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Es ist schwer, Kunststoff nach Metall aussehen zu lassen. Ein Österreicher beherrscht die Technik
Wir zeigen euch, wie die gravierten Formen der Sportster auf den vorigen Seiten entstanden sind. Dafür hat Laschi von Airvolution ein neues Werkstück aus seinem Regal geholt. Es handelt sich um ein Tankshape aus GFK von Kruse Design. Mit solchen GFK-Teilen türkt man Stretch-Tanks, denn Serien-Tanks können damit ohne Schweißarbeiten äußerlich verlängert werden. Das Volumen der Tanks ändert sich natürlich nicht, den die Shapes werden nur außen aufgeklebt. Kunde ist in diesem Fall H-D Clocktower Graz. Deswegen soll ein schöner Harley-Schriftzug in das Teil graviert und alles mit patiniertem Kupfer beschichtet werden. Die Wandstärke des GFK-Teils ist relativ dünn. Um mehr Fleisch zu schaffen, in das die Gravuren geschliffen werden können, werden zuallererst von innen weitere Lagen GFK aufgebracht. So lassen sich Gravuren in einer Tiefe von einem bis anderthalb Millimetern setzen, ohne dass die Stabilität darunter leidet.

Die Wandstärke des GFK-Teils ist relativ dünn. Deshalb werden weitere Lagen GFK aufgebracht
Für die Gravur werden weitere Schichten GfK aufgetragen

Nach der Aufdickung wird der Schriftzug vorskizziert und dann mit einem Zahnarzt­bohrer eingraviert. Dann wird das Teil gründlich gereinigt und von allem Staub befreit, ehe es mit einer speziellen Primerschicht für die spätere Metallbeschichtung versehen wird. Die Primerschicht ist mattschwarz und würde so schon eine gute Figur machen, doch wir wollen mehr. Die schwarze Primerschicht wird nach ausreichender Durchtrocknung also fein geschliffen und noch mal penibelst entstaubt, gereinigt und entfettet. Dann geht es an die Echtmetallbeschichtung. An der Sportster hatten wir Bronze, diesmal soll es Kupfer werden. Es ginge auch Aluminium, Eisen, Edelstahl, Messing, Nickel und sogar Gunmetal. Das Material sieht in Pulverform noch relativ unspektakulär aus. Alle chemischen Komponenten werden genau eingewogen, bevor das kalte Flüssig­metall in kürzester Zeit auf das Werkstück aufgebracht wird. Kupferfarben ist es noch immer nicht.

Erst nach dem Nassschliff kommt die Metallschicht zum Vorschein
Nach dem ersten Schliff ist die Metallschicht zu erkennen

Erst nach 24 Stunden Trocknung und einem ersten Nassschliff ist langsam eine Metallschicht zu erahnen. Mit einer 2000er-Körnung wird die Kupferbeschichtung feingeschliffen und danach in mehreren Gängen hochpoliert. Jetzt wäre es fertig, mit einer Versiegelung könnte das Teil so bleiben. Aber der Tank soll älter aussehen, deswegen sind weitere Arbeitsschritte erforderlich.
Tatsächlich handelt es sich bei der Oberfläche um echtes Kupfer. Der natürliche Oxidationsprozess lässt sich deshalb mit Säure beschleunigen. So entsteht ein richtiger Grünspan auf der Kupferschicht. Auch das muss noch in mehreren Gängen hochpoliert und patiniert werden. Dann ist das gewünschte Ergebnis erreicht. Das Teil kann an den Customizer ausgeliefert werden. Aber Achtung: Die Oberflächen sind zwar mit echtem Metall beschichtet, abhängig von der Metallart ist es sogar leitfähig, aber es handelt sich um eine sogenannte Kaltbeschichtung. Die verhält sich ähnlich wie Autolack. Die Beschichtung ist also nur bis 80 oder 100 Grad Celsius beständig und kann nicht an Motorteilen oder Schalldämpfern aufgebracht werden.


Bei der Oberfläche handelt es sich um echtes Kupfer

Airvolution Lackdesign
Bernhard Laschober
Am Kalvarienberg 4
7423 Pinkafeld
Österreich
Tel. 0043664 1619192
www.airvolution.at

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 03/2018
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