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Der Ötztaler Mopedmarathon wird immer beliebter. Im letzten Jahr huldigten mehr als eineinhalbtausend Low-performance-Freaks der gepflegten Langsamkeit
Das sportliche Kräftemessen im Sattel kleinvolumiger Zweiräder mit maximal fünfzig Kubikzentimetern ist in der Bikerszene schwer angesagt. Zu den schönsten Veranstaltungen in Sachen „50 ccm retro madness“ gehört sicherlich der Ötztaler Mopedmarathon. Allein die nackten Zahlen in der Ankündigung treiben den Puls der Low-Performance-Freaks nach oben: 238 Kilometer, 5500 Höhenmeter, vier Alpenpässe in vier Klimazonen.

Die Vorgaben für die Fahrzeuge seitens der Organisatoren halten sich in Grenzen – lediglich fünfzig Kubik, zwei Räder und eine Spur sind vorgeschrieben, verstecktes Tuning interessiert höchstens die Polizei. Ansonsten gilt auf der gesamten Strecke in Österreich und Italien natürlich ausnahmslos die Straßenverkehrsordnung.

Die rasant gestiegene Beliebtheit des Ötztaler Mopedmarathons spiegelt sich mehr als deutlich in der Zahl der Teilnehmer wider. Waren es anfangs 125 Fahrer, so rollten zur fünften Auflage 2017 bereits mehr als eineinhalbtausend Teilnehmer über die Startlinie in Sölden. Eine besondere Herausforderung für die Organisatoren, die sich bewusst mit dem erhobenen Zeigefinger zurückhalten: „Verhaltet euch so, wie ihr es auch selber gerne haben möchtet.“ Neben der selbstverständlich fundierten Einweisung in den Streckenverlauf wird den Teilnehmern am Schluss des Briefings neben dem Zweitaktöl auch zur Mitnahme einer Regenkombi geraten: „Es regnet auf dieser Runde mindestens einmal!“



Bereits Tage bevor der Präsident des Ötztaler Mopedvereins mit seiner Mannschaft zur beliebten „Vereinsausfahrt“ einlädt, trudeln die Zweitaktverrückten ein. Ob aus dem höchsten Norden Deutschlands, Bel­gien, Frankreich oder sonst woher: die Camping­plätze und Garagen in Sölden verwandeln sich in Fahrerlager – und sind die Mofas oder Kleinkrafträder auch noch so schmächtig, zum Basteln gibt’s immer einen Grund. „Ich brauch unbedingt mehr Leistung“, ist beim Zeltnachbarn zu hören. „Und ich brauch ’ne Bremsscheibe“, schallt es bereits etwas bierselig zurück.

Der Tag vor der großen Fahrt ist besonders geschäftig, es gilt, sich und sein Moped oder Mofa anzumelden, einen kurzen Technikcheck zu bestehen und sein Gepäck zu richten. Der technischen Vorbereitung gilt die weitaus meiste Zeit des Tages. Und mit Recht sagt auch der Veranstalter: „Wer wegen einer total verrosteten Kette auf der Strecke liegen bleibt, handelt von sich aus fahrlässig und hat damit auch seinen Anspruch auf den Besenwagen verwirkt.“ Zum Tagesausklang ist dann noch bis exakt 22:59 Party angesagt, bevor die Teilnehmer ins Bett geschickt werden.



Ab 04:30 Uhr am nächsten Morgen liegt nicht nur die Dämmerung über Sölden, sondern auch eine hellblaue Dunstglocke, die neben dem typischen Zweitaktgeräusch das besondere Ereignis ankündigt. Exakt um sechs Uhr fällt der Startschuss und die Mopedmeute macht sich auf eine echte Abenteuerfahrt.

Bereits nach anderthalb Stunden wird bei Kühtai das erste Mal die 2000er-Höhenmarke überschritten, drei weitere werden auf den 258 Kilometern noch folgen, wobei das Timmelsjoch mit über 2500 Metern der höchste Streckenpunkt sein wird. Viele der kleinen Mopeds haben ein sehr eigenwilliges Leben und wollen schon nach fünf Kilometern nicht mehr, es wird noch einmal kurz nachgeschraubt und vor allem gut zugeredet – und weiter geht’s.

Nun wird es neun bis elf Stunden bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22 km/h dauern, bis die Teilnehmer über Innsbruck, Brenner, Sterzing, Jaufenpas und Timmelsjoch zurück in Sölden sind. Und jeder einzelne wird ein Sieger sein, denn hier geht es nicht um Meister­titel, sondern um das Erlebnis der gepflegten Langsamkeit. Denn wer langsam fährt, hat länger Spaß – und ausnahmslos alle freuen sich bereits auf ein nächstes Mal, wenn man all die anderen Bekloppten wiedersieht.



Der Mopedmarathon in bewegten Bildern

Zuerst veröffentlicht in BIKERS NEWS 06/2018
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