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Aktuelle Ausgabe PROBELESEN »


  38. Jahrgang • Heft 422 • 06/2017  

 
  STORYS und EVENTS  
  • Colour-Verbot: Linkspartei kritisiert verschärftes Vereinsgesetz
  • Lobo MC: Clubgründer verklagt Ex-Brüder
  • German MC Cup 2017: Kräftemessen auf dem Harz-Ring
                      
  CLUBLEBEN  
  • 40 Jahre Dark Faces MC: Freundschaft statt Erbfehden
  • Back To The Roots, Teil 23: Fips und sein Kreidler-Business
  • Büffel MC im Interview: 35 Jahre Rocker - vor und nach der Wende
  • 20. Tag der Harley: Traditionelle Saisoneröffnung
 
                              
   BIKES und TECHNIK   
  • Deep Sea Shark: Fahrbarer Show-Bagger
  • Technik: Radwechsel an einer Softail
  • Kickstartworks: Polyamoröser Chopper
  • Three Wheel Scout: Gespannfahren ist anders
  • Readers Ride: Farbenfroher Wishbone Shovel
            
  AUS DER SZENE  
  • Abschied von einem alten Bone
  • Bastards MC South Side
  • Badgers MC Brotherhood
  • Hells Angels MC Thailand
  • 40 Jahre Flying Wheels MC
  • 30 Jahre MF Grossenhag
  • Pannonia Custom Show Österreich
  • Hells Angels MC: Abschied von Mario
           
  STANDARDS  
  • Checkpoint
  • Rocker des Monats
  • Leserbriefe
  • Jail Mail
  • Clubnachrichten
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  • Kolumne: Das letzte Wort
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Zen und die Kunst, ein Motorrad zu schrotten


Es gibt Accessoires, die kennt jeder. Bierdosenhalter für den Lenker zum Beispiel. Dabei sind die völlig überflüssig – ich habe jedenfalls noch nie einen Halter gesehen, in dem wirklich eine Dose steckte.
 

Das Gleiche gilt auch für Bücher. Es gibt welche, die stehen fast in jedem Regal, doch so richtig verstanden hat sie keiner. Trotzdem oder gerade deswegen kommt es immer gut, wenn man ein passendes Zitat daraus zur Hand hat. Das reichlich esoterische „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“ von Robert Pirsig ist so ein Buch. Das Manuskript wurde zunächst von über 100 Verlagen abgelehnt, dann wurde es ein internationaler Bestseller. Scheiße, selbst Sonny Barger nimmt in seiner Autobiografie Bezug auf diesen Schinken von 1974. Irgendwas muss doch also dran sein – oder nicht?

Ich selbst besitze kein eigenes Exemplar, hatte mir das Teil aber vor rund zehn Jahren von meiner Freundin ausgeliehen und zu Gemüte geführt. Was der Autor uns sagen will, habe ich aber bis heute nicht verstanden.

Allerdings gibt es eine geheimnisvolle Verbindung zwischen mir und diesem Buch. Nachdem ich durch war, habe ich es nämlich an einen Kumpel weiterverliehen, der in einer Bauwagen-Siedlung wohnt. Dort schauen auch immer wieder Rocker des örtlichen, international aufgestellten MCs vorbei und auch er liebt alles mit zwei oder vier Rädern. Genau der richtige Ansprechpartner, der mir das Buch erklären kann, dachte ich damals. Um Erlaubnis gefragt, ob ich es weiterverleihen darf, hatte ich meine Freundin damals nicht. Vielleicht nahm die Geschichte deswegen eine ungute Wendung – Karma und so.



Der Bauwagen meines Kumpels ist nämlich komplett abgefackelt, samt Buch. Irgendwann gab’s dann eine Soli-Party, deren Erlös für einen neuen Wagen gespendet werden sollte. Ich war auch dabei und nach einer langen Partynacht bin ich auf mein Moped gestiegen und wollte zu meiner Lady. Zuvor hatte ich mitten in der Nacht sogar noch eine neue Fußraste montiert, weil mir eine nach ein paar Metern abgebrochen war – einfach so, zack, ab. Ich hätte das Zeichen richtig deuten sollen, denn nach rund 30 Kilometern Vollgas geriet ich ins Straucheln und legte einen Highsider hin. Mein Moped rutsche auf der rechten Seite vor mir die Autobahn entlang und ich den Funken hinterher. Es war die Seite mit der Satteltasche. Und darin steckte das neue Exemplar des Buches, das ich für meine Freundin besorgt hatte. Wie es nach dem Sturz aussah, seht ihr auf dem Bild. Wie ich aussah, wollt ihr nicht sehen.

Es liegt wohl in unserer Natur, hinter allem einen tieferen Sinn zu suchen. Und wer sucht, der findet auch. Was nun aber der große Zusammenhang ist, der mich an dieses Buch bindet, weiß wohl nur der Herrgott. Von dem schrieb Pirsig, dass er ebenso bequem in den Zahnrädern eines Motorradgetriebes wie auf einem Berggipfel wohne. Was auch immer du uns damit sagen wolltest,
Robert, R.I.P.

Stand:28 July 2017 04:32:26/magazin/bikers+news/content-23928_40-23927_60.html