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Yamahas XS 650 ist eine beliebte Basis für Custombikes. Zwei Member des Lobo MC sehen das genauso
Hank und Mikel sind Member des Lobo MC. Klar, dass man sich gegenseitig aushilft, wenn Not am Mann ist. Und so ist der gelernte Zimmermann Mikel natürlich dabei, als sein Bruder Hank das Dach decken muss. Hank wiederum ist Kfz-Meister – und als solcher verspricht er, Mikel beim Aufbau eines Mopeds zu helfen. Gesagt, geschraubt. Und was die beiden mit einem begrenzten Budget aus dem ebenfalls günstig erstandenen Basisbike rausgeholt haben, kann sich allemal sehen lassen. Ausgangspunkt war ein Bike, das Hank als „AME-Verbrechen aus den Achtzigerjahren“ bezeichnet. Wir erinnern uns: AME aus dem nordhessischen Schauenburg war damals Anlaufstelle Nummer eins für alle, die ihre bayerischen oder japanischen Motorräder zum Chopper mit TÜV-Stempel umbauen wollten. Manchmal stand danach nicht mehr Yamaha oder BMW als Hersteller in den Papieren, sondern AME – die Umtypung war oft der einfachste Weg zum Segen der Graukittel. Auch die XS von Hank und Mikel ist offiziell keine Yamaha, sondern eine AME. Doch das, was damals das höchste der Gefühle war, entspricht nicht unbedingt den heutigen Schönheitsidealen. Als Erstes musste deswegen eine andere Gabel her. Denn typisch für die alten AME-Umbauten sind längere Gabeln ohne angepassten Lenkkopfwinkel – mit dem Effekt, dass das Front­end höher über dem Asphalt hängt als das Heck. Die Linie ist dann versaut.

In einer Öltankattrappe sind Elektrik und Co. untergebracht. Aus Platzmangel sitzen die Vergaser und Luftfilter nun leicht quer – macht aber nichts, weil’s gut ausschaut

Also griffen Hank und Mikel zur kürzeren Gabel einer Honda CB 500 – die war schon vorhanden und kam gerade recht. Überhaupt haben die beiden das Bike hauptsächlich aus Teilen zusammengeschraubt, die eh noch irgendwo rumgeflogen sind. „Man kann das Ding schon als Low Budget bezeichnen“, kommentiert Hank nicht ohne Stolz. Weniger als 3.000 Taler mussten von der Bank geholt werden – inklusive des Basisbikes, wohlgemerkt. Was an Geld eingespart wurde, wurde durch Eigenleistung erbracht. Da wäre vor allem der starre Heckumbau, durch den die XS zusammen mit der neuen Gabel endgültig auf Linie gebracht wurde. Weil der Radstand danach rund zehn Zentimeter länger war als zuvor, mussten Hank und Mikel eine Rolle für die Kette einbauen. Die sorgt nun dafür, dass der Sekundärtrieb dauernd unter Spannung steht. Eine cleane Optik garantiert die Öltank­attrappe unter dem gefederten Solositz. Denn dort ist neben Batterie und Zündspulen auch all die Elektrik untergebracht, die jeder braucht, aber keiner sehen will. An der Stelle dieses Kastens sitzen normalerweise die originalen Luftfilter. Weil für die jetzt kein Platz mehr war, haben Hank und Mikel aus der Not eine Tugend gemacht und die beiden Mikuni-Vergaser samt Luftfilter leicht quer verbaut, sodass sie auf beiden Seiten rausgucken und ihre Nase in den Fahrwind hängen. Das sieht nicht nur gut aus, sondern bringe auch etwas mehr Leistung: „Die geht wie Sau!“, kommentiert Hank in einer Kürze, die keine Zweifel aufkommen lässt.

Die leichteste Übung des Umbaus war wahrscheinlich die Tankanprobe. Schlussendlich fiel die Wahl auf das Kraftstoffreservoir einer alten NSU 125 ZDP. Das sollte auch nicht vertuscht werden und so entschieden sich die beiden Lobo-Männer, das geprägte Logo von einem Linierer professionell auf Vordermann bringen zu lassen. Den Rest der Lackierung haben die beiden dann wieder selbst gemacht. Auch die Edelstahl-Sissybar ist Eigenbau. Und die beiden Ringe darin zeugen davon, dass dieses Bike auch wirklich regelmäßig auf der Straße ist – sie halten das Gepäck.
 



TECHNISCHE DATEN
Yamaha XS

Motor
Typ: Zweizylinder-Viertaktmotor
Hubraum: 654 ccm
Vergaser: Mikuni

Fahrwerk
Rahmen: original, modifiziert
Gabel: Honda CB 500
Bremsen (vo. und hi.): Trommel
Reifen (vo. und hi.): Avon MK II

Sonstiges
Tank: NSU 125 ZDP
Lenker: Fehling
Sissybar: Eigenbau
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