Satudarah MC – die kurze Geschichte

13.03.2018  |  Text: Redaktion  |   Bilder: Cherry
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Satudarah MC – die kurze Geschichte
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Der Satudarah MC Germany war der erste Club, der in Deutschland mit all seinen Chaptern bundesweit verboten wurde
Die Geschichte des Satudarah MC in Deutschland war kurz. Im Jahr 2012 feierte das erste deutsche Satudarah-Chapter seine Eröffnung. Es war aus dem nicht viel älteren Brotherhood MC Duisburg „Clown-Town“ hervorgegangen. Dessen Member hatten sich dem multikulturellen niederländischen Satudarah MC angeschlossen, was nicht besonders schwer war. Der Brotherhood MC bestand selbst überwiegend aus Migranten.
Damit gehörte der Brotherhood-MC-Clown-Town zur neuen Generation der unter den Oldschoolern unbeliebten Migranten-MCs. Er machte auch all ihre Fehler. An seiner Spitze stand Ali Osman. Offensichtlich unter dem Einfluss von Kokain hatte er es nicht gescheut, sich mit den Hells Angels anzulegen und dabei suchte er auch noch die Öffentlichkeit. Boulevardmedien waren willkommen, wenn sie nur seine Siegeszüge gegen die Hells Angels ins rechte Licht ihrer Scheinwerfer rückten. Unter den Medien auch Stern-TV mit Udo Müller. Dessen Sendungen haben wesentlich zur Berühmtheit von Ali Osman und seinem Duisburger Satudarah-Chapter beigetragen. Doch der Rausch der Öffentlichkeit kostete seinen Preis, Osman wurde schnell verhaftet. Im Knast schwor er ab und forderte alle Member seines Clubs zum Austritt auf. Der Staat war noch schneller. Im Februar 2015 war der Satudarah MC Germany der erste Club, der in Deutschland mit all seinen Chaptern bundesweit verboten wurde.

Im gelben Hoodie: President Ali Osman am Tag der Eröffnung seines ersten deutschen Chapters in Duisburg. BIKERS NEWS war auch dabei und veröffentlichte das erste Interview in der August-Ausgabe 2012
Im gelben Hoodie: President Ali Osman am Tag der Eröffnung seines ersten deutschen Chapters in Duisburg. BIKERS NEWS war auch dabei und veröffentlichte das erste Interview in der August-Ausgabe 2012

Müller hatte Osmans Vertrauen gewonnen und ihn auch im Knast regelmäßig besucht. Was er dort recherchierte, hat er nun in einem Buch zusammengefasst. Es ist durch die Sendungen von Stern-TV hinlänglich bekannt: Eine wesentliche Rolle im Verfahren gegen Osman spielten die Aussagen eines V-Mannes, des ehemaligen Sergeant at Arms des Satudarah MC Duisburg. Inwiefern der V-Mann sich im Zuge seines Jobs selbst strafbar gemacht hat, kann auch im Buch nicht zureichend geklärt werden. Viele Fragen bleiben offen, aber für ein paar Verschwörungstheorien reicht es allemal.
Im Buch „Der falsche Rocker“ tauchen hin und wieder kleine Fehler auf. Kuttenverbote werden falsch datiert, „Herrschaftsgebiete“ der Clubs falsch zugeordnet und der ursprünglich polizeiliche Begriff für unsere kriminellen Rocker lautet „OMCG“ (Outlaw Motorcycle Gang), nicht, wie im Buch geschrieben, „OMC“. Trotzdem macht es Spaß, das Buch zu lesen, was angesichts seiner 176 Seiten auch schnell geht. Empfehlenswert ist es vor allem, weil es einen Crashkurs über die Heißblütigkeit der neuen Generationen in unserer Rockerszene liefert.

Udo Müller:  Der falsche Rocker.  Die unglaubliche Geschichte eines deutschen V-Mannes,  Riva-Verlag,  176 S., 16,99 Euro Udo Müller: Der falsche Rocker. Die unglaubliche Geschichte eines deutschen V-Mannes, Riva-Verlag, 176 S., 16,99 Euro
Udo Müller: Der falsche Rocker.
Die unglaubliche Geschichte eines deutschen V-Mannes,
Riva-Verlag, 176 S., 16,99 Euro


Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 04/2017
 
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Stand:24 June 2018 09:01:23/blog/satudarah+mc+-+die+kurze+geschichte_18306.html