60. Elefantentreffen

12.05.2018  |  Text: Solo  |   Bilder: Solo/David Biene
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60. Elefantentreffen
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Statt knirschenden Neuschnees erwartete die Winterbiker brauner Morast – Spaß hatten sie trotzdem
Einige Pessimisten prophezeiten Schlimmes für die Zukunft des Elefantentreffens, denn letztes Jahr hatte der Veranstalter einen 7-Punkte-Plan für mehr Sicherheit und Ordnung ins Leben gerufen. Damit wollte der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) keine Spaßbremse sein, sondern Unfälle vermeiden und die Anwohner entlasten. Doch laut der Organisatoren wird der 7-Punkte-Plan von den Besuchern akzeptiert und gelebt. Die positiven Auswirkungen waren vor allem auch für die Hilfskräfte im Hexenkessel spürbar, insbesondere für die Sanitäter – und das trotz eines leichten Plus bei den Besucherzahlen: Es gab keine Blessuren durch Unfälle von besoffenen Kamikazefahrern oder unachtsames Hantieren mit Feuerwerkskörpern. Die Anwohner von Loh freute es sowieso. Einige konnten es natürlich trotzdem nicht lassen – aber der BVDM griff durch und verwies die Krawallbrüder des Geländes.

Ja, ja, ich weiß, mein Blinkerglas ist kaputt – aber sonst ist doch alles in Ordnung!
Ja, ja, ich weiß, mein Blinkerglas ist kaputt – aber sonst ist doch alles in Ordnung!

Morgens herrschte trübes Wetter, der Hexenkessel von Loh lag im Nebel. Nur die lauten Motorengeräusche drangen aus der Suppe und ließen ahnen, dass sich etwas tut. Biker aus vielen Ländern waren zu Gast beim größten Wintermotorradtreffen Europas im Bayerischen Wald oberhalb von Passau. Und ein Großteil der Biker hatte eine weite Anreise.

Trübe Aussichten gab es auch für diejenigen, die schnell mal auf den mobilen Donnerbalken wollten: Bei der langen Warteschlange durfte es nicht pressieren. Und die Biker, die schnell mit dem Krad zum Klo gefahren waren, fanden ihr Bike nach dem großen Geschäft abgesperrt vor. Um es frei zu bekommen, blieb ihnen der Weg zum Orga-Team nicht erspart. Bei der Belehrung erfuhren sie, dass sie gegen eine der neuen Regeln verstoßen hatten.

Was ist den Italienern heilig? Pizza? Pasta? Vino? Alles falsch, es ist die Mama! Wenn die Geburtstag hat, der Sohn aber auf dem Elefantentreffen weilt, gratuliert er ihr per Live-Webcam aus dem Hexenkessel. Auch auf die Gefahr hin, dass Mama sieht, in welch bescheuertem Outfit ihr Filius in old Bavaria auftritt. Die Italiener waren nach den Deutschen die größte Fangemeinde auf dem Platz. Aber auch die Besucher aus osteuropäischen Ländern waren in diesem Jahr zahlreicher als früher. Zum Glück sind fast alle schlammerprobt, denn die Erderwärmung war auch im Hexenkessel spürbar: An den Hängen floss eine braune, schmierige Brühe durch Zeltlager und Schlafplätze. Da half nur noch Klappspaten auspacken und einen Graben zum Umleiten anlegen – mit dem Ergebnis, dass die Schmiere beim Nachbarn durchs Lager lief.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Gegen Mittag gewann die Sonne den Kampf gegen die Nebelsuppe. Bei angenehm warmen Temperaturen erhellten sich auch die Gemüter. Mit der Gitarre im Strohlager spielte „Zappa“ seinen selbstkomponierten Elefantentreffen-Blues und erhielt auch von den Besuchern, die aus der Umgebung herbeigepilgert waren, viel Applaus.

Zum 60. Jubiläumstreffen hatte der BVDM nichts Besonderes organisiert. Damit bleibt er seiner Linie treu: „Es war nie unsere Absicht, im Ablauf des Treffens etwas zu verändern. Der Spirit vom Elefantentreffen soll erhalten bleiben“, erklärte der Ehrenvorsitzende des BVDM, Horst Orlowski. Die Besucher gaben ihm Recht, die Rückmeldungen der Biker waren mehrheitlich positiv. Das Elefantentreffen ist ein Selbstläufer, sinnvolle, dezent eingebrachte Änderungen ändern daran nichts. Die Winterbiker nehmen für dieses Wochenende Strapazen auf sich, über die Schönwetterfahrer und Couchpotatoes den Kopf schütteln mögen. Dafür können die Hartgesottenen noch ihren Enkeln von ihren Erlebnissen im Hexenkessel von Loh erzählen – und die Legende des Elefantentreffens so erhalten.

MZ mit Herzproblemen
MZ mit Herzproblemen


Resümee des BVDM zum 60. Elefantentreffen

Zum ältesten Wintertreffen der Motorradfahrer weltweit kamen in diesem Jahr 6670 Besucher aus aller Herren Länder, darunter 4430 Motorradfahrer und 1240 Tagesgäste. Die weiteste Anreise mit dem eigenen Motorrad hatte Olek Maximov aus Wladiwostok (Russland), der 17053 Kilometer bis zum Hexenkessel in Loh zurücklegte. Der älteste Teilnehmer war mit 70 Jahren Karl Markgraf, die älteste Teilnehmerin Irmgard Zellinger (58). Als jüngster Teilnehmer kam der 16-jährige Christian Badzion aus Zelle auf zwei Rädern angereist und als jüngste Teilnehmerin meldete sich Rita Zellinger (29) an. Als größter Club mit 44 Teilnehmern waren „Tol‘ko na Sever“ aus dem gleichnamigen Ort (Russland) zum Elefantentreffen angereist. Zum schönsten Eigenbau kürten die Juroren die Dnejr MT 16 von Florian Wille, der sein Fahrzeug mit einem Citroen-2CV-Motor mit 27 PS, einer Corsa-Lichtmaschine, einem Zusatztank und einer Sitzheizung umgebaut hatte. Beim Holzsägen gewann Franz Bierler mit 16 Sekunden. Die schönste Schneeskulptur errichtet hatte Josef Bauer – passend zum Jubiläum taufte er sie „Friedliches Miteinander zum 60. ET“. Den Tauziehwettbewerb gewann der MC Dagles.
 


Fröhliche Eiszeit – ein Rückblick auf 60 Jahre Elefantentreffen

Es gibt sie, diese Handvoll Verrückter, für die eine Fahrt zum Elefantenreffen im Jahresablauf dazugehört wie für andere Weihnachten. Und es gibt eine verblüffende Gesetzmäßigkeit: Wer einmal da war, der kommt auch wieder. Viele kalte Kilometer auf der Anreise, zelten bei Minusgraden und vor Ort nicht einmal Entertainment – worin liegt der Reiz? Über das Elefantentreffen wurden schon zahllose Berichte geschrieben, aber es so richtig in Worte zu fassen, scheint schwer zu sein. Viele schwören sich auf der Heimfahrt, dass es diesmal das letzte Mal gewesen ist, aber kurz vor Weihnachten ist das Geschwätz von gestern jedes Mal wieder vergessen. Wahrscheinlich ist und bleibt der wahre Reiz der Kampf gegen sich selbst und das Verlangen, anders zu sein als der Rest der Welt – und das sieht so aus: Man sitzt um das von großen Holzprügeln gespeiste Lagerfeuer, das den Schnee weiträumig in Schlamm verwandelt, und auf dem Dreibein über dem Feuer steht eine Konservendose oder ein anderes Gefäß mit einer Mischung alkoholischer Getränke, die unter normalen Umständen niemand trinken würde – willkommen beim Elefantentreffen. Grundsätzliches hat sich auch im sechzigsten Jahr seines Bestehens nicht geändert.

History: wie alles begann
History: wie alles begann

Neugierig war der Motorradjournalist Ernst Leverkus schon von Berufs wegen. Aber was sich aus seiner Anzeige in der Dezemberausgabe der Zeitschrift „Das Motorrad“ entwickeln würde, konnte auch er nicht ahnen. Der überzeugte KS-601-Fahrer suchte darin Gleichgesinnte für ein gemeinsames Treffen am 7. Januar 1956. Immerhin sollen der Überlieferung zufolge circa 20 Gespanne dem Aufruf gefolgt sein. Doch die Teilnehmerzahl stieg jährlich rasant an – was selbst die damals Beteiligten kaum glauben wollten. Nach anfänglich wechselnden Orten fand das Treffen ab 1961 unter Leitung des Bundesverbandes der Motorradfahrer (BVDM) am Nürburgring statt.


History: die Sechzigerjahre

Waren die ersten Treffen noch von den Gespannfahrern dominiert, trauten sich allmählich auch die Solomaschinen „aufs Eis“. O-Ton Harry: „Für unsere Ruhrpott-Bande war es der Pflichttermin schlechthin, ein Friesennerz über den Parka geworfen und los. Zur Not wurde halt in Adenau noch ein zusätzlicher Pullover gekauft. Die Mopeds waren angemeldet, eine Saison gab es damals nicht.“

Im Laufe der Jahre kamen aber nicht mehr nur Biker. Die tief verschneiten Motorräder vor den Zelten mit den skurrilen Gestalten lockten auch viele Schaulustige an. Zahllose Möchtegern-Motor-
radfahrer kamen ebenfalls mit dem Auto, samt Hauszelt. Bis zu 10000 Teilnehmer machten im Laufe der Jahre aus der gemütlichen Veranstaltung eine überregionale Party, bei der auch zunehmend Krawalle keine Seltenheit blieben. Als es im Jahr 1977 sogar ein Todesopfer gab – der Warnschuss eines Polizisten war quergeschlagen –, schien das Treffen gar am Ende.


History: die Siebzigerjahre

Von 1978 bis 1987 war der Salzburgring in Österreich neuer Austragungsort. Abseits aller Ballungszentren schien man nach den unschönen Vorkommnissen der Vergangenheit dort wieder zur alten Atmosphäre zurückzufinden. Zu den ersten Treffen kamen zwar nur wenige, doch auch hier stieg die Teilnehmerzahl wieder, auch der Anteil der Autos und Wohnmobile. Von den Behörden wurde dem Veranstalter ein umfangreiches Rahmenprogramm zur Auflage gemacht, damit die Gäste nicht nur rumsitzen und eventuell auf dumme Gedanken kommen. Der Ansturm der Schaulustigen war auch durch Eintrittsgeld nicht zu stoppen, einzig ein Wetterchaos war noch in der Lage, die Halbharten draußen zu halten. Auf Dauer war auch hier das Risiko samt der Auflagen nicht mehr zu handhaben. So ging man nach der Absage für das Jahr 1988 mit viel Verwirrung und einem Nottreffen auf die Suche nach einem neuen geeigneten Ort. Den fand man abseits jeglicher Zivilisation im bayerischen Wald.

History: die Achtzigerjahre
History: die Achtzigerjahre

Seit 1989 treffen sich die Winterfahrer nun im „Hexenkessel von Solla“, hier haben wirklich nur noch Motorräder freie Fahrt bis zum Vereinsgelände eines Stockcar-Clubs, alle anderen Fahrzeuge sind weiträumig verbannt. Dadurch haben der Spaß und die Freude am individuellen Wintercamping wieder Einzug gehalten, heute pilgern jährlich 4000-7000 Biker nach Thurmansbang-Solla. Und nach wie vor gilt: Je weiter die Nacht fortschreitet, desto weniger Verständigungsschwierigkeiten gibt es zwischen den vielen verschiedenen Nationalitäten.

Wer einmal da war, kommt meist wieder – und dokumentiert es mit Fleißbienchen
Wer einmal da war, kommt meist wieder – und dokumentiert es mit Fleißbienchen

Der Blick in die Zukunft aus Sicht des BVDM-Vorsitzenden Michael Lenzen: „2015 hat der BVDM mit seinem 7-Punkte-Programm beim Elefantentreffen die Weichen für die Zukunft gestellt. ,Zurück zu den Wurzeln‘ lautet das Motto. Um den Charakter des Elefantentreffens zu erhalten und zu stärken, wurde mit den neuen Regeln einigen negativen Entwicklungen der letzten Jahre Einhalt geboten. Das betrifft unter anderem Feuerwerkskörper und den Müll. Das 7-Punkte-Programm hat sich bewährt, das belegen die zahlreichen positiven Reaktionen der Teilnehmer. Die Organisatoren sehen sich bestärkt und so werden diese Regeln auch künftig gelten. Sich untereinander auszutauschen soll absolut im Vordergrund stehen.“

www.bvdm.de
 

Wie das Kind zu seinem Namen kam

KS 601 – warum grüner Elefant? Als die Firma Zündapp im Jahr 1951 mit ihrer KS 601 auf den Markt kam, dauerte es nicht lange und die offizielle Typenbezeichnung wich einem vom Volksmund erfundenen Namen, der sich ganz einfach an der Leistung und der Farbe des Motorrades orientierte und bis heute Kult ist: der „grüne Elefant“. Die Farbgebung war Idee des Zündapp-Direktors Hans-Friedrich Neumeyer, der seine Motorräder endlich von denen des ewigen Konkurrenten BMW abgrenzen wollte. Die bis dahin gängige Motorradfarbe aller deutschen Hersteller war ein klassisches Schwarz, Herr Neumeyer erweiterte die Palette um seine Lieblingsfarbe „Lindgrün“.
So genial einfach können Erklärungen sein.


Namensgeber des Treffens: Die Zündapp KS 601, der „grüne Elefant“

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 03/2016
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Stand:28 May 2018 03:02:11/blog/60+elefantentreffen_18420.html