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Dieses Bike ist nicht so knochenhart wie sein Name. Die Herausforderungen liegen woanders
Wer einmal drauf sitzt, möchte gar nicht losfahren. Zu viel Spaß macht es, an der Fahrwerksabstimmung des Airrides herumzuspielen. Es wirkt nämlich auf beide Räder, vorn und hinten, unabhängig voneinander: vorn rauf, hinten runter, hinten rauf … Der Unterschied zu den Fahrmodus- und Assistenzsystemen moderner Serienmotorräder: Ein Fahrtest ist gar nicht nötig, die Veränderungen spürt ihr sofort, ihr könnt sie sogar sehen, wenn ihr euch neben das Bike stellt. Also gleich noch mal: Vorn rauf, hinten runter, hinten rauf … Lassen wir das. Lauschen wir lieber geduldig der Einweisung von Matthias Granacher von Black Ace Customs vor den Toren Freiburgs. Er hat dieses Motorrad gebaut – und er hat noch ein paar weitere Gimmicks reingesteckt.
Zum Beispiel diesen gewaltigen Hinterreifen mit 280 Millimetern Breite. Damit die Mitte des breiten Reifens in der Spur bleibt, musste der Hinterradantrieb weiter nach außen versetzt werden. Das erfolgte mit mächtigen Versatzstücken zwischen Motorblock und Primärkasten, zwei Zoll dick, also fünf Zentimeter.


Die lange Schwinge erfordert einen besonders langen Belt

Die lange Schwinge erfordert wiederum einen besonders langen Belt. Granacher konnte ihn auftreiben. Er ist so lang, dass er eine Spannrolle in der Schwingen­sichel unterbringen musste. Länge läuft – und damit ist dieses Bike nicht nur vorn, sondern auch hinten lang. Es sei denn, ihr hebt das Airride hinten auf maximale Höhe an. Automatisch zieht die Schwinge sich ein und verkürzt damit den Radstand. Aber das sieht bescheuert aus, also lassen wir auch das. Schmeißen wir die Maschine endlich an. Sie hat einen Vergaser, also Benzinhahn auf und Choke ziehen. Ein Druck aufs Knöpfchen und es geht los. Der Twin-Cam-Motor läuft ohne Ausgleichswellen und ist leistungsmäßig aufgeblasen. Trotzdem gibt er sich kultiviert – jedenfalls im Vergleich zu den Rev-Tech-Rabauken, die Black Ace Customs sonst so gerne verbaut. Respekt flößt dagegen dieser aasig lange Vorbau ein. Die „Skulltrain“ ist nicht mal ein Langgabler, vorn drin steckt eine hochmoderne Springergabel von Thunderbike. Aber der Lenkkopf liegt weiter vorn als normal. Es handelt sich um einen Gooseneck-Rahmen, der Name sagt es: Vorn lang wie ein Gänsehals. Damit müssen wir erst mal klarkommen. Der Drehpunkt liegt an ungewohnter Stelle und die Griffe des Black-Ace-Customs-Lenkers sind entsprechend weit nach hinten gezogen. Es kann ein Weilchen dauern, bis das Lenkkommando sich bis zum Vorderrad durchgesprochen hat.

Damit die Mitte des breiten Reifens in der Spur bleibt, musste der Primärkasten um zwei Zoll nach außen gerückt werden
Damit die Mitte des breiten Reifens in der Spur bleibt, musste der Primärkasten um zwei Zoll nach außen gerückt werden

So bedienen wir die Skulltrain mit der ihr gebührenden Vorsicht, steuern sie weniger mit dem Lenker als mit den Stiefeln, durch leichtes Stemmen gegen die Fußrasten. Die mächtigen Flanken des Breitreifens wollen ebenfalls berücksichtigt werden. Über diese Flanken muss das ganze Bike gehebelt werden, um sich ein wenig zur Seite zu neigen. Und dann ist da noch dieser weit nach links versetzte Primärkasten. Sein Gewicht gibt der Skulltrain eine gewisse Schlagseite, weshalb sie in Linkskurven hineinfällt, aber in Rechtskurven noch weiter gehebelt werden will. Aber wer hat gesagt, dass Chopperfahren ein Kinderspiel ist? Umgekehrt ist es die Herausforderung, die den Ritt so faszinierend macht, gepaart mit dem gewaltigen Druck, den dieser aufgeblasene Twin Cam ihr im Vorwärtsdrang gibt. Und das gepaart mit einem Fahrwerk, das Bodenwellen tatsächlich mit einer echten Federung und Stoßdämpfung egalisiert. Selbst in der nun eingestellten niedrigen Position. Ein Knochenschüttler ist die Skulltrain jedenfalls nicht. Spaß macht es trotzdem, mit dem Airride noch zu spielen. Auch nachdem wir den Testritt hinter uns haben und wieder auf dem Hof von Black Ace Customs einrollen. Fürs Abstellen des Bikes hat sich der Customizer auch noch eine sinnige Seitenständerkon­struktion ausgedacht, allein die zusammenzustecken macht schon Laune. Aber dürfen wir auch wieder die Knöpfchen drücken? Vorn rauf, hinten runter, hinten rauf …

Hier ist es deutlich zu sehen: Die Geometrie des Bikes ist variabel. Für den Fahrbetrieb wird das Heck hochgefahren
Hier ist es deutlich zu sehen: Die Geometrie des Bikes ist variabel. Für den Fahrbetrieb wird das Heck hochgefahren
 

TECHNISCHE DATEN
„Skulltrain“

Motor
Typ: Twin Cam A
Hubraum: 1760 ccm
Vergaser: H-D CV
Getriebe: Rev Tech, 6-Gang
Primärantrieb: 2 1/4"
Sekundärantrieb: 20 mm, mit Spannrolle
Krümmer: Black Ace Customs
Schalldämpfer: Black Ace Customs

Fahrwerk
Gabel: Thunderbike
Gabelbrücke: Black Ace Customs, Tacho integriert
Lenker: Black Ace Customs
Schwinge: S&S
Fußrasten: Thunderbike
Räder vorn: 2,15 x 21 TTS Big Spoke
hinten: 10,00 x 18 TTS Big Spoke
Reifen vorn: 90/90 x 21
hinten: 280/35 x 18
Bremsen vorn: PM/Beringer
hinten: Beringer Single Side
Federung vorn: Airride
hinten: Airride

Sonstiges
Armaturen: Thunderbike
Öltank: Black Ace Customs
Tank: Black Ace Customs
Lack: AH Design, Bielefeld

Kontakt
Black Ace Customs
Hugstmattweg 28
79112 Opfingen
Tel. 0160 95285287
www.black-ace-customs.de

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 04/2018
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