Jubiläums Aktion: 25Jahre TätowierMagazin
Die BIKERS NEWS jetzt 25% günstiger im Printabo! 53€ statt 72€
Ist Ducatis neue XDiavel besser als Harley-Davidsons V-Rod? Um das zu beantworten, haben wir sie auf der Präsentation in Kalifornien getestet – und sind sie gefahren Dieses Ding hat eine Traktionskontrolle, eine Launch-Control, drei Fahrmodi und …
Ist Ducatis neue XDiavel besser als Harley-Davidsons V-Rod?
Um das zu beantworten, haben wir sie auf der
Präsentation in Kalifornien getestet – und sind sie gefahren


Ducati XDiavelDieses Ding hat eine Traktionskontrolle, eine Launch-Control, drei Fahrmodi und vier desmodromisch gesteuerte Ventile pro Zylinder – und dann regelt eine weitere Mechanik auch noch die Öffnungszeiten dieser Ventile nach. Aber was ist dieses Ding denn eigentlich? Es ist ein Cruiser! Das beteuerte jedenfalls Ducati, als die Italiener ihre heißblütige Schöne jüngst in Kalifornien der Weltöffentlichkeit präsentierten.


Die Italiener greifen an

Italiener in Kalifornien? Die Angriffsrichtung der neuen „XDiavel“ ist damit schon mal klar: Der Feldzug führt nach Amerika, ins Land von Kraft und Herrlichkeit und langen Geraden. Und die Farbe der XDiavel ist Schwarz. Für eine Company, die bis dahin unter der Farbe Rot firmierte, die Scrambler vielleicht auch mal unter Gelb, ist das eine ziemlich neue Stoßrichtung.Zündung an und Motor starten. Beides geht jetzt mit einem Daumen. Typisch für Ducati ist der über den Startknopf zu schiebende Killschalter
Mit der alten Diavel hatte Ducati von unserer Szene ziemlich unbemerkt schon die ersten Feuerstellungen bezogen. Die Diavel war ein Powercruiser und damit am ehesten mit Harley-Davidsons V-Rod vergleichbar. Das gilt für die XDiavel ebenso, sie soll natürlich besser sein als die alte Diavel. Vor allem aber ist sie anders.
Besser ist schon mal die Startprozedur der XDiavel. Hier sind keine Knöpfe mehr unzugänglich zwischen Lenker und Tank versteckt. Der Start erfolgt keyless, klar, ihr müsst also den Zündschlüssel nur am Mann führen. Der Schalter für „Zündung An“ befindet sich am rechten Lenkerhebel, der Startknopf ebenfalls. Drei Sekunden warten, Kupplung ziehen, Knopf drücken.


Ducati XDiavelDer Sound von Apocalypse Now

Der Motor ballert los. Er poltert nicht, denn der 90-Grad-V-Twin rotiert mit Ausgleichswelle. Soundmanagement ist auch nicht. Und so gleicht der Klang irgendwie dem Schnattern der Huey-Hubschrauber aus „Apocalypse Now“. Das genügt für einen martialischen Auftritt.
Jetzt nur noch mit einem bescheidenen „Klack“ den Gang rein und Kupplung kommen lassen. Drehzahlkeller gibt’s nicht, trotz des um 65 Kubikzentimeter erweiterten Hubraums. Obendrein haben die Ingenieure von Ducati den Hubraum nicht durch Aufbohren, sondern durch einen größeren Hub erweitert. Ihr wisst ja, Langhuber kommen besser von unten.Wer auf den Bremsflüssigkeitsbehälter statt auf den Bremshebel tritt, der befindet sich in guter Gesellschaft. Ist uns auch passiert. Die Position der Fußrasten ist übrigens dreifach verstellbar
Bei einer Höchstleistung von 156 PS bei 9500 Umdrehungen ist untenrum aber erst mal tote Hose. Unter 3000 Umdrehungen gibt der Motor ein charmantes Schnarzen von sich, aber erst darüber kommt er richtig in Gang. Das maximale Drehmoment entfaltet er bei 5000 Umdrehungen – und das bleibt dann bis 8000 Umdrehungen erhalten. Das ergibt in der Grafik die Form einer Tischplatte, und diese Charakteristik hat Ducati sich von der V-Rod abgeschaut. Aber bei 156 PS geht eben noch ein bisschen mehr.


Kurvenräubern leicht gemacht

Ab 5000 Umdrehungen bricht der Krieg aus – und der lässt sich mit einem agilen Fahrwerk wie im Spiel führen. Trotz des 240er-Reifens hinten folgt die XDiavel willig in alle Kurven, und zwar bis zu einer Neigung von 40 Grad. Der Pirelli „Diablo Rosso“ hat nicht die Kontur einer Walze, eine schmale Lauffläche und schräge Flanken machen ihn tauglich für die Schräglage. Der Radstand ist im Vergleich zur alten Diavel um zweieinhalb Zentimeter verlängert. Das aber spüren wir nicht, denn Lenkkopfwinkel und Nachlauf wurden angepasst. Die Stärke der Diavel ist deshalb nicht nur der Druck nach vorn, sondern ebenso die Kurve.Hinter einer XDiavel müsst ihr Dreck schlucken. Die schmalen Schutzbleche sind kaum wirksam
Schräglage mit einem Cruiser? Das Geheimnis steckt in der Sitzposition. Die ist zwar cruisertypisch, mit vorn liegenden Fußrasten, hinten liegendem Sattel und einem breiten Lenker. Der Fahrer thront aber in dieser Haltung ziemlich weit in der Höhe. Unter größeren Fahrern sieht das gelinde gesagt scheiße aus. Aber vielleicht prägt das eines Tages einen neuen Stil? Chopperfahren sah schließlich auch mal scheiße aus.
Wer auf dem Motorrad sitzt, der sieht sich nicht. Er freut sich umso mehr am Fahrspaß. Den bietet die XDiavel grenzenlos. Umso mehr steckte uns das Speedlimit im winterlich verregneten Kalifornien im Genick. Doch die Cops kriegten uns nicht zu packen, wir kamen ohne Ticket wieder zurück.


Powercruiser Light

Zwischen Fußrasten und Asphalt ist immer reichlich Luft. Die XDiavel ist der erste Powercruiser, der auch Kurven kannNur die Frage, ob die V-Rod im Ranking verloren hat, die konnten wir auch nach dem Ausritt nicht beantworten. Es liegen Welten zwischen beiden Bikes, die ihren Auftritt auf jeweils eigene Weise sichern. Die V-Rod hat die bessere Sitzposition, mit ihrer Länge auch die bessere Linie. Und das mit der Drehmoment-Platte haben wir ja schon erklärt, denn Harley hatte sie mit der V-Rod erfunden.
Immerhin fiel uns die Definition des XDiavel-Dings nach dem Ausritt leichter: Sie ist ein Cruiser, sie ist ein Powercruiser, aber ein Powercruiser „Light“. Sie ist das Federgewicht unter den Musclebikes und damit ist sie eine heißblütige Italienerin geblieben.

    TECHNISCHEDATEN    

Ducati XDiavel
Motor
  • Typ    Testastretta DVT
  • Zylinder    2
  • Zylinderwinkel    90°
  • Kühlung    Wasser
  • Ventile    vier pro Zylinder, desmodromisch und variabel gesteuert
  • Zündung    Doppelzündung
  • Hubraum    1262 ccm
  • Bohrung x Hub    106 x 71,5 mm
  • Verdichtung    13:1
  • Leistung    156 PS bei 9500 U/min
  • Drehmoment    128,9 Nm bei 5000 U/min
  • Gemischaufbereitung   Bosch Fuel Injection
  • Getriebe    6-Gang
  • Sekundärantrieb    Zahnriemen
Fahrwerk
  • Rahmen    Gitterrohr
Räder
  •     vorn: 3,5“ x 17“
  •     hinten: 8,0“ x 17“
Reifen
  •     vorn: Pirelli Diablo Rosso 120/70 ZR17
  •     hinten: Pirelli Diablo Rosso 240/45 ZR17
Bremsen
  •     vorn: 2 x 320 mm, vier Kolben
  •     hinten: 1 x 265 mm, zwei Kolben
Maße
  • Trockengewicht    220 kg
  • Leergewicht    235 kg
  • Sitzhöhe    755 mm
  • Radstand    1615 mm
  • Lenkkopfwinkel    30°
  • Nachlauf    130 mm
  • Tankinhalt    18 L
Preis
  • XDiavel    19.980 Euro
  • XDiavel S    22.980 Euro
XG750 A Street Rod 10.03.2017
XG750 A Street Rod

Die kleine Harley-Davidson „Street“ gibt’s jetzt auch als Powercruiser …

Harley-Hybrid 23.05.2017
Harley-Hybrid

Ein Harley-Tourer läuft über 200! Das geht nur mit der V-Rod als Basis …

Harleys V-Rods im Contest 07.07.2017
Harleys V-Rods im Contest

Harley-Davidson Bergstraße hat die letzten vier V-Rods in einen hauseigenen Conte …

Harley-Davidson 2019 22.08.2018
Harley-Davidson 2019

Harley-Davidson stellt die Modellpalette 2019 vor. Darunter einen neuen Powercr …

Ducati Diavel 08.12.2018
Ducati Diavel

Heimlich hat die Ducati Diavel uns schon immer gereizt. Jetzt haben wir sie uns …

Harley-Davidson Vintage Racer: Gut Ding will Teile haben 14.08.2018
Harley-Davidson Vintage Racer: Gut Ding will Teile haben

Genau hinschauen: Dieses Bike offenbart ein Feuer­werk an kreativen Details …

Harley-Davidson präsentiert den neuen Milwaukee-Eight Motor 24.08.2016
Harley-Davidson präsentiert den neuen Milwaukee-Eight Motor

Die Company lässt die Katze aus dem Sack und präsentiert einen neuen V-Twin f …

Milwaukee-Eight 16.09.2016
Milwaukee-Eight

Hier die ersten Fahr-Eindrücke vom neuen Harley-Motor …

Jäger der Nacht: ein V-Rod Umbau von LMC 30.10.2015
Jäger der Nacht: ein V-Rod Umbau von LMC

Die V-Rod ist noch immer der Dampfhammer unter den Harleys. Um den Druck in den …

Magazine des Huber Verlages