Checkpoint der Rocker


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  38. Jahrgang • Heft 420 • 04/2017  

 
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Ingo vom Mowls MC … Immer dieses „Back to the roots“ der Generation 50 plus! Ihr wisst schon, damals, als Motorradfahren noch gefährlich und Sex noch sicher war. Gähn! Ob früher wirklich alles besser war, kann ich mit Baujahr 1982 nur bedingt beurteilen – ich habe aber meine Zweifel. Es ist nämlich allzu menschlich, die Vergangenheit zu verklären; da bildet unsere Szene keine Ausnahme. Aber selbst wenn sich ältere Biker etwas vormachen sollten, hat das Ganze auch sein Gutes.
Warum? Nicht zuletzt, weil immer wieder Jungspunde auf die Anekdoten aus der vermeintlich guten alten Zeit reinfallen. Und nicht nur offensichtliche Lügen, sondern auch Halbwahrheiten werden wahr, wenn man sie oft genug wiederholt. Wen interessiert also am Ende, ob die alten Herren in jungen Jahren wirklich bei Wind und Wetter Moped gefahren sind, Vergaser mit verbundenen Augen synchronisieren und gleichzeitig an einer Lady rumschrauben konnten? Wichtig ist doch nur, dass der Nachwuchs sein Bestes tut, diesem Ideal nachzueifern. Quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung im Rückwärtsgang.
Bestes Beispiel sind Danny, Ali, Phil und Ingo, der Mowls MC. Die vier verrückten Jungs sind mit acht Rädern und 200 ccm Hubraum 1047 Kilometer von Karlsruhe nach Monaco gefahren – den ersten Teil ihres Tagebuchs haben wir in der letzten Ausgabe veröffentlicht, der zweite folgt in dieser. Viele Rocker von heute haben in den Sechzigern und Siebzigern ihre ersten Runden auf dem Mofa oder der Kreidler gedreht. Und das ist der Unterschied: Die Karlsruher könnten das Auto und Motorrad nehmen, wenn sie wollten; sie träumen also nicht von Big Twins, wenn ihnen auf dem Mofa der bescheidene Fahrtwind durch die „Mähne“ bläst – sie haben sich bewusst für das kleinste aller Zweiräder entschieden. Und ihre Colours und Fuchsschwänze tragen sie mit einem Augenzwinkern.
Dürfen die das? Ja, die dürfen das. Denn wenn wir ehrlich sind, haben sie viel von dem, was einen MC ausmachen sollte – weil ihr „MC“ für „Mofa-Club“ steht, hatten sie die Freiheit, die in unserer Szene genauso oft beschworen wird wie sie fehlt. Ihr Colour haben sie sich nämlich einfach auf die Kutten genäht. Ohne jemanden zu fragen. Weil sie es nicht besser wussten – und natürlich auch, weil es niemanden interessierte.Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
Keine Ahnung, ob sie ihre Colours jetzt, nach der Tour, noch tragen. Sicher ist nur, dass zumindest zwei von ihnen gerade ein Custombike bauen – Ingo seht ihr oben auf dem Foto. Back to the roots? Die­jenigen, die ständig irgendwelche Wurzeln suchen, sollten nicht in die Vergangenheit schauen – sondern über den vielzitierten Tellerrand.

 

Stand:21 November 2017 07:19:18/magazin/bikers+news/content-23432_40-23392_60.html