Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer

22.03.2018  |  Text: Katharina Weber/Michael Ahlsdorf  |   Bilder: Benjamin Grna
Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer
Harley Sportster XLCH 1000: Hog Killer
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Eine neue Generation von Bikern baut wieder alte Motorräder. Das finden wir gut!
Ja, das ist eines dieser Bikes von den Schraubern der neuen Szene jenseits unserer grauhaarigen Rocker. Wir hatten diese Szene in der Januar-Ausgabe ausführlich vorgestellt. Einer unserer alten Biker nennt sie in den Leserbriefen dieses Heftes „Junge Wilde“. Andere nennen sie „Hipster“. Sie selbst nennen sich manchmal „Oldschooler“, was in unserer Szene missverständlich sein kann, denn manche unserer Alten nennen sich ebenso, meinen aber was anderes.
Wir nennen die Szene deshalb erstmal nur die „Neue Generation“. Sie und ihre Bikes sehen aus, als kämen sie direkt aus der Zeitmaschine. Und das finden wir gut, denn sie bauen damit auch wieder die richtig geilen Motorräder.

Selbstbewusster Hog Killer

Das hier vorgestellte Bike heißt übrigens „Hog Killer II“. Wer die Seniorenrunden unserer Hoggies und ihre Twin Cams vom Vertragshändler kennt, der muss kein Schelm sein, um Böses dabei zu denken. Der Hog Killer zeugt deshalb vom gesunden Selbstbewusstsein der neuen Generation.
Diese neue Generation gibt es übrigens schon länger. Unsere Rockerszene hat sie verschlafen. Vor über drei Jahren stellten unsere Kollegen vom Magazin CUSTOMBIKE Toms Ironhead-Chopper das erste Mal vor. Damals war die Sportster noch kompakter und trug eine graue Lackierung. Tom zeigte aber schon deutlich, was sein Ding ist: Oldschool, lange Gabel, schmale Reifen – seinerzeit noch moderat umgesetzt.
Tom fuhr die Harley nach dem Umbau nicht lang und verkaufte sie schließlich an einen deutschen Tattookünstler, der sie zu Dekozwecken in sein Studio stellen wollte. Danach widmete sich der gelernte Maschinenbauer aus Salzburg etwas neueren Motor­rädern, baute einige Evos auf und um. Bis er wieder Lust auf was Altes verspürte und ein nächstes Basisbike suchte.
Der Österreicher schaute sich einige Panheads und Shovels an, allesamt verbastelt und motortechnisch nicht zu gebrauchen. Eigentlich kannte Tom nur ein Bike, von dem er genau wusste, dass der Motor in Topzustand ist, denn schließlich hatte er den selbst aufgebaut. Zeit, zu schauen, was aus der alten Ironhead geworden war.

Mühsame Suche

Die Recherche nach dem Tattoostudio in Deutschland gestaltete sich mühsam, Tom hatte den alten Kaufvertrag nicht mehr, konnte sich nur noch dunkel an den Namen erinnern. Er suchte im Netz, fand nichts.

„Konkurs, ausgewandert, abgebrannt, keine Ahnung, wo der Typ war“, Tom gab auf und hakte das Projekt Ironhead ab. Zu früh, wie sich knapp zwei Monate später rausstellte. Bei eBay stand Toms alte Sportster zum Verkauf, das Tattoostudio sollte umgebaut werden, das Bike wurde nicht mehr gebraucht.
Tom machte sich auf dem Weg nach Stuttgart, dort nämlich stand die Ironhead, und konnte sein Glück kaum fassen: „Die XLCH wurde keinen Meter bewegt, den Benzinhahn hatte ich vor zwei Jahren Jahren abgedreht und nach zwei Jahren auch wieder aufgedreht … einfach geil!“ Nur ein anderer Lenker war montiert, ansonsten ging die Harley genauso zurück auf die Hebebühne nach Österreich, wie sie das Land verlassen hatte.

Das Benzin war noch gut

Das Einzige, das Tom nun von seinem alten Bike übernommen hat, ist der Motor. „Und das Benzin, das war auch noch gut“, schmunzelt er. Er schaute einmal alles durch, wechselte die Öle und entfernte sämtliche Spinnweben … nach zwei Kicks lief die Ironhead wie ein Uhrwerk. Den alten Lenker hatte der Vorbesitzer tatsächlich aufgehoben. Der kam auch noch aufs nunmehr neue Bike. Alles andere nicht.
Im Netz griff Tom noch einen Paughco-Starrrahmen ab, der akribische Aufbau zu einem Seventies-Chopper nach seinen Vorstellungen konnte beginnen. Die Vorstellungen waren naturgemäß überschaubar, an Choppern ist ja nicht viel dran. Schmale Speichenräder, vorn mit gern genommenen 21 Zoll, hinten mit 18 Zoll, besohlt mit den Avon Speedmasters. Dazu eine originale Harley-Gabel und der Tank von W&W aus Würzburg. Sissybar und Fußrasten baute Tom selbst, Lampen kamen von Bates und Hella, der Doppelscheinwerfer vorn war Pflicht.
Einmal noch gingen Teile des Bikes nach Deutschland, Chiko aus Pforzheim übernahm die Lackarbeiten. Nur sechs Wochen dauerte der Umbau. Weniger kann eben auch mal mehr sein. «
 
Hog Killer
Basis Harley-Davidson XLCH 1000
Baujahr   1970
Erbauer Tom Münnich






Motor
Hubraum 998 ccm
Bohrung x Hub 81 x 96,8 mm
Leistung  60 PS bei 6000 /min
Höchstgeschwindigkeit  160 km/h
Vergaser Mikuni
Luftfilter W&W
Auspuff   Eigenbau
Getriebe  Viergang
Sekundärtrieb Kette

Fahrwerk
Rahmen Paughco-Doppelschleifen-Starrrahmen
Gabel H-D, 8-Inch-Over
Räder vorn: 3,0 x 21
hinten: 4,0 x 18
Reifen Avon Speedmaster
Bremsen Trommel

Sonstiges
Tank W&W, modifiziert
Öltank Horseshoe, geschmälert
Lenker Eigenbau
Sissybar Eigenbau
Scheinwerfer Hella
Rücklicht Bates
Fender Bates
Fußrasten Eigenbau
Kennzeichenhalter Eigenbau
Paintjob Chikos Pinstriping

Metrie
Leergewicht 220kg
Radstand 1560mm


 
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Stand:17 December 2018 04:48:07/bikes/portraits/hog+killer_18312.html