Checkpoint der Rocker



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  38. Jahrgang • Heft 424 • 08/2017  

 
  STORYS und EVENTS  
  • Bandidos MC: Trotz Colour-Verbot wieder sichtbar
  • Razzia mit Randale: Bandidos MC Cologne
  • Alles über Rocker: Die neue Auflage des Standardwerks
  • Super Rally 2017: Das Treffen der freien Harley-Clubs
  • Olá Faro: Ein Biker und sein heißer Ritt an die Algarve
                      
  CLUBLEBEN  
  • Roadstory: Unterwegs mit dem Outlaws MC
  • Outlaws MC: National Run in Ellwangen
  • Back to the Roots, Teil 25: Au weia! Fips im Knast
 
                              
   BIKES und TECHNIK   
  • Krieg der Welten: Harley Sportster gegen Triumph Bonneville Bobber
  • Kreative Explosion: Vintage-Racer von Street Motors
  • What the Fob?: Elektronische Zündschlüssel und ihre Tücken
            
  AUS DER SZENE  
  • 35 Jahre Büffel MC Rehagen
  • Zehn Jahre Clan MC
  • Bastards MC Waiblingen
  • Zehn Jahre Moped Garage
  • Apehanger Run
  • Rolling Wheels MC Wriezen
  • E-Achtzehn MC Werneuchen
  • Vintage Motor & Music Festival
  • Road Eagle MC Arnsdorf
  • Harley Dome Cologne
 
           
  STANDARDS  
  • Checkpoint   
  • Rocker des Monats   
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Es sind die kleinen Dinge, die das Leben schöner machen – manchmal ist es ein Navi

Nun haben es Forscher des University College London endlich bewiesen: Nutzer von Navigationssystemen schalten Teile ihres Gehirns ab. 24 Testpersonen machten sich für ihr Experiment zunächst mit Londons Straßen vertraut, danach sollten sie in Computersimulationen den Weg zu einem festgelegten Ziel finden – einige mit, andere ohne Unterstützung eines Navis. Dabei dokumentierten die Forscher die Hirnaktivität ihrer Versuchskaninchen – und siehe da, wenn der Weg vorgegeben wurde, schaltete das Hirn einfach ab. So what? Genau dazu sind die verdammten Dinger doch da!
Im Grunde ergeht es Navi-Nutzern nicht anders als Beifahrern. Auch die müssen sich nicht auf die Strecke konzentrieren und prägen sich deshalb während der Fahrt keine markanten Punkte ein. Stattdessen bleibt genug Zeit, um in der Nase zu bohren oder anderen Verkehrsteilnehmern dabei zuzusehen. Der Preis für diesen Luxus: Müssen sie alleine zurückfinden, sind sie aufgeschmissen.
Nur wer jetzt meint, das habe er schon immer gesagt und früher, mit Kompass und Karte, sei eh alles besser gewesen, sollte sich also Gedanken um seine Hirnaktivität machen. Scheiße, auch Kartografie und Kompass wurden entwickelt, um mit möglichst wenig Aufwand ein Ziel zu erreichen. Der Mensch ist nun mal faul – und wir Rocker erst recht, deshalb haben wir außerdem den Road-Captain erfunden. Der plant unsere Strecke, fährt voran und gibt Zeichen, wenn der nächste Blitzer naht oder abgebogen werden muss. Und das meist genauso zuverlässig wie ein Navi. Alles andere wäre auch komisch, schließlich haben die Road-Captains dieser Welt die Karten auf dem Tank schon lange gegen die kleinen elektronischen Wunderkästchen mit den charmanten Frauenstimmen getauscht – wahrscheinlich gibt es das Amt nur noch aus Gewohnheit, diesem nahen Verwandten der Faulheit.
Vielleicht ist der Outlaws MC Bad Kreuznach also seiner Zeit voraus. Dort trägt jedenfalls niemand den Titel des Road-Captains. Doch Spaß beiseite, ein Road-Captain hat mehr Aufgaben zu erfüllen als blind den Anweisungen eines Gerätes zu folgen, auch bei den Outlaws aus Bad Kreuznach. Dort übernimmt ein regulärer Member den Job, ohne dafür ein eigenes Patch tragen zu müssen. Wir haben das Chapter auf seinem Weg zum diesjährigen National Run begleitet. Was dort neben Party, Polizei und Pannen alles passiert ist, erzählt unsere Titelstory.
Zu guter Letzt sei betont, dass es auch mit Navi spannend bleiben kann – man muss sich nur zu helfen wissen. Eine Möglichkeit ist, die Lady einfach mal eine andere Sprache sprechen zu lassen. Empfehlenswert ist, mit Dänisch oder Holländisch anzufangen – das ist nicht so weit vom Deutschen entfernt und hat einen ähnlichen Unterhaltungswert wie Sächsisch.
Oder ihr macht einfach gar nichts, so wie ich: Scheißt also auf Updates, neue Software und den ganzen Quatsch – und freut euch, wenn die Navi-Tante hysterisch eine türkische Anweisung nach der anderen brabbelt, weil ihr mit 180 Sachen über einen Autobahnabschnitt donnert, den sie nicht kennt. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben schön machen – manchmal ist es ein Navi.

Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur

Stand:26 September 2017 09:24:17/magazin/bikers+news/content-24409_40-24407_60.html