German MC Cup

20.05.2016  |  Text: Volker Müller  |   Bilder: Volker Müller
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Im German MC Cup auf dem Harzring treten die Clubs im sportlichen Wettkampf gegeneinander an
Nach einer achtmonatigen Pause freuten sich die Fahrer auf das Rennen – und das war ihnen auch anzusehen. Alle waren heiß darauf, nach der langen Winterpause endlich wieder ihre Runden drehen zu können, ihre Maschinen auszureizen und die neu eingestellten Motoren und neu aufgezogenen Reifen zu testen – ob beim German 100 MC-Cup, beim freien AWO-Rennen oder beim Rennen der Superschnellen, dem MC 1 Rennen. Aber auch alte und neue MC-Member und Freunde zu treffen und mit ihnen zusammen das Wochenende zu verbringen, ist der Sinn der kultigen Veranstaltung.

Die Ruhe vor dem Sturm
Die Ruhe vor dem Sturm

Für Veranstalter und Fahrer begann die Rennsaison mit einigen Neuerungen. So erfolgte die Anmeldung dieses Mal mit einem zusätzlichem Laufzettel für die technische Abnahme, da alle startenden Motorräder auf ihre Sicherheit geprüft und ordnungsgemäß den Rennklassen zugeordnet werden mussten. Sollte sich zum Beispiel an einer als original angemeldeten AWO eine moderne Bremsscheibe finden, könnte sie nicht mehr in der Klasse „AWO original“ antreten. Beide Veranstalter, der Bull Skull MC und der Dark Forces MC, der den zweiten Lauf im August ausrichtet, hatten im Vorfeld außerdem dafür gesorgt, dass ein Rettungswagen samt Sanitäter vor Ort war, damit im Falle eines Unfalls schnell Hilfe geleistet werden konnte – bereits nach den ersten Trainingsrunden kam er zum Einsatz.

Jogi von den Holy Riders stürzte beim Trainingslauf und brach sich ein Bein – zum Glück war ein Sanitäter vor Ort
Jogi von den Holy Riders stürzte beim Trainingslauf und brach sich ein Bein – zum Glück war ein Sanitäter vor Ort

Pünktlich und streng nach Zeitplan begann das Training für die Teilnehmer des ersten Laufs. Doch der Unfall stoppte den Testlauf: Jogi vom Holy Riders MC stürzte am frühen Morgen in der zweiten Trainingsrunde und musste mit einem Beinbruch in die naheliegende Ambulanz gefahren werden. So war kurz nach dem Beginn des Renntages für alle Fahrer eine volle Stunde Stopp auf der Bahn.
Nachdem der Fahrer gut versorgt war, begann das Training in den angesetzten Zeitfenstern. Jeweils 15 Minuten hatten die Klassen „Supermoto“, „AWO“, „MC-Cup“ und „AWO-Gespanne“ zwischen 9 und 13 Uhr Zeit, um sich auf der Strecke einzufahren.
Für die Mittagspause hatte der Bull Skull MC einen besonderen Leckerbissen für die Rennfans und Zuschauer organisiert. Eine originale Honda CR 750 von 1970, ein sogenannter Daytona Racer mit satten 85 PS. Der Fahrer zeigte, was in ihr steckt. Basis dieses Motorrads ist die klassische CB 750, die mit einem Kit von Honda in die Sportversion CR umgebaut werden konnte. Ein guter Freund des Clubs sammelt und restauriert die Schätzchen und durfte die Rennfans auf der Strecke damit unterhalten.

Unterhaltung für die Mittagspause: Ein Freund des Bull Skull MC war mit seiner originalen Honda CR 750 von 1970 vor Ort und zeigte, was in ihr steckt
Unterhaltung für die Mittagspause: Ein Freund des Bull Skull MC war mit seiner originalen Honda CR 750 von 1970 vor Ort und zeigte, was in ihr steckt

Nach dem Briefing für alle Fahrer und der Besprechung des Reglements gab es noch ein Gruppenfoto fürs Familienalbum – danach begann das offizielle Rennen mit dem German 100 MC-Cup.
Im ersten Rennen des Tages, dem German 100 MC-Cup, starteten in 17 Teams ausnahmslos MC-Member. Bei laufenden Motoren begann das Rennen nach dem Startschuss mit einem Le-Mans-Start. Eine Stunde lang ging es dann über die 1,069 km lange Rennbahn, wobei die schnellste Runde mit 59,35 Sekunden vom späteren Gesamtsieger Stahlpakt MC eingefahren wurde – 55 Mal durchfuhren die Member die Rennstrecke und wurden so zum Sieger. Eine beachtliche Leistung vollbrachte Conny vom Dark Forces MC, der nach einem Sturz in der fünften Runde das Feld von hinten aufrollen musste und schließlich nach einer Stunde als Zweitplatzierter durch das Ziel fuhr.

Wie bei den Profis: Selbst in den Kurven wird noch überholt
Wie bei den Profis: Selbst in den Kurven wird noch überholt

Dem Team Samhain MC II fehlte nach einem Sturz der Handbremshebel, nach weiteren Runden versagte dann die Fußbremse – laut des Piloten war „Fading“, zu Deutsch Bremsschwund, das Problem. Zum Glück konnte er sich auf der Start/Zielgerade nach 39 gefahrenen Runden ausrollen lassen, landete durch diese technischen Probleme allerdings auf dem letzten Platz.
Beim MC1 Cup, dem Rennen der Superschnellen ohne Limit, zeigte die MC-Szene, dass sie die schnellen, kräftigen Maschinen beherrscht. Bei den Eigenbaumaschinen teilten sich Stahlpakt MC und Celler MC mit jeweils 45 Punkten den ersten Platz, der Ghostbusters MC kam auf den dritten Platz, der Darkforces MC Döbeln auf den vierten. Bei den Supermotobikes gewann Privatfahrer Sven Schwarze, gefolgt von den beiden Chaptern des Dark Forces MC aus Gotha und Döbeln.

So sehen Sieger aus: Die Gewinner des MC 1 Cup
So sehen Sieger aus: Die Gewinner des MC 1 Cup

Das Schöne beim AWO-Rennen ist, dass Free Biker, MC-Member und ganz normale AWO-Fahrer zusammen starten, die Zeit jeder Maschine wird über einen eigenen Transponder gemessen. Dreißig AWOs gingen so an den Start. Für manches Team war es dabei einfach, einen Pokal zu bekommen und das Siegertreppchen zu besteigen. Der Black Elector MC startete als einziger Club in der Originalklasse und gewann trotz Ausfall wegen „Spritmangels“. „Dabei sein ist alles“, erklärten die Member aus Dessau. Es besteht also Nachholbedarf bei den originalen AWOs, damit auch hier sportliche Konkurrenz zu spüren ist. Vielleicht finden sich noch einige Original-Fahrer für den zweiten Lauf am 20. August, um den Rockern aus Dessau etwas Druck zu machen und ihnen den leicht gewonnenen Pokal streitig zu machen. Einige Clubs und freie Fahrer starteten sowohl in der Gespannklasse als auch beim Solo-AWO-Fahren mit ein und derselben Maschine. Die schnelle Montage und Demontage des Seitenboots erforderte viel Erfahrung und Training.
Beim AWO-Gespannrennen gab es dieses Jahr eine Premiere: Der Bull Skull MC startete das erste Mal mit einem selbstgebauten Gespann auf dem Harzring. Doch mit dem schnellen Fahren bei wenig Übung und Erfahrung wurde es nichts – dafür hatten die Zuschauer ihren Spaß! Es kostet viel Kraft, so ein Unikum um die Kurve zu schieben. Die Schwäche der Maschine und die hohen mechanischen Belastungen forderten ihren Tribut. Das schwache Herz der AWO verabschiedete sich während des Rennens, ein Rahmenbruch der alten Dame kam hinzu. Nun sind die Jungs in der Pflicht, ihr Gespann bis zum 20. August renntüchtig zu machen, um dann kräftig mitzumischen. Insgesamt fünf Gespanne fuhren um den Pokal. Unschlagbar und um Längen unerreichbar war das Team Nawrath mit dem Kneelergespann. Seriös ruhig und sicher fuhren die beiden Runde um Runde und schließlich als Sieger ins Ziel.


Die Sieger des Gespannrennens: Team Nawrath

Die Gesamtsieger für die Rennsaison 2016 werden am 20. August ermittelt. Dann werden auch die Wanderpokale übergeben. Der zweite Lauf findet wieder auf dem Harzring statt, allerdings mit geänderter Streckenführung und dem Dark Forces MC als Veranstalter. Der hat schon für alle Teams, die bereits am Vorabend anreisen, die Versorgung organisiert, sodass dem Kennenlernen und den „Benzingesprächen“ nichts im Wege steht.
 

GERMAN MC Cup 2016 – die Sieger des ersten Laufs

1. Stahlpakt MC
2. Dark Forces MC
3. Route 88 MC
4. Drömlingsritter MC
5. Freycore MC Gera
6. Holy Riders MC
7. Manx MC
8. Celler MC
9. Karigane MC
10. Samhain MC
11. Manx MC
12. Ghostbusters MC
13. Ninetytwo MC
14. Speed King’s MC Salzwedel
15. Delirium Germanicum MC
16. Bastards MC South West
17. Samhain MC Team II

Diese und alle anderen Platzierungen samt der exakten Zeiten findet ihr auf www.german-mc-cup.de

Der zweite Lauf des German MC-Cup startet am 20. August auf dem Harzring; Veranstalter: Dark Forces MC, www.dark-forces-mc.de
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Stand:17 July 2018 04:08:01/events/events/german++mc+cup_165.html