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Im Zentrum des größten Motorradtreffens der Welt sind Kuttenträger nicht gerne gesehen, Einprozenter absolut unerwünscht
Daytona Bike Week heißt Sonne, Meer und Palmen, Mädels und Mopeds, Party und Racing. Und Schaulaufen auf der Main Street mit allem, wirklich allem was Räder hat, gerne irgendwie kostümiert oder mit Tieren an Bord. Neben den obligatorischen Hunden haben wir schon Katzen, Hasen, Schlangen, Papageien, Tigerbabys und dieses Jahr sogar ein Pony gesehen, das auf einem abgesägten Beiwagen stand. Artgerechte Tierhaltung geht vermutlich anders, wenn man den unfassbaren Lärmpegel bedenkt. Wie auch immer, ein bunteres Sträußchen Motorradwahnsinn als in Daytonas Main Street ist weltweit nicht zu finden und ein paar Stündchen daran teilzuhaben ist ein lustiges, kurzweiliges und ungefährliches Vergnügen. Das war freilich nicht immer so: „In den Siebziger- und frühen Achtzigerjahren hatten wir hier fast jedes Jahr Tote. Es wurde geprügelt, gestochen und geschossen. Und es waren fast immer MC-Member, die die Gewalt in die Stadt trugen. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind“, erzählt uns Richard, Türsteher in Froggys Saloon.



Auch im Boot Hill Saloon und anderen Kneipen zeigt man sich froh, dass sich die Kuttenträger vom Stadtzentrum fernhalten beziehungsweise ihre Kutten vorher ablegen. „Sobald Member verfeindeter MCs aufeinandertrafen, ging’s rund. Das war für die normalen Besucher natürlich erschreckend und sie blieben weg. Mitte der Achtzigerjahre haben die Saloonbesitzer sich dann zusammengesetzt und gemeinsam ein Kutten- und Waffenverbot beschlossen, an das sich nach anfänglichen Schwierigkeiten auch alle halten“, berichtet der Security-Chef der Main-Street-Station und reißt schließlich die Schublade der bürgerlichen Vorurteile ganz weit auf: „Im Moment geht’s vor allem zwischen Pagans und Outlaws rund. Ihre ganze Scheiße mit Prostitution, Drogen- und Waffenhandel sollen sie gefälligst nicht hier austragen“, schickt er noch nach. Nachfrage bei der Staatsmacht, wie sie das Kuttenverbot sieht: „Kein Problem. Wir schauen aber nur auf die Onepercenter, mit normalen MCs gibt es keine Probleme“, lässt uns der relaxte Cop wissen.
Für die Sicherheit der Bike-Week-Besucher sorgen Heerscharen von Uniformierten und Zivilcops, außer kleineren Delikten wie Blankziehen, Wheelen und Burnen sowie den leider üblichen Unfalltoten gibt es kaum Stress.

Knight-Riders-Urgestein Peter Schädel erinnert sich, wie es früher war. „Anfang der Achtzigerjahre, wir hatten ordentlich gesoffen, hab ich mal einen Bullen am Arm gegriffen, weil er einer Freundin wegen ihrer angeblich freizügigen Titten Handschellen anlegte. So schnell konnt ich gar nicht gucken, wie die mich in die Sammelzelle geschmissen haben. Damals hatten sie hinter der Main Street noch etliche Trucks als mobile Knäste stehen. Und die waren gut belegt.“ So gesehen ist vieles besser geworden. Wer also Bock auf Sonne, Meer und Mopeds hat, kann sich ja vorsichtshalber den Termin für nächstes Jahr notieren: 8. bis 17. März.  
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