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Dieser Oldschool-Chopper wurde im Jahr 1980 aufgebaut. Da gab es den Begriff „Oldschool“ noch gar nicht. In den Jahren 1988 und 1989 versägte Jürgen Feucht seine Konkurrenten. Als Privatfahrer gewann er zweimal die „Spezial-Tourenwagen-Trophy“ im selbstgebauten Rennwagen der hochqualifizierten Gruppe 5.
Damals ging sowas noch, Jürgen hatte das richtige Zeitfenster erwischt. Der Mann hat also nicht nur Benzin im Blut. Er hat auch ein Gespür für das richtige Timing – und das schon lange vor seiner Meisterschaft. Neben den vierrädrigen Boliden pflegte er nämlich noch eine Leidenschaft für Zweiräder, und zwar für Harleys. So gelang es ihm, ein Retrobike zu bauen, als es den Begriff „Retro“ noch gar nicht gab.

Chopper-Bau im Wohnzimmer

Es fing an mit einem alten Starrrahmen von 1948, den Jürgen im Jahr 1980 auftat. Um ihn herum baute er innerhalb von zwei Jahren in seinem Wohnzimmer einen kompletten Chopper auf. „Ich hab im Wohnzimmer sogar geschweißt, da hat meine Frau sich ziemlich aufgeregt“, lacht er heute. Sein Ehrgeiz lag darin, die Unterzüge des Rahmens genau parallel zur Fahrbahn auszurichten. Die unförmig hochgereckten Langgabler der Siebziger waren nicht sein Vorbild. Ihm ging es schon damals um klare, flache Linien. Mit einem 1200er-Late-Shovel, einer Springergabel von Jammer und einem Riemen-Primär mit Trockenkupplung gelang ihm das auch. Damals waren die Zulassungsbehörden noch nicht wachgeküsst. Trotzdem war Jürgen klug genug, das Bike in späteren Jahren einfach nur ins Schaufenster eines seiner Buffalo-Boot-Shops zu stellen. Ihr erinnert euch? Buffalo Boots, das waren Cowboystiefel, die in den Achtzigern gingen wie geschnitten Brot.



Ein Pokal von Custom Chrome

So verbrachte sein Chopper viele Jahre im Dornröschenschlaf, bis er ihn im Jahr 2018 ein zweites Mal auf die Piste brachte. Es war die Magic Bike in Rüdesheim, auf der er mit ihm den Custom-Chrome-Pokal in der Klasse „Old School“ einsackte. Das motivierte ihn und so stellte er seinen Chopper kurz danach in die Bikeshow unserer CUSTOMBIKE SUMMER DAYS in Mannheim. Da hatte er sogar endlich einen Namen, denn in Rüdesheim hatte man sich darauf geeinigt, ihn „Challenger“ zu nennen. Der Name war Programm, denn auf unserer Show entdeckten wir ihn und lichteten ihn für die BIKERS NEWS ab. Wer also denkt, da hätte jemand heute ein Retrobike gebaut, der wird angesichts der Geschichte von Challenger eines Besseren belehrt. Das Retrobike im Stil der Sixties auf der Basis eines Rahmens von 1948 ist nämlich seinerseits schon bald vier Jahrzehnte alt. Da müssen wir technisch keine hohen Ansprüche stellen. „So wie es jetzt dasteht, wird das Bike nicht noch mal zugelassen“, erklärt Jürgen Feucht ganz entspannt. Er wisse selbst, dass diese kleine Jammer-Bremse in der Springergabel keine Wirkung habe. Aber mit einer Scheibenbremse sei wiederum die Gabel überfordert. Und hinten steckt noch die mechanische Trommelbremse einer ganz alten Panhead. „Die beste Bremse ist sowieso der Motor“, sagt Jürgen dazu. Also fordert er der Challenger lieber gar nichts mehr ab, „denn ab 130 Sachen fahre ich mit dem Rahmen sowieso nur noch Schlangenlinien.“

Nur mal gucken

Einsicht ist eine Tugend. Und umsonst ist die Challenger spätestens seit dem Jahr 2018 sowieso nicht mehr gebaut. Dabei hatte sie ihrem Besitzer im öffentlichen Straßenverkehr nicht mal Ärger eingebracht. Es waren eben bessere Zeiten. Als ein Polizist ihn in frühen Jahren ein einziges Mal rechts ran winkte, konnte er Jürgen gleich beruhigen: „Ich will von dem Motorrad gar nichts wissen, ich will es mir nur mal angucken.“ Das kann jetzt jeder unserer Leser auch, nach Challengers Besuch im mobilen Fotostudio unserer CUSTOMBIKE SUMMER DAYS.
 

TECHNISCHE DATEN
„Challenger“

Basis: 1948er Panhead
Besitzer und Erbauer: Jürgen Feucht

Motor

Typ: Late Shovel

Hubraum: 74 cci/1196 ccm

Leistung: 48 PS

Zündung: Geberzündung, H-D

Zündspule: Drag Specialties

Ölsystem: Trockensumpf

Öltank: Horseshoe

Vergase: Keihin

Luftfilter: Zubehör

Auspuff: Drag Spec

Getriebe: 4-Gang-Ratched-Top

Primärtrieb: Belt

Kupplung: Trockenkupplung Barnett

Sekundärtrieb: Kette


Fahrwerk

Rahmen: Straightleg, Bj. 1948

Gabel: Jammer Narrow Springer

Lenker: Drag Spec

Räder
vorn: 3,25 x 18
hinten: 5,00 x 16

Reifen
vorn: 3,25 x 18, Continental
hinten: 5,10 x 16, Avon Roadrunner

Bremsen
vorn: Jammer
hinten: Panhead, mechanisch

Sonstiges

Elektrik: Eigenbau

Lampe: Jammer

Rücklicht: Tombstone

Instrumente: Drag Spec

Fußrasten: Drag Spec

Lack: Autolackiererei Knoll, Rüsselsheim

Tank: Sportster

Sitz: Drag Spec

Model: Danica
 
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