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„Weihnachten? Och nee … nicht schon wieder!“ klagt unser Evoluzzer
Tjo, Karre fahn is ersma rum, der Winter iss schon reingeschneit. Sogar mein thronartiges Gartengestühl hab ich längst in die Südkapelle meines apokalyptischen Anwesens gezerrt. Manch einer mag noch biken, aber nich unbedingt jeder aus Überzeugung. Wieder andere machen selbst im Winter noch den wilden Bill mit ihrem Gerät, allerdings werden ihre Radien kleiner. Mir iss übrigens völlig schleierhaft, warum sich einige Winterfahrer selbst als so besonders coole Burschen verkaufen. Wenn’s deshalb iss, weil sie durch die Kälte fahren, dann sindse datt allerhöchstens in der wörtlichen Übersetzung des Wortes „cool“. Reg dich nich gleich auf, Ollen, ich fahr selbst oft genug bei Mistwetter. Das einzige Argument die Probefahrt zu verweigern, iss der Hinweis auf Außentemperaturen um den Gefrierpunkt. Gegen Glatteis hat noch keiner watt erfunden.

Was Typen cool macht

Ich stelle nunmehr fest, es gibt einige wenige, die zum Vergnügen mitte Karre durch die Eiseskälte huschen. Weshalb diese sich dann besonders toll finden, bleibt offen. Gilt ebenso für die, die besonders altes, edles, teures oder extremes Geröll reiten. Ett sind also weder Wetter noch Karre, die sie zu „coolen“ Typen machen. Ett iss fürwahr sehr simpel, denn sie selbst sind es. Mit frieren hat datt wenig zu tun. Demzufolge werde auch ich es in den nächsten Wochen vermeiden, mir die Nüsse aufm Hocker abzubibbern und stattdessen fein die Sitzheizung meines schwarzen Schlittens genießen, soweit ich datt selbst beeinflussen kann, womit ich nun fahre.

Mit der Affenkälte einher geht die …? Jo, die Weihnachtszeit. Och, nee … nich schon wieder! Der Weihnachtskram in den Supermärkten und die Fernsehwerbung lassen mich trotzdem an Weihnachten denken. Von weihnachtlicher Stimmung iss sonst im Moment kaum watt zu merken. Wie auch, bei dem, watt sonst noch so los iss? Ich bin geneigt, an frühere Jahre zu denken, aber ich will sie nich gleich glorifizieren. Früher war sicher nich alles besser. Die damalige Zeit war genauso schwanger an Möglichkeiten für die Zukunft wie die heutige. Nur mit dem Unterschied, datte eben weiß, watt aus den Möglichkeiten wurde. Wenn mich heute einer fragt, wo ich mich in drei Jahren sehe … ich weißet nich, Ollen. Ich bin sicher, die Jahresrückblicksendungen und die ausufernden Ereignisse des auslaufenden Jahres geben wenig Anlass zur Hoffnung. Also, schön aufpassen!

An ein Arschloch geraten

Schließlich muss man ununterbrochen auf der Hut sein, weil man jederzeit an ein Arschloch geraten kann. Datt fängt da an, datt mich wildfremde Menschen von Consultingfirmen anrufen und ausfragen wollen. Neulich wurde einer richtig frech und meinte, ich soll mal nich so ’ne dicke Lippe riskieren. Ich frag den noch „Watt hast du gesacht?“, da legt der auf. Früher hätt ich bei sowatt geschäumt, heute hingegen nehm ich datt gelassen hin. Ett hilft ja nich, nach watt oder wem willse suchen? Und ett geht da weiter, datt mir noch neulicher einer so dicht aufgefahren iss. Ohne Außenspiegel hätt ich nich gewusst, welche Farbe die Karre hinter mir hat. Ollen, so fahr ich mit dem hinten dran durch den Ort, in dem ich wohne. Mann, ich fahr hier langsam. Wegen Kaff eben. Ich kenn kaum einen, aber viele kennen mich. Wegen der Kathedrale eben. Wie auch immer, mit den Typ hinter mir fahr ich ausm Ort raus, und der setzt an zum Überholen. Ohne Gegenverkehr wär der volle Lotte übern Bordstein gekachelt. Also weiter, ausm Ort raus, der Typ 12 Zoll hinter mir. Ollen, mein schwarzer Schlitten fährt auf Heizöl, datt reicht grad ma für Standlichtgeschwindigkeit. Da hats natürlich nich lang gedauert, bis der neben mir war. Ich konnte seine Zahnfüllungen sehn, so hat der getobt in seiner Karre. Typ Colt Seavers - aber mit Bart und Mütze. Watt soll ich sagen, Ollen … als hätt ich ett geahnt, nehm ich schon Fahrt weg, leite gehirnorganisch sowie physisch den Bremsvorgang ein, da iss der schon vor mir und bremst ziemlich zackig. Nich voll, aber echt stramm. Hups, denk ich noch, komm aber zum Glück ’n paar Meter hinter dem zum Stehen. Ich hielt inne und war gespannt, was nun kommt.

Fette Beute für Heiligabend!

Ollen, da steigt der aus! Och nee, nich schon wieder, denke ich erneut. Datt muss doch nich sein, hast mich überholt und gut. Aber nein, man kann ja nich ma watt auf sich beruhen lassen. Schön war die Zeit, als man noch mit Kutschen fuhr. Da hatte man beim Überholvorgang genug Zeit, sich wüst zu beschimpfen. Colt Seavers näherte sich also entschlossen meinem apokalyptischen NOX-Mobil und … Ach so’n Kack. Jetz iss datt Heft voll. Fette Beute für Heiligabend und so!

Lieb sein, bis näxte Mal
Euer Evoluzzer

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 12/2015
 
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