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Die Harley-Factory Frankfurt hat einen Bagger mit Teilen von Custom Chrome Europe gebaut. Wir sind den Adler geflogen
Es klingt ein bisschen wie eine elektrische Zahnbürste. Doch irgendwie ist auch das seit einigen Jahren typischer Harley-Sound – zumindest wenn man es mit einem Bagger wie diesem zu tun hat. Natürlich ist nicht die Rede vom Milwaukee-Eight-Motor, der auch diese Road Glide Special von 2017 antreibt. Es geht um das Luftfahrwerk, das die Harley-Factory Frankfurt eingebaut hat. Momentan befindet sich das Bike noch im „Eisdielenmodus“, wie Axel es mit einem Augenzwinkern bezeichnet: Das Heck ist abgesenkt, sodass die Koffer keinen Blick auf die Hinterradfelge freigeben. Showeffekt. Doch der Custom-Chrome-Kollege ist gerade dabei, den Adler flügge zu machen. Schließlich sind wir nicht nach Grolsheim in der Nähe von Mainz gefahren, um die aktuellen „Bolt on and Ride“-Bikes nur anzuschauen – wir wollen sie auch fahren.

Während Axel also den Knopf am Lenker gedrückt hält und sich das Heck stoßweise Zentimeter um Zentimeter nach oben pumpt, nehmen wir den Bagger mit dem klangvollen Namen „CCEagle“ schon mal in Augenschein. Schließlich ist er auch jenseits aller Eisdielen dieser Welt ein echter Hingucker. Vor allem der Kontrast zwischen der matten Lackierung und der Extraportion Chrom am Frontend ist stimmig und überzeugt auf den ersten Blick. Der zweite, dritte und vierte Blick offenbaren dann die zahlreichen Details, die weitere Akzente setzen. Viele Teile stammen von zwei amerikanischen Custom-Chrome-
Partnerfirmen, die sich besonders hervorgetan haben, nachdem die Company Ende 2016 den neuen Milwaukee-Eight-Motor vorgestellt hatte und es galt, neue Teile zu entwickeln und Bewährtes für die neuen Modelle anzupassen: Arlen Ness und Kuryakyn.

Da wären zum Beispiel die beliebten, gitterartigen Kuryakyn-Mesh-Cover, die sich an den Bremszangen, den Hydraulik-Zylindern am Lenker, am Motor und auf dem Tank befinden. Das Design von Bagger-Pionier Arlen Ness hat dagegen vor allem das Heck geprägt: Aus seinem Haus stammen das Fender-Kit und die Koffer, die der Gattung „Bagger“ einst ihren Namen gaben.

Diese und alle anderen Teile sind über jeden Custom-Chrome-Händler zu beziehen. Denn genau das ist ja die Idee von „Bolt on and Ride“, was zu Deutsch so viel heißt wie „dranschrauben und losfahren“: Ohne Veränderungen am Rahmen und ohne aufwendige Einzelanfertigungen lässt sich mit Teilen aus dem CCE-Katalog auch in der heimischen Garage ein individuelles Bike auf die Räder stellen – und das vergleichsweise günstig. Um das anschaulich zu zeigen, werden seit einer Dekade jährlich Motorräder unter dem Motto „Bolt on and Ride“ umgebaut. Während die Jungs von Custom Chrome an den ersten von mittlerweile über vierzig Bikes noch selbst Hand anlegten, kooperiert man seit 2010 mit wechselnden Customizern. Die Harley-Factory war von Anfang an mit dabei und führt die Liste mit insgesamt neun „Boar“-Bikes an. Bolt on and ride steht heute längst nicht mehr für das anrüchige Dranschrauben von „Live to Ride“-Chromblenden. Nicht zuletzt, weil selbst erfahrene Schrauber wie Wolfgang Hübner von der Harley-Factory dabei noch ausreichend zu tun haben: drei Monate investierte er in die CCEagle.

Mittlerweile ist Axel fertig, das Heck ist hochgepumpt und der Adler startklar. Ab geht’s! Wir erwecken das 107 Kubikinch große Triebwerk zum Leben und rollen los. Die Sitzposition unterscheidet sich nicht wesentlich vom Serienzustand und so fühlen wir uns schon nach wenigen Metern sicher auf dem imposanten Bagger. Hoch und runter, linksrum und rechtsrum geht es durch die idyllischen rheinhessischen Weindörfer. Die CCEagle wird ihrem Namen gerecht und gleitet beschwingt wie das amerikanische Wappentier über die Landstraßen.

In engeren Kurven kommt das Bike dann allerdings doch an seine Grenzen: Die Frontpartie schaukelt und schlingert, sodass die Gashand in die Defensive geht. Der Grund ist aber nicht das im Vergleich zum Serienzustand vier Zoll größere Vorderrad, denn dessen Auswirkungen auf die Fahrwerksgeometrie werden durch eine um sieben Grad gereckte Gabelbrücke ausgeglichen. Vielmehr müsse das Lenkkopflager wohl noch etwas angezogen und ein bisschen Luft aus den Reifen gelassen werden und schon laufe die Kiste ruhiger, kommentiert Axel bei einem kurzen Boxenstopp.

Davon unberührt bleibt natürlich die Sache mit der Schräglage. Nach einigen Kilometern werden wir mutiger und drücken das Schlachtschiff enthusiastischer um die Ecke. Quittiert wird’s mit einer zeitgleichen Rückmeldung von den Trittbrettern unter und den Koffern hinter uns: Beide schreiben ungefähr zeitgleich ihr Kürzel auf den Asphalt und machen dabei ein kreischend-kratzendes Geräusch. Doch sind wir mal ehrlich: Auch das gehört seit eh und je zum typischen Harley-Sound – und selbst der stolzeste Adler muss ab und zu Federn lassen.    «

 

Einen Clip von der Fahrt seht ihr auf www.tinyurl.com/CCEagleBagger
 

TECHNISCHE DATEN
CCEagle


Basis: H-D FLTRXS Road Glide Special, Bj. 2017

Motor
Typ: H-D Milwaukee-Eight
Hubraum: 107 cubic inch (1753 ccm)
Luftfilter: Thunderbike „Grand Classic“-Powerfilter-Kit, poliert
Krümmer: Falcon-Serie, H-D
Endtöpfe: Falcon „Double Groove“, 2-in-2 Slip-On-Endtöpfe
Diverses: div. Kuryakyn-Cover

Fahrwerk
Rahmen: original
Stoßdämpfer: Legend Air Shocks
Gabel: Modifizierte H-D-Gabel, 7° gereckte Gabelbrücken, Arlen Ness
Rad: vorn 23" x 3.5", RevTech „Meridian“, hinten 16" x 5.0", RevTech „Meridian“
Diverses: div. Cover u. Hülsen Arlen Ness und Kuryakyn, „Progressive Suspension“-Federungseinsatz

Sonstiges
Blinker: hinten (plus Rücklicht) Heinz Bikes License Plate All-Inn 2.0 Blinker, vorn Kuryakyn, ECE „Bullet Style“
Lenker: Fred Kodlin „Flow Bar“
Armaturen: Arlen Ness „10-Gauge“-Griffe, Kuryakyn „Mesh“ Masterzylinder-Cover, : : „Trigger“-Handhebel-Set verchromt
Fußrasten: Arlen Ness „10-Gauge“, Ness „10-Gauge“-Masterzylinder-Cover, 
Brems-, Schalthebel sowie Schaltstange
Tank: Kuryakyn „Mesh“-Tankabdeckung und -Tankdeckel
Sitzbank: Mustang „Touring“, einteiliger Sitz, Fred Kodlin Signature Series
Fender: Arlen Ness
Weiteres: Arlen Ness „Angled Bag“-Koffer, „10-Gauge“-Verschlüsse und -Hebel, „Dirty Birds Concepts“-Seitendeckel
Lackierung: RB Graffix, René Bauman, www.rb-grafix.de (Idee Wolfgang Hübner, Harley-Factory Frankfurt)

Kontakt
Harley-Factory Frankfurt
Wächtersbacher Str. 83
60386 Frankfurt
Tel. 069 408999-0
www.factorygroup.de

Custom Chrome Europe GmbH
Carl-von-Ossietzky-Straße 8
55459 Grolsheim
Tel. 06721 4007-0
www.custom-chrome-europe.com
 
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