Jubiläums Aktion: 25Jahre TätowierMagazin
Die BIKERS NEWS jetzt 25% günstiger im Printabo! 53€ statt 72€
Einmal im Jahr organisiert der Born to be Wild MC das „Motorcycle Jamboree“. Auch 2017 kamen Tausende, um im Zeichen von Motoren und Musik zu feiern
Für viele Besucher heißt die große Bikerparty immer noch „Biesen­thal“. Dabei findet sie bereits seit etlichen Jahren auf einem neuen Gelände in der Nähe von Jüter­bog statt. Aber Biesenthal ist in den Köpfen geblieben – der Begriff ist irgendwie zur Marke geworden, auch wenn die Veranstaltung nicht nur woanders stattfindet, sondern auch anders heißt. Dabei legen die Borns doch großen Wert darauf, die Sache beim richtigen und vollständigen Namen zu nennen. Vor allem, weil mit „Motorcycle Jamboree“ gleich klar ist, worum es geht.

Die Mainstreet ist Mittelpunkt der Veranstaltung. Kein eigenes Programm, aber sehen und gesehen werden
Die Mainstreet ist Mittelpunkt der Veranstaltung. Kein eigenes Programm, aber sehen und gesehen werden

In all den Jahren ist das Motorcycle Jamboree reif, aber nicht alt geworden. Jahr für Jahr lassen sich die Borns etwas Neues einfallen und überlegen, wie sie den Event weiterentwickeln können. Die Veranstaltung ist an sich selbst gewachsen und eines der letzten großen Treffen, auf dem Motorradfahrer, vor allem aber Biker und Rocker für mehrere Tage zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern, Musik zu hören und Benzin zu reden. Das Jamboree ist kein Rockfestival, kein Schraubertreffen oder eine Motorradmesse. Und auch keine Sommerparty des Born to be Wild MC. Trotzdem kommen Jahr für Jahr Tausende ins „Alte Lager“, einem ehemaligen Militärflughafen, um dabei zu sein. Die Borns treffen also offensichtlich immer wieder den Nerv der Szene.

Ein wichtiger Teil des Jamborees sind natürlich die vielen Live-Bands. Hier rockt „Jackbox“ die große Bühne
Ein wichtiger Teil des Jamborees sind natürlich die vielen Live-Bands. Hier rockt „Jackbox“ die große Bühne

Ein wichtiger Teil des Programms sind die Live-Bands. Freitags und samstags tritt eine Band nach der anderen auf – immer eine Mischung aus unbekannten oder neuen und großen oder altbekannten Bands. Manch einer der einst Namenlosen legte später eine Weltkarriere hin: Als das Ganze noch Biesenthal hieß, ließen die Borns Rammstein spielen. Heute liegt deren Honorar weit über jeder Schmerzgrenze. In diesem Jahr haben die Borns eine Lady aus den Siebzigern gefunden, die bereits die Gründungsjahre der Szene begleitet hatte: Suzi Quatro. Aus dem Mädchen vom Bravo-Poster ist längst eine gestandene Lady geworden – doch sie rockt noch immer. Samstags geisterte ihr Name übers Gelände und damit auch etwas vom Spirit der Siebziger, als alles so richtig losging.

Rockt immer noch: Hauptact Suzi Quatro!
Rockt immer noch: Hauptact Suzi Quatro!

Das Jamboree lebt durch die Veranstalter, vor allem aber durch die vielen Besucher. Die Mainstreet auf der alten Landebahn ist Ort des Schaulaufens. Flankiert wird sie zur einen Seite von Händlern, Tätowierern und Gastrobuden, zur anderen Seite öffnet sich das Gelände zu einer großen Plaza mit weiteren Ständen und etlichen Sitzgelegenheiten. Es riecht nach Verbrennungsmotoren und Schweinekruste, nach Öl und Pommes. Auf der Mainstreet läuft kein organisiertes Programm, hier spielt zwar keine Band, aber trotzdem die Musik. Sehen und gesehen werden ist angesagt. Fußgänger und Motorradfahrer teilen sich den gleichen Weg. Harleys werden bestaunt, Röcken und Bärten hinterhergeschaut und Kutten wiedererkannt. In diesem Jahr waren auffällig viele Colours zu sehen.

Auch zu Gast: Member des Rolling Wheels MC Berlin
Auch zu Gast: Member des Rolling Wheels MC Berlin

Die Szene war immer Teil des Jamborees. Die Gäste kommen aus ganz Deutschland, von der Küste bis zu den Alpen, aber auch aus vielen Ländern Europas. Überall stehen kleine Gruppen zusammen. Was nach Zusammenrottung klingt, ist ausnahmslos friedlich. Das Motorcycle Jamboree ist so etwas wie neutraler Boden. Stress unter den Clubs ist hier komplett Fehlanzeige und selbst die unter Zivilisten üblichen Rangeleien wie sie auf Volksfesten vorkommen, bleiben komplett aus. Wenn die Sanis mal zum Einsatz müssen, dann wegen der üblichen Nebenwirkungen des Sommers: Hier mal ein Wespenstich, da mal etwas Kreislauf.

Atze verteilt die Pokale: Best of Show!
Atze verteilt die Pokale: Best of Show!

Die Musik hallt von der großen Bühne über das gesamte Gelände. Lediglich der Campground etwas abseits ist vergleichsweise ruhig – so ruhig, wie das bei Hunderten Zelten eben möglich ist. Der Flugplatz ist weitläufig und ebenerdig. Raum steht hier ausreichend zur Verfügung. Freitag und Samstag sind die Haupttage der Veranstaltung, los geht es offiziell aber schon mittwochs. Das ist dann aber eher wie Anlauf nehmen. Tag für Tag kommen mehr Gäste hinzu, werden mehr Buden aufgestellt und spielen mehr Bands. Am Samstag findet mehr oder weniger nahtlos Programm statt, von früh bis weit nach Mitternacht. Am frühen Nachmittag werden die Teilnehmer der kleinen, traditionellen Bikeshow prämiert. Die ausgezeichneten Bikes kommen einzeln nach und nach die Bühne hochgefahren. Dann bleibt Zeit für einige Fragen. Member Atze moderiert das Ganze gekonnt. Was wirklich wichtig ist, passt in wenige Sätze: Selbst gefahren oder Hänger, selbst geschraubt oder nicht? Die Zuschauer brauchen kein langes Gerede. Das ist eben der Stil des Jamborees: klar und geradeheraus.

Seit Jahren finden am Samstag auch einige Schaukämpfe der Kampfsportschule Köpenick e. V. – Trigoon statt. In diesem Jahr sind es ausnahmslos Kickbox-Kämpfe. Auch wenn es sich um Schaukämpfe handelt, gehen die Kämpfer zur Sache. Die Kulisse ist für die Kämpfer etwas Besonderes und es wird schnell klar, dass es irgendwie doch auch ums Gewinnen geht. Mehrere hundert Zuschauer haben sich eingefunden, es ist voll bis auf den letzten Platz – und das Publikum ist sachkundig. Es wird angefeuert, applaudiert und es hagelt Ratschläge und Kommentare.

Seit einigen Jahren richtet die Kampfsportschule Köpenick e. V. – Trigoon Showkämpfe aus. Statt Freefight steht diesmal klassisches Kickboxen auf dem Programm. Beim Publikum kommt die Einlage an. Das große Zelt ist jedes Mal voll bis auf den letzten Platz
Seit einigen Jahren richtet die Kampfsportschule Köpenick e. V. – Trigoon Showkämpfe aus. Statt Freefight steht diesmal klassisches Kickboxen auf dem Programm. Beim Publikum kommt die Einlage an. Das große Zelt ist jedes Mal voll bis auf den letzten Platz

Je später der Abend, desto mehr konzen­triert sich alles auf die große Bühne. Lediglich auf der Mainstreet ist noch Betrieb wie auf einer Einkaufsstraße. Zur Prime Time spielt Bonfire am Samstag ordentlichen Hardrock ohne Schnörkel. Die Band hatte im Lauf ihrer Karriere einige Chart-Platzierungen, der ganz große Durchbruch ist aber ausgeblieben. Anders bei der Sängerin, die der Hauptact des Abends ist: Über Suzi Quatro muss nicht viel gesagt werden. Bevor es losgeht, steht sie ganz hinten auf der Bühne und hält die Fäden in der Hand. Die Bassgitarre baumelt da längst um ihren Hals. Der Umbau dauert ihr zu lange. Sie hat fünf weitere Musiker dabei. Kabel müssen verlegt werden, sie gibt Anweisungen. Seit fünf Jahrzehnten ist sie Profi und spürt, wenn das Publikum ungeduldig wird. Sie lebt immer noch für den Auftritt. Dann geht es los. Die ersten drei Töne gehen quer, danach sitzt das Programm. Das ist eine Zeitreise durch ihr Schaffen und für viele der Gäste auch durch die eigenen Erinnerungen. Mit „Stumblin’ In“ und „She’s In Love With You“ hat sie das Publikum auf ihrer Seite. Und natürlich mit dem Hit, auf den alle gewartet haben: „48 Crash“.
Es wird ein cooler Abend. Die Borns beenden das Jamboree mit dem traditionellen Höhenfeuerwerk. Wie immer hat alles gepasst. Niemand geht davon aus, dass sich zum 28. und 29. Jamboree irgendetwas ändern wird – warum auch?

Born to be Wild MC Berlin
Romain-Rolland-Str. 84–86
13089 Berlin-Heinersdorf
www.btbw.org
www.motorcycle-jamboree.com

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 09/2017
Born to be Wild MC Berlin 05.02.2019
Born to be Wild MC Berlin

Der Born to be Wild MC Berlin hatte zur Neujahrsparty 2019 geladen …

Born to be Wild MC Berlin 07.11.2017
Born to be Wild MC Berlin

Die Berliner Borns hatten zur Bluesrock-Party ins Clubhaus nach Berlin-Heinersdorf g …

Born to be Wild MC 21.12.2016
Born to be Wild MC

Das Chapter Wild South des Born to be Wild MC lud zum Umtrunk ins Memminger Kamin …

Born to be Wild MC  PC Wild City Berlin 30.12.2017
Born to be Wild MC PC Wild City Berlin

„Call of the Wild“ hieß das Motzo des Prospect-Chapter Wild City des Born to …

Born to be Wild MC Berlin: Deutschrock-Party 22.04.2017
Born to be Wild MC Berlin: Deutschrock-Party

Der Berliner Born To Be Wild MC bietet übers Jahr einen bunten Partymix …

Wild Vikings MC Wolfsburg 08.05.2017
Wild Vikings MC Wolfsburg

Der Wild Vikings MC Wolfsburg feiert in diesem Jahr sein Zehnjähriges …

Born to be Wild MC Berlin 26.10.2018
Born to be Wild MC Berlin

Mit einer Halloween-Party rundeten die Berliner Borns ihr Jubiläumsjahr ab …

Born to be Wild MC Magdeburg 07.05.2017
Born to be Wild MC Magdeburg

Der Born to be Wild MC Magdeburg feierte seine jährliche Hofparty …

Born to be Wild MC 05.10.2017
Born to be Wild MC

Hofparty beim Born to be Wild MC in Mag …

Magazine des Huber Verlages