Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage

11.06.2018  |  Text: Tilmann Ziegenhain  |   Bilder: Bobber Garage
Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage
Projekt Kraftpaket – H-D Breakout von der Bobber Garage
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Es muss nicht immer Oldschool sein. Die Bobber Garage kann auch anders
Nicht ohne Grund nennt sich Reinis Laden „Bobber Garage“. Doch das Harley-Modell auf diesen Seiten heißt „Breakout“ und ist alleine deshalb bestens geeignet, um aus gewohnten Konventionen auszubrechen. Schließlich muss es auch für Reini nicht immer eine Panhead aus den Fifties sein – eine Softail von 2014 hat ebenso Anrecht auf eine Schönheitskur in der Liechtensteiner Werkstatt. Und wenn die mit Teilen befreundeter Customizer vorgenommen wird, braucht das Ganze sogar wenig Zeit. Das wiederum schont Geduld und Geldbeutel der Kunden.

Verdecktes Fahrgestell: Den verlängerten Fender finden wir gut, Sabrinas Kleidchen hätte noch kürzer sein dürfen
Verdecktes Fahrgestell: Den verlängerten Fender finden wir gut, Sabrinas Kleidchen hätte noch kürzer sein dürfen

„Wir wollten zeigen, dass für ein gutes Custombike kein Komplettumbau nötig ist“, kommentiert Reini das abgeschlossene Projekt. „Das ist sicher nicht unser täglich Brot, aber wir nehmen uns gerne solcher Sachen an – wenn es zu unserer Linie passt.“ Reini entschied sich deshalb, die Breakout mit Teilen aus dem Aftermarket auszustatten. „Wenn ich Teile selbst anfertige, dauert das. Und danach muss ich sie ja auch noch prüfen lassen. Man muss das Rad nicht immer neu erfinden.“ Infrage kommen dann aber natürlich nur Firmen, die den gleichen Anspruch in Sachen Qualität haben wie er selbst – und das trifft auf die bekannten Custom-Schmieden Thunderbike und No Limit Custom zweifellos zu, die viele Teile fürs Bike beisteuerten. „Holger von No Limit Custom ist einer meiner besten Freunde“, erzählt Reini. In der Werkstatt aus dem baden-württembergischen Hüttenhardt kennt man sich aus: „No Limit Custom macht verschiedene Kits für Harleys. Dort habe ich auch die neue Einarmschwinge gesehen, die für alle neueren Softails passt – und habe direkt gesagt, dass ich die als Erstes verbauen will.“ Und wie es der Zufall so wollte, hatte ein Kumpel da diese Breakout ...

Die aus einem Block gefräste Einarmschwinge ist neu im Programm von No Limit Custom. Samt zugehöriger Bremsanlage und Rad passt sie in alle neueren SoftailsDie aus einem Block gefräste Einarmschwinge ist neu im Programm von No Limit Custom. Samt zugehöriger Bremsanlage und Rad passt sie in alle neueren Softails

Der Projektplan war klar: Ein fahrbares Kraftpaket sollte die Breakout werden. Bevor sie in die Bobber Garage kam, hatte Reinis Kumpel das Herzstück bereits bei Erbacher Custombikes in der Schweiz aufmotzen lassen: 120 PS drückt das Hinterrad nach der Tuning-Kur nun auf den Asphalt. Bewusst entschieden sich Besitzer und Erbauer gegen ein Airride-System, mit dem die Breakout für die Show vorm örtlichen Café hätte abgesenkt werden können. „Sie ist auch so nicht sonderlich hoch. Und wir wollten kein buntes Bike. Ich baue gerne Motorräder mit Understatement – sie müssen nicht nach Pokalen schreien, sondern funktional sein und für sich sprechen. Die Breakout fährt sich top – auch schnell.“ Damit die 3-D-Design-Räder von No Limit Custom ebenso schnell auch wieder stehen, steuerte Reinis Schrauberfreund auch eine seiner Sechs-Kolben-Bremszangen bei. Vorn tut die serienmäßige Vier-Kolben-Bremse mit ABS ihr Übriges. Der Stoff im Hintergrund des Bikes ist also wirklich nur Dekoration: Es ist kein Bremsschirm, sondern ein Fallschirm.

Für ein gutes Custombike ist kein Komplett-Umbau nötig
Für ein gutes Custombike ist kein Komplett-Umbau nötig

Neben Reini und No Limit Custom war Thunderbike der Dritte im Bunde: Das Custom-Schwergewicht steuerte Tank, Sitz und Heckfender bei – alles Teile aus dem hauseigenen Katalog. Nur am Fender legte Reini noch mal Hand an: Am hinteren Ende für die LEDs, am vorderen durch eine Verlängerung nach unten, die nun den Rahmen verdeckt. Auch die Rahmenabdeckung hat er bis zum Tank verlängert. Von den Rohren ist auf diese Weise nichts mehr zu sehen. Einmal mehr war Reini nach getaner Arbeit von den Parts seiner Custom-Kollegen begeistert: Alle Teile waren wie versprochen passgenau, nur für optische Zwecke mussten sie teilweise angepasst werden. „Beide fräsen und drehen in Topqualität – deswegen arbeite ich gerne mit ihnen zusammen.“

Aufgeräumtes Heck: Die LEDs im Thunderbike-Fender sind kaum sichtbar – zumindest, wenn sie nicht in Aktion sind
Aufgeräumtes Heck: Die LEDs im Thunderbike-Fender sind kaum sichtbar – zumindest, wenn sie nicht in Aktion sind

Auch beim Lack griff Reini auf eine bewährte Zusammenarbeit zurück: Wie bei allen Projekten der Bobber Garage brachte Marcus Pfeil bei der Breakout sein Know-how ein. „Der Alu-Look ist nicht der billigste, aber der Lack ist einfach entscheidend bei einem Motorrad. Du kannst noch so gute Teile verwenden, wenn du beim Lack sparst, taugt es nichts. Deswegen arbeite ich immer mit Marcus zusammen. Es kommt nie das, was man bestellt hat – es ist immer geiler. Der Heckfender ist aus Stahl, der Frontfender aus GFK, aber jeder denkt, es wäre Alu.“ Der Rest war reine Fingerübung: Instrumente, Originalgabel, Fußrasten und Griffe kamen zum Pulverbeschichter und gut. „Die originale Gabel ist cool, wie sie ist – warum eine andere nehmen? Oder die Instrumente; da wäre es eine Verschlechterung gewesen, wenn ich beispielsweise ein Teil von MotoGadet genommen hätte, wenn doch das Original sogar eine Tankanzeige hat.“

Der Lack ist entscheidend für ein Custom-Projekt
Der Lack ist entscheidend für ein Custom-Projekt

Das Bike fährt nun auf den Straßen der Schweiz. Allerdings hat es auch seine Nebenwirkungen: Der Kunde hatte mit Oldschool eigentlich gar nichts am Hut, doch die Besuche in der Bobber Garage haben ihn angefixt. Nun will er auch einen Panhead-Bobber. Als Sonntagsmotorrad. „Ich sage immer, dass auch die Panhead ein Motorrad für den Alltag ist. Ich fahre das ganze Jahr damit“, predigt Reini. Ob seine Missionierung Erfolg haben wird und am Ende die Breakout das Bike zum Sonntag wird, steht allerdings noch in den Sternen …
 

TECHNISCHE DATEN
Basis: Harley-Davidson FXSB 103 Breakout, BJ. 2014

Motor
Typ: Twin Cam 103
Hubraum: 1690 ccm
Leistung: getunt auf 120 PS
Auspuff: Kess Tech

Fahrwerk
Rahmen: Original
Gabel: Original, schwarz gepulvert
Schwinge: Einarmschwinge, aus einem Block gefräst, NLC
Rad vorn: 23x3,5“, 3D-Design-Rad, NLC
Rad hinten: 21x11“, 3D-Design-Rad, NLC
Reifen: vorn 130/60/23, hinten 260/35/21
Bremsen: vorn Original, hinten Sechs-Kolben-Bremszange, NLC

Sonstiges
Lenker: Original, schwarz gepulvert
Armaturen: Original
Griffe: Zubehör
Tacho: Original, schwarz gepulvert
Tank: Thunderbike
Sitz: Bobber Garage/Thunderbike
Sattlerarbeiten: Vogt Stephan
Rear Fender: Thunderbike, modifiziert
Rücklicht: LED
Lack: Marcus Pfeil Custompainting

Kontakt
Bobber Garage
Landstraße 126
FL 9490 Vaduz
Tel. 00423 392 24 90
www.bobber.li

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 02/2016
 
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Stand:16 October 2018 07:36:59/blog/projekt+kraftpaket+-+h-d+breakout+von+der+bobber+garage_18504.html