Sorry, das musste sein.


Hast du Vorbilder, die dich für deine Stunts inspirieren?
Es gibt für mich keine besonderen, außer Chris Pfeiffer, den ich von seiner Art her sehr mag. Jeder, der Show fährt, guckt mal links und rechts, was die anderen so machen. Natürlich versucht man, einzelne Passagen einer Show, die einem gut gefallen haben und die beim Publikum gut ankommen, für sich zu ändern und einzubauen. Ich möchte das nicht unbedingt „klauen“ nennen, denn irgendwie ähneln sich die meisten Shows sowieso. Außerdem ist es eine Frage der persönlichen Fähigkeiten, was geht und was nicht geht. Direkte Vorbilder aus dem Stuntbereich habe ich keine.

Gibt es einen besonderen Stunt, an dem du gerade arbeitest?
Ja, gibt es, aber den werde ich euch nicht verraten. Sorry.

Wo kann man deine Stuntshows sehen und wer bucht dich?
Ich bin deutschlandweit überall zu finden, seien es Autohaus-Eröffnungen, Kindergeburtstage, Messen, Hochzeiten, Tage der Offenen Tür oder Stadtfeste. Jeder kann mich buchen. Ich brauche nur ausreichend Platz für meine Show.

„Während der Shows ist bis heute noch nie was passiert. Das darf auch gerne so bleiben“

Deine Stunts sind nicht ungefährlich. Hast du dich schon einmal beim Training oder einer Show verletzt?
Verletzungen bleiben beim Training leider nicht aus. Zum Glück hatte ich bisher keine großen Stürze und nur kleine Sachen wie Muskelverletzungen. Während der Shows ist bis heute noch nie was passiert. Das darf auch gerne so bleiben.

Sicher braucht man als Stuntfahrer spezielle Versicherungen, um sich selbst und auch das Publikum abzusichern. Wie hast du das geregelt?
Ich habe mich beim Versicherungsvertreter meines Vertrauens beraten lassen und bin deshalb sehr gut abgesichert.

Was hat es mit dem Symbol „#275“ in deinem Logo auf sich? Viele Rennfahrer haben sich so ein Hashtag mit ihrer Startnummer zugelegt. Aber unsere Leser kennen das nicht.
Ja, viele haben eine Wunschstartnummer, die sie schon lange begleitet, zum Beispiel das Geburtsdatum, den Hochzeitstag oder Ähnliches. Bei mir ist es die #275, die mich schon seit Jahren begleitet. Diese Nummer gehört zu einem ganz besonderen Menschen in meinem Leben und ich habe damit im Jahr 2005 den Klassensieg in der Offroadscramble nach Hause fahren können. Deshalb bedeutet mir diese Nummer sehr viel.

Und die letzte Frage: Du führst neben dem Hashtag einen Doktortitel im Namen. Den hast du dir nicht erarbeitet, sondern gekauft – andere geben das nicht so gerne zu.
Genau genommen habe auch ich den nicht gekauft, sondern Fans von mir. Die haben den in den USA besorgt und mir dann zum Geburtstag geschenkt. Da kann man doch nicht Nein sagen …

www.stefanblank275.de

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 02/2017
 

Text: penta-media.de/Michael Ahlsdorf
Bilder: Phoenix-Photoarts, HRG-Photografie, Event Fotos & mehr

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