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So muss ein Rocker-Motorrad aussehen: Lang, flach und schwarz! Mit Harleys Breakout könnt ihr euch in jedem Club blicken lassen
Die Kleine will gedrückt werden. Kurvenfahren ist mit der langgestreckten Breakout immer ein bisschen anders, denn Länge läuft nach alter Seemannsregel nur geradeaus. Und die Breakout ist lang. Obendrein rollt sie vorne auf einem schmalen, hinten auf einem breiten Reifen, so dass sie vorne anders reagiert als hinten.

Also noch mal ganz von vorne. Am Anfang müsst ihr über Bord werfen, was unter Bikern so wichtig ist: Respekt. Keine Sorge, die Fußrasten setzen so schnell nicht auf. Und dann folgt ein beherztes Drücken am Dragbar-Lenker. Die Breakout will in die Kurve gestochen werden. Ein bisschen helft ihr dann noch mit dem Hintern nach, und hoppla, schon hat sich zum Heck durchgesprochen, was die Frontpartie will. Eine Zumutung? Nein. Kein Motorrad würde mit dieser Linie besser in die Kurven gehen. Das ist nun mal der Preis, den ihr zahlen müsst, wenn das Motorrad dem entspricht, was ihr am Stammtisch immer gepredigt hattet: Lang und flach soll es sein. Ach ja, schwarz natürlich auch noch. Hier also habt ihr die Lösung. Sie heißt Harley-Davidson FXSB Softail Breakout.

Modelljahr 2013: Die erste „Breakout“ erschien in der CVO-Baureihe, zunächst exklusiv gepimpt für eine geldschwere Kundschaft
Modelljahr 2013: Die erste „Breakout“ erschien in der CVO-Baureihe, zunächst exklusiv gepimpt für eine geldschwere Kundschaft

Blicken wir zurück. Als Harley-Davidson die „Rocker“ auf den Markt brachte, schien es, als hätte die Company verstanden. Die Rocker fuhr nämlich mit einem dichtanliegenden, mitschwingenden Schutzblech. So was konnten davor nur die professionellen Customizer. Und eigentlich konnte Harley es auch nicht wirklich, denn die Linienführung der Rocker fiel so missraten aus, dass das ganze Motorrad sich nicht verkaufte. Harley nahm die Rocker wieder vom Markt. Aber zwei Jahre später präsentierte die Company das gleiche Fahrwerk in völlig neuem Gewand. Das Bike hieß nun „Breakout“. Diese Breakout konnte sich im ersten Jahr aber nur eine betuchte Kundschaft in der Sonderlinie „Custom Vehicles Operation“ (CVO) leisten. Optisch stimmte an der Breakout alles. Sie war lang, sie war flach, sie war in den Proportionen ausgewogen. Ein Jahr später, fürs Modelljahr 2014, stand die Breakout in einer weniger gepimpten Ausführung auch in der ganz normalen Serienreihe. Und es gibt keinen Grund, sie da wieder rauszunehmen. Harley führt sie auch für 2015 im Programm.

… aber irgendwann müssen auch die Rasten der Breakout den Asphalt küssen
Irgendwann müssen auch die Rasten der Breakout den Asphalt küssen

Wie ein Kraftwerk poltert ihr 103-cui-Triebwerk aus dem Keller los, gebändigt durch den Twin-Cam-B-Motor, also den mit den Ausgleichswellen. Damit fehlt zwar die Sinnlichkeit eines vibrierenden Big Twins, aber vorm nächsten Chapter fahrt ihr nicht mit tauben Fingern vor. Und der niedrig liegende Lenker ermöglicht auch mal längere Strecken mit deutlich über 130 Sachen. Das Getriebe verfügt über einen als Overdrive ausgelegten sechsten Gang. Damit lassen sich lange Strecken in niedrigen Drehzahlen bewältigen. Ein grünes Lämpchen im Tachogehäuse zeigt diesen Overdrive sogar an. Sinnvoll, daran erinnert zu werden, spätestens vor dem Ansetzen zum nächsten Überholvorgang. Das Sozius-Brötchen lässt sich ohne Werkzeug entfernen. Aber Achtung: Den Halte­bügel für die Griffschlaufe fingert ihr nicht so einfach zwischen Reifen und Schutzblech hervor. Und den Lack auf dem Schutzblech schützt eine Plastikfolie, die Blasen schlägt. Irgendwann werdet ihr euch entscheiden müssen, ob ihr als einsamer Cowboy reitet oder doch lieber gesellig bleibt. Einsam bleibt die einzelne Scheibe am Frontend. Fürs Bremsen müsst ihr beherzt zupacken. Und vor allem müsst ihr den Gabelvorbau immer ordentlich zusammenschrauben. Wegen der einseitigen Bremsbelastung durch nur eine Scheibe kann sich die ganze Kon­struktion nämlich schnell mal verziehen.

Nur links ist eine Bremsscheibe. Eine lose zusammengeschraubte Gabel kann sich da verziehen
Nur links ist eine Bremsscheibe. Eine lose zusammengeschraubte Gabel kann sich da verziehen

Tja, und was die Unwilligkeit in Kurven betrifft: Unserem Kollegen von der Zeitschrift DREAM-MACHINES ist es gelungen, die Symptome zu lindern. Er tauschte die serienmäßigen Dunlop-Reifen gegen neue Metzeler-Puschen aus. Metzeler hat dafür auch schon eine Freigabe in Aussicht gestellt. Die lange Breakout ist mit den Metzeler-Reifen natürlich noch immer kein hakenschlagendes Rehlein. Aber sie fordert vor jeder Kurve schon mal weniger Respekt ein. Wenn ihr’s noch wendiger haben wollt, müsst ihr euch eben einen anderen Stammtisch suchen – einen, an dem man Buntkombis trägt.
 

TECHNISCHE DATEN
FXSB Softail Breakout


Motor: Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt 45-Grad-V-Twin
Hubraum: 1690 ccm
Bohrung x Hub: 98,44 mm x 111,1 mm
Verdichtung: 9,6:1
Leistung: 75 PS bei 5010 U/min
Drehmoment: 130 Nm bei 3000 U/min
Getriebe: Sechsgang
Sekundärtrieb: Zahnriemen
Rahmen: Doppelschleifen-Stahlrohr
Federung vorn: Telegabel mit 49 mm Stand­rohrdurchmesser, 117 mm Federweg
Federung hinten: Dreiecksschwinge, liegende Federbeine, 79 mm Federweg
Bremse vorn: 292-mm-Einscheibenbremse, Vierkolben-Festsattel, ABS
Bremse hinten: 292-mm-Einscheibenbremse, Zweikolben-Schwimmsattel, ABS
Rad vorn: Zehnspeichen Alu-Rad, 21 x 3,50 Zoll
Rad hinten: Zehnspeichen-Alu-Rad, 18 x 8 Zoll
Reifen, Serie
vorn: Dunlop D408 F 130/60 B21
hinten: Dunlop D407 240/40 R18
Reifen, unsere Modifikation
vorn: Metzeler ME 880 120/70 B21
hinten: Metzeler ME 880 240/40 R18
Leergewicht: 322 kg
Zuladung: 211 kg
Radstand: 1710 mm
Tankinhalt: 18,9 Liter
Sitzhöhe: 660 mm
Preis: ab 20.895 Euro
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