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Dieselben Piloten, dieselben Maschinen, dieselbe Location: Nach 30 Jahren geht das Werner-Rennen in die zweite Runde
Vor einem Jahr verkündeten Rötger Feldmann aka „Brösel“ und Holger „Holgi“ Henze, im Sommer 2018 erneut gegeneinander antreten zu wollen. Damit erfährt das legendäre Werner-Rennen, das vor dreißig Jahren auf dem Flugplatz in Hartenholm ausgetragen wurde, eine Neuauflage. Damals lieferten sich Brösel, der Erfinder der Comicfigur Werner, und Holgi, Betreiber der Kieler Kunstkneipe „Club 68“, ein PS-strotzendes Duell: Holgi saß am Steuer seines Porsches, Brösel startete mit dem „Red-Porsche-Killer“, der von vier hintereinander verbauten Horex-Motoren angetrieben wird. Der Dragster war damals extra für das Großereignis konstruiert worden, dessen Geschichte am Abend des 6. August 1984 mit einer Wette begonnen hatte. Damals hatte Brösel mit Holgi im Club 68 eine Auseinandersetzung und bezeichnete dessen 1968er Porsche 911 T unter anderem als „Wanderdüne“, während Holgi Brösels Horex „Vorkriegsschrott“ nannte. Schließlich verstieg sich Brösel zu der Aussage, den Porsche mit vier Horex-Motoren „abledern“ zu können – und schon stand die legendäre Wette um hundert Kisten Flens, die ein Jahr später zunächst den Stoff für den Werner-Comic „Eiskalt“ lieferte, bis aus der Fiktion Realität und der „Red Porsche Killer“ tatsächlich gebaut wurde – rund 280000 DM und fast drei Jahre Arbeit wurden in das 152-PS-Unikat gesteckt.

Holger „Holgi“ Henze und Rötger „Brösel“ Feldmann treten am ersten September-Wochenende zum zweiten Mal gegeneinander an. Erneut haben sie dafür einen „Vertrach“ ausgehandelt
Holger „Holgi“ Henze und Rötger „Brösel“ Feldmann treten am ersten September-Wochenende zum zweiten Mal gegeneinander an. Erneut haben sie dafür einen „Vertrach“ ausgehandelt


Als Holgi und Brösel 1988 endlich ihre Wette austragen können, platzt das Veranstaltungsgelände auf dem Flugplatz Hartenholm aus allen Nähten: Die Macher haben mit rund 60000 Gästen gerechnet, am Ende sind es mehr als dreimal so viele und bereits sechzig Kilometer vor dem Ziel staut sich der Verkehr. Die chaotischen Zustände tragen ihren Teil zum legendären Ruf des Rennens bei. Auch deswegen werden sie von Brösel und seinem Team heute nicht verschwiegen, sondern zur Ankündigung der Revanche hervorgehoben: „Auf den Besucheransturm waren die Veranstalter nicht vorbereitet – und das zeigte sich deutlich: Während Werner-Fans in Straßengräben campierten, kamen die Entsorgungsdienste nicht mehr auf das Gelände. Die sechshundert mobilen Toiletten reichten bei Weitem nicht aus, nachts wurden Gartenzäune in der Nachbarschaft abmontiert und verfeuert, Strohballen und Autos brannten. Zurück blieben 1500 Kubikmeter Müll und etliche frustrierte Anwohner. Zwei Wochen lang dauerten die Aufräumarbeiten für das Festival, dessen Highlight gerade einmal zwanzig Sekunden gedauert hatte“, heißt es in der offiziellen Presseinfo.



BIKERS-NEWS-Gründer Fips war 1988 mit dem Bones MC angereist. Fips berichtete für die BN, seine Bones-Brothers arbeiteten als Security. In der Oktober-Ausgabe 2015 erinnerte sich Fips in seiner „Back to the Roots“-Kolumne an den legendären Event. 
Hier könnt ihr sie lesen: tinyurl.com/WernerRennen1988



1988 verschaltete sich Brösel und Holgi gewann die Wette. Bei der anstehenden Revanche auf der bewährten Stecke und denselben, generalüberholten Maschinen hofft Brösel nun auf einen Sieg: „Nach drei Jahrzehnten Schmach muss unser genialer Eigenbau endlich mal Holgis aufgemotzte Serienschüssel abledern!“, kommentierte er.

Neben dem Kräftemessen der Kultfiguren versprechen die Veranstalter ein buntes Rahmenprogramm mit über fünfzig Bands auf drei Bühnen, Showacts um Geschicklichkeit und Geschwindigkeit und allem, was das Motorrad-Schrauber-Herz begehrt und Werner-Fans erwarten. Wie 1988 stehen deswegen erneut die Kür der schönsten Maschine ohne TÜV, Mofaweitwurf und der Sprung eines Lkw der Flensburger Brauerei auf dem Programm. Dazu kommen zahlreiche Motorsportaktionen wie Moto-Cross in siebzehn Klassen, Dragrace von Amateur bis Profi, Unicycle, Stockcar, Autocross und Mofa Cup. Interessierte, die aktiv dabei sein wollen, können sich noch anmelden – der Flachköppercontest dürfte dagegen auch Kurzentschlossenen offenstehen.

Da sich Brösel und Co. mit Holger Hübner, Veranstalter des „Wacken Open Air“, einen erfahrenen Festivalmacher ins Boot geholt haben, dürfte das Chaos von 1988 Geschichte bleiben: Das Festivalgelände ist für bis zu 70000 Gäste ausgelegt, die in sechs verschiedenen Camps von freakig bis familientauglich unterkommen können. Wer am letzten Tag des Festivals das Rennen macht, ist fast Nebensache.

Werner-Rennen 1988: Der Start!


Das Interview

„Es geht ja nur geradeaus“

Wir sprachen mit den beiden Kontrahenten Brösel und Holgi – und den beiden wichtigsten Männern hinter den Kulissen


Rötger „Brösel“ Feldmann ​und Holger „Holgi“ Henze

BN: Das Rennen geht zurück auf eine Kneipen­wette, die im vierten Band der Werner-Reihe thematisiert wurde– soll die Neuauflage des Rennens auch in einem Comic verarbeitet werden? Hängt das womöglich vom Ergebnis ab?

Rötger „Brösel“ Feldmann: Den neuen Werner Band 13 „Wat nu?!“ gibt’s seit Anfang Juni. Natürlich hab ich mir da auch Gedanken über das Werner-Rennen gemacht. Und über die Glyphosat-Mafia, Fracking-Schurken und Donald Trump …

Trainiert Brösel bereits auf dem Red-Porsche-Killer, sodass ein Verschalten dieses Mal ausgeschlossen ist?

Andi Feldmann: Wir hatten das so anberaumt für Ende April, Anfang Mai. Das hat sich natürlich verzögert. Der Red-Porsche-Killer ist ja dreißig Jahre alt, wurde seitdem nie bewegt. Da ist ’n bisschen was dran zu tun. Aber wir wollten meinen Bruder ja auch dazu bringen, dass der ’n bisschen mehr trainiert. Das ist ja auch wichtig, finde ich.


… richtig mit Achtendrehen und Hütchenzirkeln wie auf dem Verkehrsübungsplatz vom ADAC – oder wir müssen wir uns das vorstellen?

Andi: Es geht ja nur geradeaus, eine Viertel­meile, also um die 400 Meter. Da ist es wichtiger, dass Rötger sich nicht verschaltet und die Maschine nicht abwürgt. Das ist eine richtige Höllen­maschine mit 160 PS, die kann schon zickig sein. Wir würden uns deshalb einen Mental-Trainer wünschen, der Rötger mal für zwei Wochen betreut.

Auch Brösels Bruder Andi Feldmann kommt in den Werner-Comics vor: „Ich bin der leibhaftige Andi. Es gibt eine Szene, in der Werner im Krankenhaus ist und dort von seinem Kumpel mit dem Motorrad rausgeholt wird. Das bin ich.“
Brösels Bruder Andi Feldmann  


Dabei muss er beim Schalten jetzt nur noch einen Knopf drücken.

Andi: Wir ham schon gedacht, wir machen das alles ferngesteuert. Wir schnallen ihn da fest und dann wird er ferngesteuert. Braucht er gar nix machen.


Holgi will die Leistung seines Porsches angeblich nochmals steigern, auf rund 600 PS – ist sein erneuter Sieg damit nicht bereits sicher?

Andi: Wir wissen ja, dass der nur rumflachst. Also ’nen Porsche auf 600 PS zu bringen, da gehört schon ’ne Menge zu. Vor allen Dingen bei diesem alten Porsche. Da muss man ’nen ganz anderen Motor einbauen, also das kann ich mir nicht vorstellen, dass er das schafft. Wenn der gut läuft, der Porsche, dann hat der höchstens 250 PS. Und mit dem Motorrad wie das damals war – hätte sich mein Bruder nicht verschaltet – hätten wir wahrscheinlich auch gewonnen. Also sind wir jetzt sehr zuversichtlich, dass wir das in den Griff kriegen und wir auch mal gewinnen.


Sammelt ihr schon Katzenscheiße? Oder erwartet den Verlierer dieses Mal eine andere Strafe?

Holger Hübner (Veranstalter): Es wird wieder eine Art Schmähturm geben, an dem Fynn Kliemann von Kliemannsland gerade arbeitet.


Bei der ersten Auflage des Rennens vor dreißig Jahren kam es wegen des Besucheransturms zu chaotischen Szenen auf dem Gelände und im großen Umkreis zu massiven Verkehrsstörungen. War das aus heutiger Sicht damals alles wirklich so schlimm? Und was tut ihr, damit es dieses Mal zivilisierter abläuft?

Holger Hübner: Das war eine andere Zeit. Es gab keine richtigen Auflagen und die damaligen Veranstalter hatten keinen Überblick, wie viele Leute kommen, die Kommunikation lief langsamer und vieles mehr. Und mit unserer jahrelangen Erfahrung durch Wacken und unsere anderen Festivals und Events können wir da heute ganz anders rangehen. Natürlich haben wir auch den Flugplatz, die Gemeinden und alle Beteiligten immer mit einbezogen. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen, aber wir sind bestens aufgestellt. 
Die Frage war nie, ob das Werner-Rennen 2018 stattfinden darf. Es ging nur um das „wie“. Wir hatten im Vorfeld zwei gute, konstruktive Bürgersitzungen in Hartenholm, die sehr freundschaftlich verlaufen sind. Durch unseren eigenen Werdegang und unsere Erfahrung hatten die Leute von Anfang an Vertrauen zu uns und wir hatten auf alle Fragen eine Antwort. Das hat natürlich geholfen. Als Profis haben wir extrem hohe Ansprüche und natürlich auch einen Ruf zu verlieren. Wenn wir nicht garantieren könnten, dass bei einem solchen Event alles nach Plan läuft, hätten wir es auch nicht gemacht.



Ist der Red-Porsche-Killer exakt dasselbe Motorrad wie beim ersten Rennen? Oder wurden über eine Grundüberholung hinaus auch noch wesentliche Details geändert?

Andi: Das Motorrad ist seit vielen Jahren nicht mehr richtig gelaufen und wir haben erst mal eine Bestandsaufnahme gemacht und gemerkt, dass es doch viele Sachen sind, die überholt werden müssen: die Bremsanlage, auch der Antrieb mit den Zahnriemen, die Vergaser waren alle total verdreckt und mussten gereinigt werden. Also es ist eigentlich so, dass wir das ganze Motorrad einmal komplett zerlegen und dann wieder zusammenbauen mussten. Das macht ja auch Spaß, das alles zu machen. Wir haben mit Ölfuß, Karl und mir ein gutes Team.


Gibt es auch Dinge, die noch verbessert werden?

Andi: Ja, auf jeden Fall. Dem Fahrer wollten wir das Motorrad ja ’n bisschen geschmeidiger machen, sodass er besser darauf sitzen kann. Dass es für ihn funktionell besser ist. Die Sitz­position wurde geändert, dann kam ein anderer Lenker ran. Und wir haben diese elektronische Schaltung eingebaut, wo man eigentlich nur noch am Lenker vorn auf ’n Knopf drücken muss und dann werden die Gänge gewählt. So wie die Formel-1-Renner, die haben das ja auch. Das wollten wir auch haben!


Welche Änderungen kommen noch dazu?

Andi: Wir verändern auch noch was am Antrieb, was ganz kompliziert ist, und mit der Zündfolge auch noch. Und die Antriebs­riemen müssen anders positioniert werden. Das ist richtig akribische Arbeit und alles nicht so einfach in Einklang zu bringen. Die vier Motoren beharken sich ein bisschen – das wollen wir alles verbessern. Da kommt ’ne elektronische Zündung rein, die man am Computer noch einstellen kann, wenn der Motor läuft. Das ist hochmodern.


Nachdem „Ölfuß“ als der Erbauer des Red-Porsche-Killers vorgestellt wurde, meldeten sich immer wieder Schrauber, die auch Anspruch darauf erhoben, Wesentliches zum RPK beigetragen zu haben. War der RPK eine Einmann- oder eine Koproduktion?

Wolfgang „Ölfuß“ Ußleber: Das ganze Konzept von dem Apparat, das hab ich gemacht. So richtig alleine konstruiert und zusammengeschustert. Auch die Kupplung stammt von mir, weil die alte Kupplung mit dickeren Federn nicht gereicht hat. Das rutschte durch, das ganze Ding. Und die Motoren hab ich überarbeitet, damit die fitter wurden. Ich hatte ja letztendlich 45 PS pro Topf. Es gab noch einen Meister, der hat die Drehbank-Teile gefertigt. Das war mein Kompagnon. Und Kurbelwellen habe ich natürlich auch machen lassen.


Jeder Motor hat 550 Kubikzentimeter Hubraum. Waren originale 350-ccm-Horex-Motoren die Basis? Wie wurden sie getunt: Aufgebohrt? Gestroked? Die Kompression erhöht? Ventile und Steuerzeiten geändert? Vergaserdüsen aufgestockt?

Ölfuß: Ja, genau. Alles das! Ich hab so einen Horex-Motorblock genommen und angefangen, die Gehäuse zu schweißen, von innen und von außen, damit die wirklich stark genug sind, um die 45 PS auszuhalten, die ich angestrebt hab. Dicke Einlässe, dicke Vergaser, dicke Nockenwelle und so weiter. Dicken Hubraum, so richtig voll aufgemischt das ganze Ding. Das hat die originale Kupplung dann nicht mehr so richtig ausgehalten. Fünf Motoren hatte ich gemacht, und den einen haben wir getestet, der ist 170 gelaufen, ich selbst drauf. Hammer! Das ist sehr abenteuerlich gewesen.


Welches war die anspruchsvollere Arbeit: Das Steigern der einzelnen Motorenleistungen oder das Koppeln der Motoren?

Ölfuß: Beides war schwierig. Das Koppeln besonders, das ging so gar nicht. Ich hab das nämlich zuerst mit einer Duplex-Kettensorte probiert. Das ganze System hat soweit gehalten – bis auf den vorderen Motor. Der hat rumgehampelt in Sachen Drehschwingungen, wodurch letztendlich die Kette am vorderen Motor immer gerissen ist. Die anderen Motoren hatten ihre Drehschwingungen im Griff. Und dann hab ich das Gliedermaß der Kette auf ein Maß weiter vergrößert und schließlich durch Riemen ersetzt. Damit habe ich dann keine Probleme mehr gehabt. Aber das war nicht einfach mit der Kraft durch den größeren Hubraum.


An Stammtischen heißt es, dass die Leistungen einzelner, gekoppelter Motoren sich nicht so einfach addieren lassen, die Triebwerke würden sich gegenseitig ausbremsen, da sie nur theoretisch bei exakt gleicher Drehzahl laufen. Ihr habt die PS der einzelnen Motoren trotzdem addiert?

Andi: Auf dem Prüfstand hat jeder Motor seine 40 oder 42 PS gehabt, aber dadurch, dass die alle vier da rumrappeln und sich gegenseitig stören, kamen am Ende ja nicht viermal so viel PS dabei raus. In der ersten Version waren das geschätzte 152 PS.


Das Getriebe soll ein Dragster-Getriebe von Harley-Davidson sein. Könnt ihr es genauer benennen: Aus welchem Baujahr, aus welcher Baureihe?

Ölfuß: Das war ein neu gekauftes mit neuen Scheiben und allem. Wir haben damals das ausgewählt, was am meisten Kraft übertragen kann.


Wird Brösel im Sprint alle vier Gänge durchschalten müssen?

Andi: Wir bauen jetzt ein neues Getriebe ein mit fünf Gängen, was einen ganz, ganz kurzen ersten Gang hat. Und man braucht nach unseren Berechnungen aber auch gar nicht mehr so viel durchzuschalten. Wenn man den dritten bis zum Ende stehen lässt, hat man die Strecke, glaub ich, schon geschafft.


Um was für eine Kupplung handelt es sich genau: Mehrscheiben- oder Einscheiben-, Nass- oder Trocken-Kupplung?

Ölfuß: Das ist eine Mehrscheibentrockenkupplung. Den Kupplungskorb hat der Kollege gedreht und die Scheiben hab ich bestückt mit Federn und neuem Federdruck und all sowas. Und an der Welle, die aus dem Getriebe kam, habe ich von außen so ein Stützlager hingebaut und das ist sensationell gewesen, das hat gehalten.


Wie werden die Motoren geschmiert: Trockensumpf? Wo befindet sich dann der Öltank, im oberen Zentralrohr? Steckt darin auch der Benzintank?

Ölfuß: Jeder Motor hat auf der rechten Seite eine Ölpumpe und diese Ölpumpen haben aus dem dicken Öltank Öl gezogen, wo man drauf gesessen hat. Der Benzintank ist das lange pinke Rohr, das nach vorne ging. Als ich dann beim ersten Mal richtig gefahren bin, ist mir dann alles in die Fresse gespritzt. Die vier Ölpumpen haben das Öl auch nicht richtig zurückgepumpt und der letzte Motor ist dann im Öl ersoffen und hat so gespritzt, dass ich dann meine Beine trotz Overall voller Öl hatte. Hammerhart. Dem werden wir jetzt Abhilfe schaffen.

Wolfgang „Ölfuß“ Ußleber: „Das ganze Konzept von dem Apparat, das hab ich gemacht. So richtig alleine konstruiert und zusammengeschustert.“
Wolfgang „Ölfuß“ Ußleber​

Laufen die Ketten der Motorenkopplungen in einem geschlossenen Ölbad, wie der Primärantrieb einer Harley?

Ölfuß: Beim Rennen 1988 war das noch so, aber das haben wir dann geändert. Weil die Kette am vorderen Motor immer gerissen ist, habe ich alle Ketten durch Zahnriemen ersetzt, die von unten mit einer Rolle geführt wurden, und dazu spezielle Zahnriemenräder angefertigt und eingebaut. Dann habe ich richtige Riemenspanner gebaut, die diesen ganzen Trumm bewältigen, und damit lief es dann rund.


Für die Bereifung habt ihr sicher willige Sponsoren gefunden. Von wem kommen die Gummis? Wie heißen sie?

Andi: Wir wollen so ’n richtigen Slick, so ’n Dragsterreifen nehmen. Da ist ja jetzt ein normaler Straßenreifen drauf. Aber so einen Slick ohne Profil, der richtig glatt und eckig ist, der hat ’n bisschen mehr Antrieb, also kommt man besser vom Start weg. Wir hätten gerne einen speziellen Reifen von Goodyear, aber den gibt es nur in Amerika. Und da sind wir hinterher, da kümmern wir uns gerade drum.


Andi, du hast uns so viel erklärt, aber dein Name fällt kaum, wenn von Brösel-Werner geredet wird; dabei kommst du auch als Figur in den Comics vor …

Andi: Ja, ich bin der leibhaftige, comic-lesende Andi. Es gibt zum Beispiel eine Szene, in der Werner im Krankenhaus ist und dort von seinem Kumpel mit dem Motorrad rausgeholt wird. Das bin ich. Wir schrauben und basteln auch zusammen, zum Beispiel die Satte-Liter-Schüssel im Film.


Es gibt bekanntlich einen ewigen Konflikt zwischen Koch und Kellner. Gibt es das auch zwischen den prominenten Fahrern und den Schraubern, die zwar die meiste Arbeit haben, aber nur im Hintergrund wirken?

Andi: So sieht’s aus. Das stört mich aber wenig. Hinter den Kulissen hat man seine Ruhe und man hat seine Erfolge. Wir sind zum Beispiel auch ein Team beim Schreiben der Drehbücher für die Filme.


Sprichst du selbst deinen Bruder mit „Brösel“ an? Woher kommt der Name „Brösel“ überhaupt?

Andi: Ich behandle ihn wie meinen Bruder und spreche ihn mit „Rötger“ an. Den Namen „Brösel“ hat er gekriegt, als er immer nach Kiel gefahren ist. Von seiner alten Horex ist dann immer was abgebröselt.


Brösel ist 68 Jahre, du bist 63 Jahre alt. Bei einem Unterschied von fünf Jahren gab’s keine klassischen Geschwisterkonflikte mehr, oder?

Andi: Wir haben uns immer gut verstanden. Er hat mich auf seiner Horex in die Disco mitgenommen, obwohl ich noch gar nicht alt genug dafür war.


Vielleicht hängt der Red-Porsche-Killer den Porsche diesmal wirklich ab. Beherrscht der alte Brösel dann noch den Schulterblick oder hat er inzwischen einen steifen Hals?

Andi: Den steifen Hals hat er gerade wirklich, aber das kommt vom Zeichnen. Rötger treibt viel Sport, er wird nach hinten gucken können.


Die offenen Auspuffrohre des RPK sehen nach Lärm aus, der richtig weh tut. Wird Brösel einen Hörschutz tragen oder hört er sowieso nichts mehr?

Andi: Er trägt keinen Gehörschutz. Die Zeit ist reif für mehr Lärm!
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