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Ein Baguette zu bestellen ist schlimmer als ein Motorrad zu bauen. Meint Ahlsdorf und behält darüber … das letzte Wort
Habt ihr schon mal versucht, ein stinknormales Sandwich in einer Filiale dieser „Subway“-Fresskette zu bestellen? Versucht es nicht. Die machen euch fertig. Dort wird das Überleben im Luxus zum Höllentrip, vor allem, wenn ihr wirklich Hunger habt. Dann müsst ihr zuvor nämlich endlose Dialoge durchstehen:

„Hätten Sie Ihr Salatblatt gerne mit Balsamico-, Vinaigrette- oder American-Dressing?“

„Hätten Sie Ihre Salamischeibe gerne rare, medium oder well done?“

„Zahlen Sie bar, mit Karte oder per Überweisung?“

Ich habe den Laden schweißgebadet und mit zitternden Knien verlassen. Eine Vorfahrt auf der Zulassungsstelle im Berlin der Achtzigerjahre war gar nichts dagegen. Damals habe ich meine Brote noch selbst belegt. Und meine Motorräder habe ich selbst gebaut. Musste ich mir auch erst mal beibringen. Ich wollte ja mithalten unter diesen langhaarigen, bärtigen Kerlen, die ebenso auf selbstgebauten Motorrädern unterwegs waren.

In den Neunzigerjahren änderte sich das irgendwie – und das war lange vor der Migrantenwelle! Plötzlich stand ich vor Rockern, mit denen ich nicht mehr Benzin reden konnte. Ich erinnere mich an einen Bones-Presidenten, der stolz von den Arlen-Ness-Rückspiegeln schwärmte, die er selbst an sein Bike geschraubt hatte. Mehr ging allerdings nicht. „Schrauben“, erklärte er, „das ist nicht so meins. Ich bin mehr der Mann fürs Grobe.“ Das nahm ich hin und gewann ihn trotzdem lieb. Er war durchgeknallt – und das war die Hauptsache.

Im neuen Jahrtausend wurde es noch schlimmer. Vielleicht lag es auch nur daran, dass ich genauer hinschaute, aber manche Kerle waren nur noch Abziehbilder der Rocker aus meiner Kindheit. Sie wurden hundertfünfzigprozentig: Groß, gewaltig, mit tätowierten Unterarmen – aber an diesen Unterarmen hatten sie zwei linke Hände. Für ihre Harley hatten sie einen Customizer. Heute gibt’s das sogar ab Werk, dann nennt es sich „Factory Custom“.


Die neue Triumph Thruxton. Wie hätten Sie’s denn gerne: Track Racer, Cafe Racer oder Performance Race?



Aber das Zauberwort in unserer Szene lautet ja „Respekt“ und so will ich gar nicht abschätzig über die Möchtegerns reden. Das sind nämlich ziemlich abgebrühte Jungs. Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und wissen, dass der Überlebenskampf im neuen Jahrtausend an ganz neuen Fronten ausgefochten wird. Ich stelle mir vor, wie sie locker unterkühlt am Tresen ihres Vertrags-Dealers lehnen und eisenharte Dialoge durchstehen, die ich bis heute nicht bewältigen könnte:

„Hättest du das Heck gerne Cafe Racer, Streetfighter oder Bobtail?“

„Willst du vorn Apehanger, Dragbar oder Pullback?“

„Zahlst du bar, mit Karte oder per Überweisung?“


Ihr glaubt es nicht? Versucht es mal mit der Triumph Thruxton. Die gibt’s in drei sogenannten „Inspiration-Kits“: Track Racer, Cafe Racer und Performance Race. Wenn ihr gut vorbereitet seid, schafft ihr es auch, sie euch zu kaufen.


Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 06/2016
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