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Victory hat jetzt ein Musclebike. Wir haben die „Octane“ auf der Präsentation in Florida getestet. Das neue, wassergekühlte Motorrad des Polaris-Konzerns ist nur wenig muskulös. Vielleicht passt die Bezeichnung „Powercruiser“ besser …
Victory hat jetzt ein Musclebike. Wir haben die „Octane“
auf der Präsentation in Florida getestet. Das neue, wassergekühlte Motorrad
des Polaris-Konzerns ist nur wenig muskulös.
Vielleicht passt die Bezeichnung „Powercruiser“ besser


 Ja, so muss ein Musclebike sein: Kraftvoll drückt die Octane sich in die KurvenDer amerikanische Polaris-Konzern präsentierte seine neue Victory Octane in Daytona Beach in einem Flugzeughangar, vor einem riesigen Star-Spangled-Banner. Da schwingt eine große Portion Patriotismus mit – eigentlich müsste also alles „bigger“ sein. Aber 1200 Kubik, 104 PS bei 8000/min, 99 Nm bei 6000/min aus einem wassergekühlten V2 mit 244 Kilogramm sind nicht muskulös, sondern gerade mal athletisch. Und da stellt sich heraus: Polaris hat die Gene der Indian Scout in die Octane „hinüber-gemendelt“.

Weicher Sitz, weiches Fahrwerk

Unsere Sitzprüfung besteht die Octane – zunächst. Lenker und Rasten haben einen angenehmen Abstand zum Sitzkissen, die Knie sind bequem positioniert und die ganze Position ist aufrecht gelassen. Optional bietet Victory noch einen Lenker und ein Rasten-Kit für Kurzgewachsene an und die Drag-Styler können auch einen Dragbar-Lenker ab Werk ordern. Aber nach 200 Meilen über die geraden Straßen Floridas fällt das Sitzkissen zu weich aus, die Grundplatte drückt beim Anfahren unsanft in den Hintern. Fahrer über eins achtzig müssen sich daran gewöhnen.
Fahrwerk und Reifenwahl sind fragwürdig, vor allem, da in den USA das ABS keine Pflicht ist. Die Werksbereifung mit dem Victory-Branding liegt deutlich unter dem europäischen Standard. Zu hölzern und ohne Rückmeldung poltert das Gummi über den Asphalt, die Haftung ist schwach. Die Gabel ist amerikanisch weich und die Dämpfer sind überdämpft. Ein Wort zur Bremse: bremst. Fürs Cruisen mag das genügen, aber Victory stellte die Octane vollmundig als „New American Musclebike“ vor.

Der Motor ist ein Rabauke

Fahrer über eins achtzig wirken auf der Octane sehr versammeltKommen wir deshalb zum wichtigsten Teil des Motorrades, dem Motor. Der ist keine grundlegende Neuentwicklung, er basiert auf dem bekannten Wasserboiler der Scout. Victory hat aber einen Rabauken aus ihm gemacht, innerlich wie äußerlich. Auf der Piste begeistert die Octane mit jederzeit vorhandener Leistung – von 2000/min bis 8000/min ist jeder Gang der passende. Bummeln? Geht. Ballern? Geht noch besser. Nur unter 2000 Touren hackt der Freudenspender etwas herum – kein Wunder bei einem Leerlauf von 1200 Touren. Das zeigt auch deutlich, wie die Leistung ausgelegt ist: Sportlich und drehzahlfreudig. Das maximale Drehmoment von 99 Nm liegt bei 6000 Drehern an, ist aber sehr elastisch. Das Leistungspaket passt, denn das ausgeprägte Konstantfahrruckeln zwischen 2400/min und 3100/min soll ziemlich bald von einem Software-
upate beseitigt werden.

Knalltüten für die Performance

Zufällig hatten wir eine der Octanes mit der ab Werk bestellbaren Performance-Anlage erwischt. Die knallt die Abgase herausfordernd ins Freie. Unter höheren Drehzahlen übertönt sie sogar das Airbox-Grunzen. Sollten diese Tüten für Deutschland zugelassen werden, sollten die dringend geordert werden – das ABS wird so oder so rein müssen. Für knapp 13.000 Euro kriegt ihr jedenfalls ein ehrliches, potentes Motorrad. Nur mit 104 PS liegt noch sehr viel Leistung im Keller. Mit dickerem Krümmer und schärferen Steuerzeiten sollte da noch viel möglich sein.

„Bigger is better“, sagt der Amerikaner. Die Octane ist ein vergleichsweise kleines Musclebike

   TECHNISCHE DATEN   
Victory Octane

MOTOR
  • Typ    flüssigkeitsgekühlter V-Twin mit 60° Zylinderwinkel
  • Ventiltrieb    DOHC, 4 Ventile je Zylinder
  • Hubraum    1 179,3 ccm
  • Bohrung x Hub    101,0 x 73,6 mm
  • Verdichtung    10,8 : 1
  • Leistung    104 PS (77 kW) bei 8 000 U/min
  • Max. Drehmoment 99 Nm bei 6 000 U/min
  • Gemischaufbereitung elektronische Benzineinspritzung, eine 60 mm Drosselklappe
  • Auspuffanlage    Doppelschalldämpfer mit Interferenzrohr
  • Kupplung    Mehrscheibenkupplung im Ölbad
  • Getriebe    6 Gänge
  • Sekundärantrieb    Zahnriemen
FAHRWERK
  • Rahmen    Verbund-Rahmen aus Leichtmetallguss mit offener Doppelschleife und Stahlrohr-Rückgrat
  • Federung    
  •     vorn: Teleskopgabel mit 41 mm Standrohren
  •     hinten: Schwinge mit zwei Federbeinen
  • Max. Schräglagenwinkel 32°
  • Bremsen
  •     vorn: Scheibenbremse mit 298 mm Bremsscheibe, Zweikolbenbremszange
  •     hinten: Scheibenbremse mit 298 mm Bremsscheibe, Einkolbenbremszange
  • Räder
  •     vorn: 18 x 3.5 Zoll Leichtmetallgussrad
  •     hinten: 18 x 4.5 Zoll Leichtmetallgussrad
  • Reifen
  •     vorn: 130/70-18 63H
  •     hinten: 160/70-17 76H
  • Lenkkopfwinkel    29°
  • Nachlauf    129,5 mm
  • Radstand    1 578 mm
  • Sitzhöhe belastet    658 mm
SONSTIGES
  • Tankinhalt    12,9 Liter
  • Leergewicht    243 kg
  • Preis    12.950 Euro
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