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Dieser Shovelhead-Dyna hält unser Leser Dirk seit über 30 Jahren die Treue
Kaum zu glauben, aber Dirk hatte seine Dyna im Jahr 1984 neu gekauft. Mittlerweile hat ihr betagter Shovelhead-Motor über 120000 Kilometer auf der Uhr, ohne jemals ausgebaut oder überholt worden zu sein. Dabei gibt Dirk gerne Gas und hat die Kilometer in ganz Europa zusammengefahren.

Doch bei der Pflege allein ließ es Dirk nicht bewenden. Wo es ihm sinnvoll erschien, hat er in die Jahre gekommene Teile ersetzt oder verbessert. Die alten Ölleitungen tauschte er gegen hochflexible Teflonleitungen, die dicken Ochsenaugen mussten unauffälligen LED-Blinkern weichen. Statt des Butterfly-Vergasers befeuert jetzt ein CV-Vergaser den V2-Motor. Als Investition in die Zukunft des Motors verbaute Dirk einen Ölkühler. Dazu kamen viele weitere Gimmicks, wie Batterie-Cover-Halter aus Verschlussteilen von einem Handwaschbecken, Spacer aus Lagerteilen einer Diesel-Lok, Benzinhahnhebel aus einem Chevy-Luftfilter-Verschluss und ein Choke-Zug, auch vom Chevy. Die Fittinge des Ölfilterhalters und der Thermostat für den Ölkühler stammen aus der Getränkeindustrie. Den vorderen Fender schnitt und dengelte er aus dem Schutzblech eines Anhängers.

Ein Highlight ist der durchsichtige Primärdeckel: Der Umbau hat ganze sechs Euro gekostet – und er hält dicht. Ähnliche Kreationen will er in Zubehörkatalogen für 250 Euro gesehen haben – die sähen aber nicht annähernd so gut aus wie sein Eigenbau.

Eigenbau: Primärcover mit Durchblick
Eigenbau: Primärcover mit Durchblick

Alle Umbauten fertigte Dirk in seiner Garagenwerkstatt, die eher einem befahrbaren Wohnzimmer mit TV, Telefon und LAN-Anschluss glich. Doch im März brach in seiner Schrauberbude ein Feuer aus. Bei der Rettung seines Bikes stürzte er und geriet mit dem Bein unter die Harley. Sein 14-jähriger Sohn hatte den Mut, trotz explodierender Spraydosen und lodernder Flammen die Harley anzuheben, um so den Vater und auch die Maschine zu retten. Das Bike seiner Frau allerdings raubten die Flammen. Von dem mutigen jungen Kerl stammt auch der Name für die alte Harley: „Nenn es doch Psycho, das passt zum Bike und zu dir!“

... brannte völlig aus. Das Bike seiner Frau wurde zerstört
Die Werkstatt nach dem Brand

Das Jahr 2016 scheint ein Schicksalsjahr für Dirk zu sein, er vermutet, dass ihn einer seiner verstorbenen Brüder unbedingt bei sich haben will. Bereits vor dem Brand hatte er sich Anfang des Jahres beim Werkeln einen Teil seines rechten Zeigefingers abgetrennt. Bei der Reparatur der abgebrannten Werkstatt erwischten ihn dann zwei kräftige Stromschläge, und er überlebte außerdem ein „Getränk“ aus Rußentferner. Doch inzwischen hat er eine Ersatzwerkstatt gebaut, seinem Bike geht es gut, und seine Frau hat auch schon ein neues Motorrad.

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 07/2016
 

Technische Daten

Harley-Davidson FXWG, Bj. 1984


Motor
Typ: Shovelhead, Late Shovel
Hubraum: 1340 ccm
Luftfilter: Eigenbau
Ölsystem: Pumpe orig., Schläuche und Adapter von Jansen Competition/Racimex
Ölkühler:Jagg
Vergaser:Keihin CV 40

Fahrwerk
Rahmen: original
Gabelbrücke: verstellbar, Harley-Nachbau
Riser: schwarz, Hersteller unbekannt
Lenker: Ape, Fehling
Bremsen: Scheibe Brembo, Sättel H-D
Bremsleitungen: Goodridge

Sonstiges
Blinker u. Taster: Motogadget
Rücklicht: Porsche Traktor
Sitz: Eigenbau
Fender vorn: Eigenbau
Lack: original

Extras
Magnetschalter für Anlasser, 35-Ah-Batterieumbau, seitlicher Kennzeichenhalter (Eigenbau), Kupplungs- und Primärcover (Eigenbau), Tachowellenantrieb am Hinterrad
 

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