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Wenn das Moped im Frühjahr nicht anspringen will, liegt es oft an verschmutzten Vergasern, verklebten Gummiteilen oder Wasser und Rost im Tank – doch ihr könnt vorbeugen. Wir haben uns mit dem Pressesprecher der Aral über klassische Fragen am Motorradstammtisch unterhalten.

Tank im WinterschlafBN: Die langen Standzeiten des Überwinterns sind gefürchtet. Den Zusätzen im Benzin sagt man da die übelsten Dinge nach. Ethanol soll zum Beispiel Wasser anziehen. Was ist dran?

Detlef Brandenburg: Additive, die Kraftstoffen zur Verbesserung bestimmter Eigenschaften zugesetzt werden, verflüchtigen sich nicht während längerer Standzeiten. Sie haben in Metalltanks eher einen positiven Einfluss auf das Problem der Korrosion. Bei Verwendung von Kraftstoffen mit Ethanol kann die Feuchtigkeit durch den Kraftstoff aufgenommen und so „unschädlich“ gemacht werden, da Ethanol wegen seines chemischen Aufbaus in jedem Verhältnis mit Wasser mischbar ist. Zum Rosten kommt es also nicht durch die Beimischung von Ethanol, sondern durch Wasser, das durch die sogenannte Tankatmung in den Tank gelangen kann. Tagsüber, bei moderaten Temperaturen, dehnt sich der Kraftstoff aus und leichtsiedende Bestandteile können über die Tankentlüftung entweichen. Abends und nachts kühlt der Kraftstoff ab, sein Volumen verringert sich und feuchte Luft wird von außen eingesaugt. Dieser Austausch findet immer wieder statt und führt zur Anreicherung von Wasser im Tank – denn das Wasser setzt sich wegen seiner höheren Dichte am Tankboden ab. So kommt es bei Metalltanks zu Korrosion. Dieser Vorgang wird verstärkt, wenn der Tank des Motorrads bei längeren Standzeiten nur mit wenig Kraftstoff befüllt wird und deswegen mehr feuchte Luft eindringen kann. Zudem altert Kraftstoff schneller, wenn mehr Luft im Tank vorhanden ist. Dadurch verändern sich seine Eigenschaften, was zu Problemen beim Starten das Motors nach längeren Standzeiten führen kann. Darüber hinaus kann es durch die Verschlechterung der Oktanzahlen zu klopfender Verbrennung mit der Gefahr ernster Motorschäden kommen.

Null Promille

BN: Wie viel Alkohol steckt im Premium-Benzin von Aral?

Detlef Brandenburg ist Pressesprecher der Aral AGDetlef Brandenburg: Wir bieten unseren Kunden mit unserem Hochleistungskraftstoff Aral Ultimate 102 einen unverbleiten, schwefelfreien Ottokraftstoff ohne Bioethanol, also ohne Alkohol. Die Kombination aus einem einzigartigen Grundkraftstoff und einem speziell angepassten Additivpaket schützt den Motor vor unerwünschten Ablagerungen und Korrosion.

BN: Macht es Sinn, vor der Stilllegung Premium-Benzin zu tanken?

Detlef Brandenburg: Alle unsere Ottokraftstoffe sind potenziell für den Winterschlaf von Motorrädern geeignet – natürlich sind die Anforderungen des Fahrzeugherstellers bei der Kraftstoffwahl zu berücksichtigen. Die Verwendung unseres Ultimate 102 empfiehlt sich nicht nur für die letzte Tankfüllung, sondern für den ständigen Betrieb des Fahrzeuges. Da der Kraftstoff kein Ethanol enthält, ist die Wasseraufnahmefähigkeit begrenzt. Er ist aber mit einer leistungsstarken Wirkstoffkombination ausgestattet. Die enthaltenen Zusatzstoffe überziehen Metallflächen mit einem äußerst dünnen Schutzfilm, der die Oberfläche vor Korrosion schützt. Außerdem hat er eine deutlich verbesserte Klopffestigkeit, mit einer Research-Oktanzahl von 102 sowie wenige besonders leichtflüchtige Bestandteile. Das sorgt für ein sicheres Starten nach der Winterpause, besonders bei Motorrädern mit Vergasern. Grundvoraussetzung ist aber auch hier, dass das Fahrzeug vor längeren Standzeiten wie dem Überwintern vollgetankt wurde.

BN: Welche Hinweise können Sie uns zu verklebten Gummiteilen und Vergasern geben?

infokastenDetlef Brandenburg: Kunststoffe wie die im Kraftstoffsystem verbauten Dichtungen werden im Laufe der Zeit spröde. Insbesondere für die Kunststoffe älterer Motorräder, die vor 2005 verbaut wurden, kann Ethanol schädlich sein. Alte, spröde oder nicht beständige Teile wie Dichtungen, Leitungen oder Filter sollten rechtzeitig ausgetauscht werden. Es ist nämlich nicht immer garantiert, dass ethanolfreier Premiumkraftstoff vorhanden ist – zum Beispiel bei Reisen ins Ausland. Auch deswegen sollte der Tank vor der Winterpause möglichst vollgetankt werden, denn Kunststoffteile, die „trocken“ überwintern, altern schneller. Das geht auf Kosten der Sicherheit, zum Beispiel durch Brandgefahr aufgrund undichter Stellen.

Alterung durch Reaktionsprodukte

Für den letzten Besuch der Tanke gilt: Vollmachen bitte.BN: Wie lange darf ein Motorrad mit welchem Sprit im Tank stillgelegt werden, ohne dass es zu Schäden kommt?

Detlef Brandenburg: Die Eigenschaften von Ottokraftstoffen sind in den Mindestanforderungen der deutschen Fassung der europäischen Kraftstoffnorm DIN EN 228 festgelegt. Diese Norm berücksichtigt auch die Oxydationsbeständigkeit und damit die Lagerbeständigkeit von Kraftstoffen. Einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Alterung von Kraftstoffen haben die Lagerbedingungen und auch die im Kraftstoffsystem verwendeten Materialien. Die erwähnten Faktoren Temperaturwechsel und hoher Luft- und Wasseranteil, aber auch der Kontakt zu Materialien wie Kupfer oder Messing beschleunigen die Kraftstoffalterung ganz erheblich. Bei diesem Alterungsprozess bilden sich zum Teil kraftstoffunlösliche Reaktionsprodukte mit klebriger Konsistenz. Diese Rückstände können dann Düsen und Membranen in den Vergasern verkleben. Unter guten Lagerbedingungen sind Ottokraftstoffe mindestens ein Jahr ohne Qualitätseinbußen einsetzbar. Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass Kraftstoffe jahreszeitlich angepasst werden, um sowohl im Winter als auch im Sommer ein optimales Fahrverhalten sicherzustellen.
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