Starthilfe-Booster

16.12.2017  |  Text: Michael Ahlsdorf  |   Bilder: Ahlsdorf/Bauer
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Starthilfe-Booster
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Starthilfen für die Westentasche. Die ersten „Jump-Starter“ oder „Starthilfe-Booster“ hatten wir im Frühjahr 2016 getestet
Davon haben wir immer geträumt. Eine Starthilfe für die Westentasche, ideal für das typische Szenario im Herbst oder Winter: Die Fahrt zum Stammtisch habt ihr mit eurer schlappen Batterie gerade noch geschafft, aber als ihr die Heimfahrt antreten wollt, ist sie endgültig tot. Wenn ihr jetzt einen „Jump-Starter“ aus der Tasche ziehen könnt, kommt ihr am nächsten Tag trotzdem ausgeschlafen zur Arbeit.

Die Lithium-Ionen-Technik macht solche Geräte zu einem Preis von unter 100 Euro möglich. Und sie sind Alleskönner: Über die Steckdose oder am Zigarettenanzünder aufgeladen, liefern sie euch mobilen Strom für alle möglichen Gelegenheiten und Geräte – auch für Handys und Laptops, die entsprechenden Adapter liegen allen von uns getes-teten Starthilfen bei, natürlich nicht für alle Geräte. Dafür steckt in jedem Jump Starter auch noch eine hell leuchtende LED als Taschenlampe.



Drei Geräte im Test

Wir haben drei zurzeit erhältliche Geräte wirklichkeitsnah ausprobiert: das „PowAll“ des Onlineshops „www.bwidee.de“, den „Starthilfe Booster“ von Louis/Kunzer und das „Power Pack“ von Zodiac.

PowAll und Starthilfe Booster sind ungefähr gleich groß und werden in ähnlichen Reißverschluss-Mappen mit vergleichbarem Zubehör geliefert. Das Power Pack kommt in einer Pappschachtel und ist damit nicht ganz so repräsentativ. Aber die Mappen nimmt auf dem Motorrad sowieso keiner mit, und das Gerät von Zodiac ist das definitiv kleinste und handlichste mit gerade mal der Hälfte des Volumens seiner Mitbewerber. Neben dem eigentlichen Wunderkasten müsst ihr noch die Starthilfeklemmen mitnehmen, für die ihr möglicherweise eine zweite Westentasche braucht. Die sind aber in allen Fällen gleich groß, im Sicherungskasten der Klemmen von Louis steckt noch eine LED-Anzeige, die Fehler und Verpolungen anzeigt.

Das Überbrückungskabel von Louis hat eine Verpolungsanzeige
Das Überbrückungskabel von Louis hat eine Verpolungsanzeige

Testobjekt war die leere Batterie einer 81er Goldwing, die obendrein den ganzen Winter draußen stand. Wenn wir den Killschalter des Bikes auf „Off“ stellten, konnten wir orgeln, ohne dass der Motor anspringt und so die Zeit der effektiven Starthilfe messen. Das Ergebnis offenbarte vor allem eines: Die Geräte funktionieren zwar alle, aber sie sind nicht immer ausgereift.

Goldwing im Schwitzkasten

Das PowAll ist der klare Testsieger. Es ließ den Motor dreieinhalb Minuten orgeln und das unter vollen Drehzahlen. So lange konnte nicht mal die Goldwing durchhalten, ihr Anlasser wurde so heiß, dass wir alle dreißig Sekunden eine kurze Pause einlegten, um ihn nicht zu überhitzen.

Es folgte der „Starthilfe Booster“ von Louis. Der fing langsam an, mit einer Motorumdrehung pro Sekunde, nach zehn Sekunden hatte er sich gefangen und drehte weitere 20 Sekunden unter voller Kraft, macht unterm Strich eine halbe Minute.

Das Power Pack von Zodiac war unser Problemkind: Es lieferte für zweimal fünf Sekunden müde Kraft mit ein bis zwei Motorumdrehungen pro Sekunde. Für eine echte Starthilfe hätte das vielleicht gereicht, aber dann roch es plötzlich komisch: Der Sicherungsblock in den Klemmen war durchgebrannt und angeschmolzen. Eine leichte Delle zeugte von seinem Ableben. Wir wollten wissen, ob trotzdem noch was geht. Da alle Verbindungen identisch sind, steckten wir die Klemmen von Louis auf. Und, hoppla, jetzt lieferte das Power Pack mit munteren Umdrehungen noch einmal Kraft für 20 Sekunden. Doch dann lief das Power Pack selbst heiß und blähte sich auf. Nun war es völlig tot.
 
Das Zodiac Power Pack hat schlappgemacht. Der Hauptschalter hat sich deutlich eingeschmolzenDas Zodiac Power Pack hat schlappgemacht. Der Hauptschalter hat sich deutlich eingeschmolzen

Okay, das Power Pack von Zodiac ist halb so groß wie seine Mitbewerber. Eine echte Starthilfe wäre mit Glück zumindest möglich gewesen. Nachdem wir Zodiac vom Testmalheur berichtet hatten, schickten die Holländer uns eine schriftliche Erklärung: Ihr Power Pack sei nun mal das kleinste Gerät, das einem Motorrad, dessen Lichter über Nacht nicht ausgeschaltet wurden, schon mal auf die Sprünge helfen könne, nicht aber einem Bike, das sich über einen ganzen Winter entladen hat.
Die empfindlichen Geräte stellen hohe Ansprüche.

Manche der mitgelieferten Bedienungsvorschriften lesen sich geradezu wirklichkeitsfremd, aber man muss sich ja nicht dran halten. Der Starthilfe Booster von Louis soll zum Beispiel nicht länger als vier Sekunden am Stück für eine Starthilfe verwendet werden. Wir haben ihn eine halbe Minute durchlaufen lassen und er funktionierte danach immer noch. Das Zodiac Power Pack schreibt dagegen zehn Sekunden Pause zwischen jedem einzelnen Startvorgang vor. Da können wir ihm zugutehalten, dass wir ihm zwischen den beiden ersten Startvorgängen gerade mal fünf Sekunden gelassen haben.

Wachsendes Angebot

Der Markt für Jump Starter boomt. Ein weiteres Gerät wird von Hein Gericke bereits im Prospekt angepriesen, war zum Zeitpunkt unseres Tests aber noch nicht auf dem Markt. Und ausgerechnet der Onlineshop „www.bwidee.de“ bietet schon ein Nachfolgegerät für sein PowAll an, obwohl es am besten abgeschnitten hat. Sinnvoll sind die Jump Starter allemal, sie liegen inzwischen sogar auf den Werkbänken einiger Profi-Werkstätten, denen größere Starthilfegeräte im täglichen Gebrauch zu sperrig sind.

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 06/2016
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Stand:24 April 2018 16:25:49/blog/technik+starthilfe+-+start+aus+der+westentasche_171211.html