Jubiläums Aktion: 25Jahre TätowierMagazin
Die BIKERS NEWS jetzt 25% günstiger im Printabo! 53€ statt 72€
BIKERS-NEWS-Gründer Fips blickt in den Rückspiegel und erzählt von den frühen Tagen der MC-Szene – dieses Mal widmet er sich einem deutsch-amerikanischen Club der ersten Stunde, dem Cavemen MC
Cavemen MC! Wer erinnert sich nicht an die legendären Bloodrallys, die schon in den frühen Siebzigerjahren Highlights in der noch kleinen Szene waren? Da waren die Cavemen noch ein richtiger amerikanischer MC, auch wenn deutsche Biker ebenfalls Mitglied werden duften. Die amerikanischen Member waren gestandene Soldaten, viele direkt aus Vietnam – die ließen sich die Wurst nicht vom Brot nehmen!


Europaweit ein Vorbild

Zusammen mit den Mannheimer und Frankfurter Bones, den Knight Riders, den Wheels aus Frankfurt, den Roadrunners aus Wiesbaden und einigen weiteren deutsch-amerikanischen Clubs bildeten sie den Kern der damaligen MC-Szene und wurden zu Vorbildern, an denen sich die ganze Szene europaweit orientierte. Die amerikanischen Einflüsse auf die Szene setzten sich so vor allem über hier stationierte Soldaten durch, nicht durch Clubs jenseits des großen Teichs. Dadurch hat sich in Deutschland eine ganz eigene Biker- und MC-Philosophie entwickelt, die in vielerlei Hinsicht im Widerspruch zur amerikanischen stand und von hohen moralischen Ansprüchen geprägt war.

Erst in den späten Achtzigerjahren wurde versucht, die amerikanischen „unausgesprochenen Gesetze“ auch hier zu etablieren. Das ging aber nicht! Die deutschen MCs hatten ihre eigenen Wurzeln, ihre eigenen Vorstellungen und lebten den Begriff Freiheit so, wie er ursprünglich gemeint war – und die Cavemen waren von Anfang an an vorderster Front dabei.


Brothers auf Augenhöhe

Ein Probe-Mitglied wurde zum Beispiel genauso respektiert wie ein Voll-Mitglied. Wie sollte denn auch aus einem Biker ein echter „Brother auf Augenhöhe“ werden, wenn er von seinen künftigen Clubbrüdern gedemütigt und zum Arschkriecher gemacht wurde? Wer so etwas macht oder sich gefallen lässt, hat das Wort „Freiheit“ auf jeden Fall gründlich missverstanden ...

Es freut mich feststellen zu können, dass die eigentliche und ursprüngliche Old-School-MC-Szene immer noch lebt – und das sehr vielfältig. Da braucht niemand „back to the roots“ zu gehen, dort kennt man unsere gemeinsamen Wurzeln und richtet sich bis heute nach ihnen, ohne Abstriche. Die Szene trifft sich mittlerweile zwar im kleineren, vertrauteren Kreis, weil die Entwicklung keine anderen Möglichkeiten mehr zulässt – aber ihre Philosophie hat sich nicht geändert, sie ist sich selbst treu geblieben.

Die deutsche MC-Philosophie war eine freundschaftliche, kameradschaftliche und friedliche. Zwischen den und innerhalb der MCs war man sich im Großen und Ganzen einig. Man achtete sich gegenseitig und man achtete auch die Frauen. Undenkbar, dass ein aufrichtiger Biker seinen Unterhalt aus den „Einnahmen“ bestritt, die eine Frau ihm bescherte – ob freiwillig oder nicht. Diese ursprüngliche, aufrichtige Biker- und Männerkultur – „Ich sorge selbst für meine Familie!“ (Zitat Gene L. Thoms, Presi Bones Mannheim) – hat sich bei fast allen alten MCs bis heute erhalten.

Diese ganzen alten MCs hatten ursprünglich eine ehrenwerte und damals völlig neue Ideologie entwickelt, zusammen mit amerikanischen Soldaten, die auch Motorradfahrer waren. Cavemen MC, Knight Riders MC und Bones MC sind Paradebeispiele dafür. Sieht man sich die Entwicklung des Cavemen MCs an, bemerkt man, dass dieser MC ein Spiegelbild der gesamten Szene ist. Mit einer Ausnahme: Die Cavemen ließen sich nie vereinnahmen, sie mussten und konnten sich oft behaupten, wenn immer wieder sogenannte „große“ MCs Begehrlichkeiten anmeldeten. Eine Schande für unsere ganze MC-Szene, diesem ehrenwerten Club auch nur im Ansatz das Existenzrecht absprechen zu wollen. Zugegeben: Ich denke dabei auch an gewisse Bones-Aktivitäten in den späten Achtzigerjahren.


Ein Club, ein Buch – ein Stück MC-Geschichte

Blickt man heute zurück auf die Geschichte des Cavemen MCs, kann man ganz leicht alle Eigenschaften erkennen, die damals wie heute einen guten MC ausmachen. Deswegen war es an der Zeit, diesem verdienten Old-School-MC ein eigenes Buch zu widmen: Es ist der neue, fünfte Band der Reihe „Rocker in Deutschland“ – ein Werk mit rund 300 Seiten, wie üblich in bester Qualität und großformatig.  Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen der Anekdoten und Betrachten der Bilder aus der fast 50-jährigen Geschichte des Cavemen MCs – ein bisschen Wehmut wird sich bei dem ein oder anderen sicher auch einstellen.

Buch Rocker in Deutschland: Cavemen MC
Artikel aus der Ausgabe: 10/19
Sternfahrt der Biker Union 15.09.2019
Sternfahrt der Biker Union
Harley-Davidson 2020 13.09.2019
Harley-Davidson 2020
Ausgabe 11/19 erscheint am 18. Okt
35 Jahre Condor MC Bamberg 21.10.2016
35 Jahre Condor MC Bamberg

BIKERS-NEWS-Gründer Fips war auf der Feier mit von der Partie – samt Kamera …

Back to the Roots Teil 18 25.09.2018
Back to the Roots Teil 18

BIKERS-NEWS-Gründer Fips blickt in den Rückspiegel und erzählt von den frühen Tagen der …

BIKERS NEWS 40: Das Programm 01.08.2019
BIKERS NEWS 40: Das Programm

Jetzt kommen die Bierbänke. Auf der Feier zu unserem Vierzigjährigen soll es ge …

BIKERS NEWS 40 zweiter Tag 03.08.2019
BIKERS NEWS 40 zweiter Tag

Die MF Wild Bunch aus Ludwigshafen sind schon mal da. Kommt ihr auch zum 40-Jährige …

Das letzte Wort: Früher war alles besser 30.04.2017
Das letzte Wort: Früher war alles besser

Ist „Back to the Roots“ der einzig richtige Weg? …

Magazine des Huber Verlages