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23.12.2016  |  Text: Michael Ahlsdorf  |   Bilder: Ahlsdorf und Hersteller
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Formel V


Der V-Motor ist der Inbegriff eines Chopper-Motors. Auf die Formel V setzen sogar Hersteller, die gar keine V-Motoren bauen …


V-MotorDer V-Motor war ein Produkt des Geizes. Zwei Zylinder sollten auf möglichst engem Raum und mit möglichst wenig Material zur gemeinsamen Arbeit genötigt werden. Im Jahr 1889 erfüllte der erste V-Motor von Gottlieb Daimler diese Anforderungen. Bei einem engen Zylinderwinkel von 17 Grad musste er sich nicht mal Gedanken über die Anlenkung der Pleuel auf dem Hubzapfen machen, sie waren starr miteinander verbunden.
Später und mit größeren Zylinderwinkeln löste man das Problem der Anlenkung entweder durch nebeneinander auf dem Hubzapfen liegende Pleuel: Die Zylinder lagen dann nicht mehr in einer Flucht. Oder man löste das Problem durch Gabelpleuel: Ein Pleuel umschränkte mit zwei Augen das andere Pleuel auf dem gemeinsamen Hubzapfen. Die Big Twins von Harley-Davidson funktionieren noch heute nach diesem Prinzip.

Das Prinzip des V-MotorsGrafik
Das Prinzip des V-Motors ist bis heute das beste Verkaufsargument für eine Harley. Es verleiht dem Motor nicht nur die typische Optik, sondern vor allem den typischen Sound. Das liegt am Rhythmus der Zündungen, die in einem V-Motor nicht symmetrisch erfolgen, sondern in verschieden langen Abständen. Die Musikwissenschaft nennt diesen Rhythmus einen „punktierten“ Rhythmus – einmal kurz, einmal lang – und dessen Hoppeln animiert musische Menschen sogar zum Tanz.
Aber Achtung: Der Harley-Motor ist ein Viertakter. Trotz eines Zylinderwinkels von 45 Grad erfolgen die Zündungen nicht in diesem engen Abstand, um dann mit weiteren 315 Grad die Umdrehung voll zu machen. Wenn die ersten beiden Zündungen tatsächlich im Abstand von 45 Grad erfolgen würden, müsste die Kurbelwelle sich also fast zweimal drehen und satte 675 Grad bis zur nächsten Zündung zurücklegen. Das wäre dann doch zu einzylindrig und würde nicht den Vorteil eines Mehrzylinders nutzen. So folgt die zweite Zündung stets nach einer ganzen Kurbelwellenumdrehung, abzüglich oder zuzüglich von 45 Grad. Macht unterm Strich ein Zündungsverhältnis von 405 zu 315 Grad. Wenn wir dieses radiale Verhältnis auf ein numerisches Verhältnis umrechnen, kommen wir auf eine Relation von 1 : 0,7777777. Wer will da nicht an die Magie des 45°-Motors glauben?

Kurbelwelle und Pleuel einer Shovelhead in der Werkstadt von HD.M.G.I. (www.hd-instandset zer.de). Zylinder und Pleuel liegen in einer Flucht, denn beide Pleuel liegen auf einem Hubzapfen. Harley-Davidson löst das Problem seit fast einem Jahrhundert mit dem Gabel-Pleuel: Wie Männchen und Weibchen liegen die Pleuel-Augen ineinanderGlaube an Zauberei
An Magie glauben Harley-Fahrer sowieso, wenn sie dann noch von den Vibrationen ihres Motors schwärmen. Nun ist die „Vibration“


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Stand:25 May 2017 20:01:55/motorrad/test+und+technik/formel+v_1612.html