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Wir erklären euch die wichtigsten Klassen im Dragracing
Mitte August starten am Hockenheimring wieder die NitrOlympX. Dort werden die Beschleunigungsrennen der internationalen Motorsportverbände ausgetragen. Wir kennen diese Rennen auch als „Dragraces“. In ihnen geht es darum, aus dem Stand heraus möglichst schnell eine Viertelmeile zu absolvieren, also 400 Meter. Das erfolgt mit einer Menge Qualm und Radau, auch viele große MCs haben in ihren früheren Jahren an diesen Rennen teilgenommen. Manche fahren heute noch mit.

Neben den vier großen Autoklassen gehen vier große Bikeklassen unter der Schirmherrschaft der FIM/E an den Start. FIM/E – das steht für „Fédération Internationale de Motocyclisme/Europe“, also den europäischen Ableger des internationalen Motorradsportverbands. Er legt das Reglement und die Aufteilung der verschiedenen Klassen fest. Runde um Runde wird um das beste Qualifying gekämpft; es gilt, den Gegner in harten Final-Duellen zu bezwingen und wichtige Punkte für die Drag-Racing-Europameisterschaft mitzunehmen. Die „Rico-Anthes-Quartermile“ auf dem Hockenheimring gilt dabei als echt heißes Pflaster für neue Rekorde. Derzeit hält die Strecke allein bei den Bikes drei Europarekorde. Damit ihr bei so vielen Klassen den Durchblick behaltet, geben wir euch einen kleinen Guide in die Hand. Er wird euch das Wichtigste zum Dragracing der Motorräder erklären.
 



Super Twin Top Fuel
Cruisen geht anders. Wenn diese V2-Bikes ihre Motoren anlassen, entfachen sie nicht nur einen markant grollenden Sound, sondern auch mehr als 900 PS Leistung. Auch für die zweizylindrigen Nitromotoren ist ein maximaler Hubraum von 1700 ccm erlaubt, bei 90% Nitro sind es 2000 ccm. Ebenso kommen Kompressor oder Turbolader zum Einsatz. Das sind die besten Voraussetzungen, um Rekorde zu knacken. Mit 6,409 sec hält Svein Olav Rolfstad die europäische Bestmarke. Mit 363,88 km/h in der Ziellinie gilt Per Bengtsson als der schnellste Europäer seiner Klasse.
 



Top Fuel Bike
Top Fuel Bikes bilden die Königsklasse der Drag Bikes. Die Vier-Zylinder-Kompressor-Motoren haben einen maximalen Hubraum von 1700 ccm. Die Leistung liegt dank Kompressor oder Turbolader bei ungefähr 1500 PS. Am Start liegt der Pilot förmlich auf seiner Maschine. Der mit dem flüssigem Sprengstoff „Nitromethanol“ betriebene Motor gibt die volle Leistung an den 40 cm breiten Hinterreifen ab. Bei einem optimalen Turn ist das Vorderrad vom Start bis ins Ziel in der Luft, wobei der Antrieb 12 Liter Nitromethanol schluckt. Um im Finish das Bike beim Bremsen zu stabilisieren, nutzen die schnellsten Bikes Schirmsysteme. Die schnellste je in Europa gefahrene Zeit liegt bei 5,709 sec (gehalten von Peter Svensson). Mit einem Highspeed von 393,80km/h an der Ziellinie knackte Rikard Gustafsson 2017 in Hockenheim den europäischen Rekord.
 



Pro Stock Bikes
Pro Stock Bikes sind die „leichte Kavallerie“ der FIM. Die Bikes haben fast immer einen Gitterrohrrahmen und eine einteilige Karosserie. Darunter verbirgt sich Tuning vom Allerfeinsten. Ohne Leistungssteigerung durch Nitro, Turbo, Kompressor oder Lachgas feilen die Tuner der Top-Teams bis zu unglaublichen 600 PS aus den Motoren. Die Aggregate sind meist Vier-Zylinder mit einem Hubraum zwischen 1500 und 1755ccm. Es werden aber auch V-Twin-Versionen gefahren, die einen Hubraum von maximal 2608 ccm haben dürfen. Mit beiden Konfigurationen werden Zeiten von knapp unter 7 Sekunden (europäischer Rekord 6,978 sec Fredrik Fredlund) und Geschwindigkeiten über 300 km/h erzielt. Der schnellste Pro Stocker Europas, Fredlund, erzielte 2017 auf den NitrOlympX in Hockenheim mit 308,25 km/h an der Ziellinie einen neuen Rekord.
 



Super Street Bike
„No Slicks, No Wheeliebars – we do it the hard way“ ist das Motto der Super Street Bikes. Zur Leistungssteigerung dürfen Turbolader, Kompressoren oder Lachgas (N2O) zum Einsatz kommen. Als Kraftstoff darf nur Benzin verwendet werden. Erlaubt sind nur handelsübliche Reifen, Wheeliebars sind verboten. Die handelsüblichen Einschränkungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier mit harten Bandagen um jede Tausendstel gekämpft wird. Mit 6,946 sec hält Steve Venables den SSB-Europarekord. Die höchste Geschwindigkeit erfuhr Garry Bowe mit 340,69 km/h auf der Rico-Anthes-Quartermile.
 



Funny Bikes
Abseits der offiziellen FIM/E-Drag-Racing-Europameisterschafts-Serie gibt es weitere Hingucker. In den Sportsman-Klassen starten zum Beispiel die Funny Bikes: Als Gegenentwurf zu den Super Street Bikes gehen die Funny Bikes mit Slicks und Wheeliebars auf die Strecke. Getankt werden darf Benzin oder Methanol, die Leistung wird durch Kompressoren, Turbolader oder Lachgas gesteigert. In früheren Zeiten gab es sogar einmal ein Bike, das mit einem Vier-Zylinder-Käfer-Motor angetrieben wurde. Der Schwede Rikard Gustafsson ist der europäische Rekordhalter mit einer Zeit von 6,466 sec und einer Geschwindigkeit von 346,15km/h.
 



Super Twin Gas/Top Gas
„Harley rules“ könnte das Motto der Super-Twin-Gas-Serie lauten. In der auch „Top Gas“ genannten Klasse dominieren modifizierte Harley-Motoren. Aber auch Ducati und sogar Zweizylinder-Eigenbau-Motoren waren schon am Start. Der Hubraum ist frei und bewegt sich in der Regel zwischen 2000 und 2850 ccm. Mechanische Aufladung, wie Kompressor und Turbolader, ist erlaubt. Mit Rennbenzin im Tank leisten die Motoren etwa 400 PS. Jörg Lymant (D) gewann 2017 mit einer Zeit von 7,580 sec und einer Geschwindigkeit von 282,15 km/h nicht nur bei den NitrOlympX. Er wurde auch am Saisonende Meister der Top Gas Series.

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 07/2018
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