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27.01.2017  |  Text: Jens Fuge  |   Bilder: Jens Fuge
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Von Las Vegas nach Miami

on the road


Das Leipzig Chapter ist 8000 Kilometer durch die Staaten getourt. Auf der Strecke meisterten die Member lasches Bier, Kälte­einbrüche und Hitzeschlachten – und trafen jede Menge Outlaws, Aussteiger und verrückte Biker …


Erstaunliche Felslandschaften im Valley of Fire, dem ältesten und größten State Park in NevadaAnkunft in Las Vegas. Die Member des Leipzig Chap­ters versammeln sich im Fortune Hotel. Das liegt in direkter Nachbarschaft der großen Themen­hotels, um die Ecke in einem eher düsteren Viertel. Die als reiselustig bekannten ehemaligen Hoggies, die nun ihren eigenen Weg als MF gehen, haben den Umbau ihres neuen Clubhauses für diese Reise unterbrochen. Eine anspruchsvolle Tour, die bis nach Key West in Florida führen soll, liegt vor ihnen.
Doch zuerst startet die Truppe von der Flamingo Road aus einige Ausflüge ins berühmt-berüchtigte Nachtleben von Vegas. Am überfüllten Strip halten sie sich nicht lange auf. Die gelungene Alternative für einen erlebnisreichen Nachtbummel ist die Freemont Street. Dort tummeln sich Freaks und Außenseiter, schräge Vögel und Nachtschwärmer, Landeier auf Vergnügungstour und abgehalfterte Vortragskünstler jeglicher Couleur. Ein Spaß auch für die deutschen Biker – Augenschmerzen inbegriffen.

Eindrucksvolle Landschaft am Monu­ment Valley, das auch eine der bekanntesten Kulissen für Wild-West-Filme istRaus aus Sin City – rein ins Valley of Fire

Nach dem Ausnüchtern schwingen sie sich auf die Bikes – sechs Harleys und eine Indian bilden das Pack für die nächsten drei Wochen. Eine erste Runde raus aus der Spielerstadt, hoch in die Berge zur Mountain Springs Bar, draußen am Highway 160, der ins Death Valley führt. Eine typische amerikanische Bikerbar – rau, simpel und mit den besten Burgern der gesamten Umgebung.
Am nächsten Morgen wird es ernst: Tag eins der Expedition quer durch Amerika. Die Reihen geordnet, das Bierchen für den Abend schon mal kaltgestellt: Auf geht’s! Raus aus der „Sin City“, rein ins Getümmel auf der sechsspurigen Interstate. Fünfzig Meilen weiter wird es einsam. Zum Glück geht’s bald rechts ab, zum ersten Höhepunkt. Das „Valley of Fire“ begeistert durch seine farbenfrohen Steinformationen. Und durch seine Kurven. Hier können die Harleys und die Indian zum ersten Mal zeigen, was sie können. Auch der Zion-Nationalpark reizt die Kurvenfreaks. Steil schraubt sich die Straße durch die Felsen nach oben, Spitzkehren sind zu bewältigen. Typisch Amis, auch ein 40-Tonner käme um die üppig ausgebauten Kurven. Weiter, an der Mt. Carmel Junction wechselt das Pack auf die 89 und strebt dem Bryce Canyon zu. Es beginnt zu regnen, die Temperatur fällt immer weiter. Beim Tankstopp haben alle Wolken vor dem Mund. Was wird das noch? Alle mummeln sich ein, die letzten Klamottenreserven werden rausgekramt und übergeworfen. Das Thermometer zeigt 30 Grad Fahrenheit, also Null Grad Celsius. Der erste Schnee bleibt liegen, die Fahrt gleicht einem Eiertanz. Die Sicht liegt um die zehn Meter. Bibbernd werden die letzten Kurven bewältigt, im Quartier dann die Wannenbäder eingelassen und die Whiskyflaschen angesetzt.

Kunst mit Botschaft, die Cadillac Ranch bei Amarillo. Von Zeit zu Zeit werden die Autos übermalt, um nur wenige Stunden später wieder mit Graffitis besprüht zu werden, was ausdrücklich erlaubt isDer geheimste Geheimtipp

Doch am nächsten Tag klart es auf, sodass die Besichtigung eines der schönsten Canyons entspannter ausfällt. Dann schwingen sich alle wieder auf die Bikes und freuen sich über das steigende Thermometer. Über den Highway 12 – ein absoluter Geheimtipp – geht’s durch eine der außergewöhnlichsten Landschaften in den Vereinigten Staaten. Kurven satt und hinter jeder Biegung ändert sich der Charakter der Landschaft. Enge Canyons, Gebirgsetappen, weite Landschaften – und immer eine andere Farbe.


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Ausgabe 3/18 erscheint am 16. Februar

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Stand:22 January 2018 03:44:36/motorrad/reisen/von+las+vegas+nach+miami_171.html