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Ape-Andy von der Custom Cycle Crew hat einen biederen Japaner in einen stilechten Chopper verwandelt
Einst begab es sich, dass Andreas und seine Frau auf der heimischen Couch saßen und sich den kultigen Beatles-Streifen „Yellow Submarine“ reinzogen. Inspiriert von dem leicht psychedelischen Zeichentrickfilm und einigen alkoholischen Kaltgetränken entstand der Plan, einen Chopper im Stil der frühen Siebzigerjahre zu bauen. Denn Andreas hat eine Dame an seiner Seite, die ihm nicht nur den Rücken freihält, sondern auch noch was von Motorrädern und Technik versteht. Alles, was Andreas im Kopf rumschwirrte, sollte in diesem neuen Projekt zusammengebracht werden.
Seit Andreas denken kann, fährt er Moped. Schon mit dreizehn oder vierzehn saß er illegalerweise auf den ersten Zweirädern. Wie er zu seinem Spitznamen „Ape-Andy“ kam, muss da eigentlich nicht mehr erklärt werden: Andreas liebt eben Apehanger. Auch an seiner jüngsten Schöpfung hat er deswegen einen hohen Lenker verbaut. Und wie so vieles an diesem Bike ist er Marke Eigenbau. Vier oder fünf Anläufe waren nötig, erst dann entsprach er seinen Vorstellungen. So erklären sich auch die achthundert Stunden, die Andy für den Umbau gebraucht hat. Wobei, was heißt hier eigentlich „Umbau“? „Aufbau“ ist der bessere Begriff, denn viel mehr als einen Motor und die passenden Papiere hatte er nicht.


Ein bisschen Zukunft ist legitim: Motogadget-Tacho und K&N-Luftfilter


Habt ihr schon erkannt, um welchen Motor es sich dabei handelt? Richtig, it’s a fuckin’ Yamaha! Wer auf „Virago“ getippt hat, den müssen wir aber eines Besseren belehren, denn es stimmt nur halb: Es handelt sich hier um den Motor einer TR1 von 1982. Nur drei Jahre haben die Japaner dieses Tourenmotorrad gebaut, dann wurde die Produktion wegen mangelnden Erfolgs eingestellt. Der V-Motor der TR1 hat dann allerdings in verschiedenen Hubraumgrößen bis ins neue Jahrtausend die geliebt-gehassten Virago-Softchopper angetrieben. Gegen den Motor allein aber, findet Andy, sei nichts zu sagen – er findet ihn sehr schick. Außerdem ist er wesentlich günstiger zu haben als die amerikanischen Vorbilder. In den Papieren, die Andy mit dem Motor erworben hatte, stand allerdings gar nicht Yamaha, sondern AME. Nachdem das biedere Tourenbike in der kultigen deutschen Chopperschmiede schon einmal gepimpt worden war, sorgte Andy nun also bereits für die zweite Wiederauferstehung der TR1. Dazu besorgte er sich zunächst einen Rahmen bei VG Motorcycle. Auch der wurde eigens angefertigt, nachdem Andy den Experten aus Holland erklärt hatte, was genau er vorhat. Irgendwann fand er dann auch noch einen passenden Tank. Weil an diesem Chopper ansonsten nicht viel Fläche vorhanden ist, sollte die psychedelische Lackierung im Wesentlichen hier zum Tragen kommen.



Zusammen mit einem Kumpel von der Lackiererei Krufczyk aus Menden hat Andy dafür eine Nacht durchgemacht, danach war der Tank fertig – und das ganz ohne LSD oder andere bewusstseinserweiternde Substanzen, wie Andy versichert. Auch bei den anderen Arbeiten konnte Andy hier und da auf das Know-how seiner Freunde und Bekannten zurückgreifen. Guten Rat gab’s vor allem von den Kumpel der „Custom Cycle Crew“. Das ist der Name eines losen Zusammenschlusses von derzeit sieben Jungs, die sich eine Halle teilen, in der sie zusammen privat, aber auf hohem Niveau schrauben. Dass mit diesem kleinen Tank nach hundert Kilometern getankt werden muss, dürfte dem 56 Jahre alten Andy vielleicht sogar entgegenkommen – denn spätestens nach dieser Distanz freuen sich nicht mehr ganz so junge Knochen über eine Pause. Dennoch: Das Bike wird fast jeden Tag gefahren. Schon in den ersten Wochen nach Fertigstellung hat Andy knapp tausend Kilometer auf der Kiste abgespult – Resümee: „Einwandfrei – macht tierisch Spaß!“ Wie jedes Custombike ist auch dieses aber noch nicht fertig. Zwar hat Andy schon einen innen liegenden Gaszug montiert und auf Handschaltung und Fußkupplung umgerüstet – aber am Lenker ist immer noch dieser Hebel für die Vorderradbremse. Weil ohne natürlich schicker wäre, möchte Andy deswegen noch ein bisschen experimentieren und eine Bremse verbauen, die sich wie das Gas auf der anderen Seite mit einer Drehung aus dem Handgelenk betätigen lässt. Wie die Umstellung auf Handschaltung sei das Bremsen damit reine Gewöhnungssache, meint er. Und: „Wenn’s funktioniert – was will der TÜV sagen?“


Ach deswegen ist die Sissybar so lang!


Das nächste Projekt hat Andy trotzdem schon fest geplant. Und auch hier wird er nicht mit viel mehr als einem Triebwerk starten. Schließlich steht da ja noch eine kleinere 750-ccm-Variante des alltagstauglichen Yamaha-Motors in der Garage und wartet auf ihre Wiedergeburt. Dieses Mal soll es ein Bike für Andys Frau werden, irgendwas im schlanken, schmalen Stil der Dirt-Track-Racer aus den Dreißiger- und Vierzigerjahre schwebt den beiden vor. Wir sind gespannt – und hoffen, dass Andy dann auch dieses Teil auf unsere CUSTOMBIKE-SHOW bringt, die immer am ersten Dezember-Wochenende in Bad Salzuflen zeigt, was in Sachen Customizing alles möglich ist.
 

Technische Daten
Basis: Yamaha TR1/AME Y7, Bj. 1982

Motor
Typ: Yamaha TR1 (poliert und lackiert)
Hubraum: 981 ccm
Auspuff: Eigenbau
Luftfilter: K&N

Fahrwerk
Rahmen: VG Motorcycle
Gabel: Springer
Rocker: Eigenbau
Handschaltung: Eigenbau
Fußkupplung: Eigenbau
Bremsanlage und Fußrasten: Eigenbau
Lenker: Eigenbau
Räder vorn: 21“, H-D Sportster
hinten: 16“, Yamaha XS

Sonstiges
Sitzbank: Eigenbau (in Zusammenarbeit mit Autopolsterei Toy, Menden)
Metalflakelackierung: Lackiererei Krufczyk, Menden
Elektrik: Motogadget, im Öltank-Eigenbau
Sissybar: Eigenbau
Kennzeichenhalterung: Eigenbau
Fender: Eigenbau
Angefertigtes Spezial-Kettenrad
Zündspulen auf Einzelzündspule geändert
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