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Eine Harley muss man sich verdienen. Lasst uns die Geschichte eines richtigen Bikers erzählen
Mit diesem Bike erzählen wir auch die Geschichte eines richtigen Bikers. Es ist die Geschichte eines Mannes, der sich zur Harley hocharbeitete, und der seine Laufbahn mit dem Aufbau einer Panhead krönte. Jawohl, er folgte noch dem Leitspruch der alten Lederärsche: „Be a man – ride a Pan!“ Stefan wuchs auf dem Land auf. Das hatte einige Vorteile. Er konnte in jüngsten Jahren seine ersten Erfahrungen auf motorisierten Zweirädern sammeln. Mit einer Yamaha PW 80 holperte er über Wald- und Wiesenwege. Nach dem Mopedführerschein ritt er eine Zündapp KS 50 Watercooled. Mit 18 Jahren machte er natürlich Motorradführerschein, damals unter Stufenführerscheinregelung, und deshalb erst mit nur 34 PS. Der gedrosselten Suzuki DR 650 folgte zwei Jahre später eine Suzuki GSX-R 750. Damit fuhr er sich nicht zu Tode. Glück gehabt, denn schließlich ergriff ihn das Chopper-Fieber.

So schön kann Technik sein. Die Trommelbremse ist vielleicht nicht wirksam, aber zeitgemäß
So schön kann Technik sein. Die Trommelbremse ist vielleicht nicht wirksam, aber zeitgemäß

Der Bayer kaufte sich einen völlig überteuerten Schrotthaufen, und zu dem gehörten immerhin ein Shovelhead-Motor und ein starrer Rahmen. Innerhalb von zwei Jahren baute Stefan in einer kleinen Garage und ohne Hebebühne daraus ein Bike im Schwedenstil. Das waren seine ersten echten Lehrjahre. Er taufte das Bike „Blue Steel“, fuhr damit nach Sturgis und von dort durch die halbe USA. Seine Transportbox musste der Weltreisende noch selbst zimmern. Professionellen Support von Reiseunternehmern gab es damals noch nicht.Wieder in Europa, brachte die Blue Steel den reisewütigen Rider bis ans Nordkap, und das ein paar Jahre vor Marcus Walz. Im Süden erreichte er die Bikeweek in Faro auf eigener Achse. Und zwischendrin führten seine Touren zu verschiedenen Super Rallys.

Aber dann kursierte da ja noch der Spruch: „Be a man – ride a Pan!“ Jetzt kannte Stefan sich aus, und er konnte eine originale Panhead von 1949 zu einem günstigen Kurs auftreiben. Doch das Bike erweckte seinen Respekt vor dem Original. Also kaufte er sich noch einen Wishbone-Rahmen von 1948 und ein zerlegtes Panhead-Getriebe. Im Jahr 2011 machte er sich an den Neuaufbau. Inzwischen hatte er auch eine Hebebühne und natürlich ausreichend Erfahrung. Jetzt steckt ein S&S-Motor im Panhead-Look im Rahmen, und zwar mit 1540 Kubikzentimetern Hubraum und 75 PS am Hinterrad. Kupplung und Primärtrieb von BDL liefern die Leistung zum neu aufgebauten Vierganggetriebe.

Die BDL-Kupplung ist stiefelgesteuert.
Die BDL-Kupplung ist stiefelgesteuert.

Den Belt hat Stefan von drei auf zwei Zoll zurückgebaut. Auch die komplette Handschaltung ist Eigenbau. Springergabel und Räder von W&W vervollständigten das Fahrwerk, das vorn und hinten mit Trommelbremsen ausgestattet ist. Die hintere Bremse wird originalgetreu hydraulisch angesteuert. Bei den übersichtlichen Zutaten griff der Bayer mal zur Stangenware, mal fertigte er Teile selbst. So stammen Tank, Öltank und -filter von Zulieferern. Der Ape-Lenker mit innenliegenden Zügen, Kennzeichenhalter und Sissybar sowie diverse Halter fertigte er von eigener Hand. Mit Rat und Tat stand ihm sein guter Freund Michi Gauger zur Seite.

Im Sommer 2012, in Alubeamsilber aus der AMG-Palette lackiert und in Airbrushflammen gehüllt, stand die fertige Pan auf den fetten Firestone-Reifen. Warum er seinen Oldschooler nun „Purple Haze“ genannt hat, nun, da fragen wir nicht weiter. Bekanntlich hat Jimi Hendrix mit diesem Namen einst eine Marihuana-Sorte besungen. Wir unterstellen Stefan einen nüchternen Schädel, denn von Dope benebelt kann man sich so ein Bike sicher gut aus­denken. Für den Aufbau aber braucht man einen klaren Kopf. So klar, wie ein Kopf auf dem Land nur sein kann.

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 08/2015
 

TECHNISCHE DATEN
Purple Haze

Basis: Harley-Davidson FL
Baujahr: 1948
Motor: S&S
Hubraum: 1540 ccm
Primärtrieb: BDL, auf 2 Zoll umgebaut
Kupplung: BDL, Fußkupplung, Handschaltung
Sekundärtrieb: Kette
Getriebe: Panhead, Viergang
Auspuff: Eigenbau, 2 Zoll Edelstahl
Rahmen: FL von 1948
Gabel: Springer, W&W
Räder: W&W
Bremsen: vorn und hinten Trommeln
Lenker: Eigenbau, innenliegende Züge
Tank: Cole Foster
Öltank: H-D
Ölfilter: CSC
Sitz/Sissybar: Eigenbau
Rücklicht: Easyriders
Lackierung: Topcolour, Rosenheim
Airbrush: H.A.C.C. Airbrushpainting
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