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15.09.2017  |  Text: Tilmann Ziegenhain  |   Bilder: Nikolaj Georgiew
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Harley-Davidson Night Train „Iron Cross“


Das Eiserne Kreuz ist ein beliebtes Symbol der Rockerszene. Diese Night Train von USM Motorcycles hat gleich mehrere



Claus Günther kennt sich aus mit Harleys. Seit 1981 ist er im Geschäft, seit mehr als zehn Jahren kauft er verunfallte Harleys in den Staaten und importiert sie nach Deutschland. In der USM-Werkstatt in Langenhagen bei Hannover erweckt er diese Bikes mit seinem Team zu neuem Leben.
So auch diese Night Train aus dem Modelljahr 2008. Auch sie hat einen Unfall in den Staaten auf dem Kerbholz. Doch für das geplante Projekt brauchten die Jungs von USM sowieso nur den Rahmen – der ein bisschen gerichtet werden musste –, den Motor und das Getriebe. Der Rest wurde entsorgt. Das ist eben das Konzept von USM: Kaufe ein Bike an dem genau das beschädigt ist, was sowieso in die Mülltonne wandert.

Ein Foto als Vorbild

Doch es sollte rund sieben Jahre dauern, bis Besitzer Sascha die ersten Runden auf seinem Custombike drehen durfte. Immer wieder musste er sein Geld in andere, nicht fahrbare Dinge investieren. So hatte er immerhin genug Zeit, um sich konkrete Vorstellungen von seiner Night Train zu machen. Und natürlich versucht man bei USM, die Kundenwünsche umzusetzen – wie Saschas Idee für den Heckfender. „Wir richten uns schon nach den Kunden – es muss nur durchführbar sein. Für den Fender hat Sascha ein Foto von dem Eisernen Kreuz mitgebracht und wir haben es dann nach seinen Wünschen umgesetzt“, erzählt Claus.
Das Thema des Bikes sollte der Zweite Weltkrieg werden. Die Kollegen von No Limit Custom bekamen deshalb den Auftrag, Räder, Bremsscheiben und Pulley im WW2-Design zu fertigen. Genau wie der Scheinwerfer zeigen diese Teile nun das Eiserne Kreuze das auch an anderen Stellen des Bikes immer wieder auftaucht. Wie eben auf dem Heckfender, den USM eigens gefertigt hat. Dazu haben Claus und seine Mitarbeiter zunächst ein Kreuz aus einem Stück Blech herausgeschnitten und dann mittig auf dem Fender angeschweißt. Zwischen den äußeren Kanten und dem Fender haben sie dann ein Rundeisen aufgeschweißt, um die Lücken zu schließen. Die inneren Kanten, die von außen zur Mitte des Kreuzes verlaufen, wurden am Ende durch flüssiges Zink mit dem Fender verbunden.

Aggressiver Look

Am Frontend unterstreicht neben der gekürzten RST-Gabel ein Spoiler den aggressiven Look des Bikes und verdeckt gleichzeitig den Blick auf den Gleichrichter der Lichtmaschine, der nach wie vor an der originalen Stelle sitzt. Am Heck war dagegen etwas mehr zu tun: Statt der originalen 200er- bringt dort jetzt eine 240er-Pelle die Kraft auf den Asphalt. Sie ist in der „Fat Ass“-Schwinge von Zodiac untergebracht und machte einen Versatz des Antriebs um 25 mm notwendig. Außerdem hat USM ein Airride-System von Custom Cycle Control aus Las Vegas verbaut, das mit seiner kompakten Bauweise punktet. Mit ihm lässt sich das Heck nun elektrisch heben und senken. Auch die Federung wird damit eingestellt: Weniger Luft bringt ein weicheres Fahrwerk, mehr Luft entsprechend ein härteres. Und natürlich ist das Bike auch mit abgesenktem Heck fahrbar – das Fahrgefühl gleicht dann dem eines Starrrahmens.

Saugnapf für die Sozia

Den originalen Öltank hat USM umgearbeitet. „Im Originalzustand kannst du einen Daumen zwischen den Rahmen und den Tank stecken“, so Claus. „Jetzt ist die Lücke dicht, wir haben ihn zum Rahmen hin verlängert.“ Und auch am Tank von Custom Chrome wurde noch Hand angelegt, damit er harmonisch in einer Linie mit der Sitzbank liegt. Auf der findet erst Mal nur Sascha Platz. Doch Fußrasten für die Sozia gibt’s auch, denn optional kann mit einem Saugnapf ein kleines Sitzbrötchen befestigt werden.
Nachdem der Rohbau stand, wurde wieder alles auseinandergenommen, damit Ingo Kruse die Blechteile lackieren und Karsten Gleiß Rahmen und Kleinteile pulvern konnte. Zwei letzte Eiserne Kreuze durften dabei auf den beiden Seiten des Tanks natürlich nicht fehlen. Habt ihr das beliebte Rocker-Symbol an diesem Bike mal gezählt? Allein auf der Verzierung der Sitzbank sind es neun. Die hat USM übrigens auf Amazon gefunden, es sind handelsübliche Knöpfe – Customizing bedeutet eben, etwas zu neuem Leben zu erwecken.                            «


 


Iron Cross

Motor

Typ……Twin Cam, Bj. 2008
Hubraum……1450 ccm
Luftfilter……Performance Machine
Auspuff/Krümmer……Jekill & Hyde
Getriebe……6-Gang
Antrieb (primär)……Duplex-Kette
Antrieb (sekundär)……Zahnriemen, 20 mm
Kupplung……Barnett

Fahrwerk
Rahmen……Softail, Bj. 2008
Schwinge……Zodiac Fat Ass
Airride-System……Custom Cycle Control
Gabel……RST Fat Glide Mizu
Räder vorn……3,5“ x 21“, WW2 (NLC)
hinten……8,5“ x 18“, WW2 (NLC)
Reifen vorn……Metzeler ME880
hinten……Metzeler ME880
Bremsen……Performance Machine

Sonstiges
Lenker……V-Team
Riser……H-D, mit Riserklemme für Tacho
Griffe……Thunderbike
Armaturen……Performance Machine
Tank……CCE, umgebaut von USM
Öltank……H-D, verlängert von USM
Fußrasten……Arlen Ness
Schutzblech hinten……USM (Idee: Sascha)
Sitz……USM
Scheinwerfer……WW2
Tacho……Motogadget
Lackierung……Kruse Design

Kontakt
USM GmbH
Nürnberger Straße 10
30855 Langenhagen
Tel 0511-74 10 28
www.usm-motorcycles.de

 

Text: Tilmann Ziegenhain
Bilder: Nikolaj Georgiew

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