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Mit Elektrizität spült ihr das Leben weich. Das ist nichts für den Evoluzzer
Ich hab lange mit mir gerungen, ob ich zu dem Thema „Elektromotorrad“ aus der letzten Ausgabe überhaupt irgendwatt sagen soll. Auch mit dem Ahlsdorf hab ich lange gerungen, weil der mit dem, watt ich dazu zu sagen hatte, nich viel anfangen konnte. Den müssnse inne Schule schwer traumatisiert haben, der wollte einfach nix mehr lesen, watt ihn irgendwie an den Physikunterricht erinnert. Ahlsdorf hat gewonnen, so muss ich mich ein wenig zurücknehmen. Als apokalyptischer Obermacker, der ich nunma bin, fällt mir das nich immer leicht.

Elektrisch Motorrad fahren? Nee, Ollen. Ett gibt Sachen, die braucht kein Mensch. Die Company mag sich und ihr neuestes Baby gut in Szene setzen. Pionierarbeit machen aber andere, und die können’s auch nich richtig. Nach meinem Dafürhalten isset’n ganz schöner Eiertanz mit diesen Elektroantrieben. Ich lehne das grundsätzlich nich ab. Ich bin aber der Meinung, das iss nur watt für Leute, die am Tag nich mehr als 20 Kilometer fahren müssen oder die in Großstädten und Ballungszentren wohnen. Hier aber in erster Linie wegen der Emissionen und Schadstoffe. Olle, fahr mal an ’nem ganz normalen Mittwoch im Sommer über die A40 von Duisburg nach Dortmund. Der gut sichtbare Dunst überm Pott würde sich in Wohlgefallen auflösen, würden die Fahrzeuge elektrisch betrieben. Alternativ sind die Stromer auch super für Ökos, denen beim TÜV die Plakette vom R4 gekratzt und denen danach der R4 aus der TÜV-Halle gefegt wurde. Die wissen nun nich, wattse für’n Auto kaufen sollen.

Unstreitig iss, das der Punch eines Elektromotors schon überwältigend iss. Ich hab mal irgendwo ’n elektrischen Dragster gesehen, der durchbeschleunigt hat. Der Punch war gewaltig, das Feeling war lau. Olle, ich hab gedacht, ich guck’n Stummfilm. Unstreitig iss auch, dass der Abgas-Ausstoß pro gefahrenen Kilometer auf null sinkt. Nixdestotrotz iss datt ’ne Milchmädchenrechnung. Denn die elektrische Energie muss nun mal produziert werden. Stellt man sich nun vor, alle Welt führe elektrisch, wird zum einen die Elektrizität affenteuer und zum anderen spricht kaum jemand über den Ausstoß an Schadstoffen, der dabei entsteht, die benötigte Energie zu produzieren. Das Problem wird verlagert, der Planet bleibt derselbe. Ob der Dunst im Pott nun von meinem alten V8 stammt oder von einem Kohlekraftwerk, das Strom produziert, damit ich meinen „Chevrolet Summsebiene“ elektrisch fahren kann, iss dem Grunde nach völlig wurscht. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass der Elektroantrieb nicht der Antrieb ist, mit dem sich die Menschheit in 50 oder 100 Jahren fortbewegen wird.

Davon ma ganz weg hab ich bei allem, was irgendwie elektrisch iss, immer das Gefühl, dass es der Bequemlichkeit und Faulheit der Menschen dienen soll. Fängt an beim Mixer, geht über Schuhputzmaschine und Vibrator bis zum Anlasser. All diese Dinge sollen denen das Leben erleichtern, die zu faul sind zum Mixen, Wichsen, Ficken und Kicken. In den 80ern phantasierten wir betrunken darüber, wie man Schalldämpfer, die den Namen nich verdienen, mit Hebeln laut und leise drehen könnte. Inzwischen haben sich auch andere betrunken und bedienen den Markt der Schwimmbux-Rocker und Weekendwarriors mit Schalldämpfern, die man sogar auf Knopfdruck elektrisch laut und leise machen kann. Die Buddies von Jacqueline & Heidi, Stressdreck, und wie sie alle heißen, beglücken Neogesetzlose mit elektronisch vorgeregelten Auspuffanlagen. Ich weiß ganich, obett von Franz & Heinz sowatt gibt. Vorm Eiscafé sindse damit King Kotelett, und bei den Nachbarn und Bullen leuchtet der Heiligenschein über deren Nolan Policehelm. King for a day, fool for lifetime. Für mich sind das allesamt Schafe in Wolfspelzen, die wegen ihres Punktestandes in Flensburg und der Angst davor, dort den Hi-Score zu knacken, auf solche Kamine für ihre Hocker zurückgreifen. Haltet euch fest: An deren Karren iss tatsächlich alles eingetragen! Da trägt sogar der Teddy am Tourpack ’ne Schutzbrille.

Hoppla, nu hab ich mich ’n bissken verquasselt. Watt ich sagen wollte, iss: So’n Elektrofahrzeug iss wie Gummi ohne poppen. Man hat dauernd das Gefühl, et fehlt watt. Vielleicht bin ich auch nur neidisch. Meine apokalyptische Geezer Glide hat nämlich noch’n mechanischen Tacho. Da gibt’s kein elektronisches Tachosignal, das weichgespülte Dämpferanlagen öffnet und schließt. Ja, vielleicht bin ich neidisch. Aber ich denke, eher nich. Ich meine nur, es hat so zu sein: Franz & Heinz Monster-Ovals lösen Alarmanlagen an Autos aus und bringen Blumenkübel zum Wandern. Ja, Ollen. So muss datt! Bis näxte Mal, ride on!
Euer Evoluzzer

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 10/2015
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