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Ausgabe: 7/20


BIKERS NEWS - 2020/7
Am Kiosk seit 12.06.2020
Ausgabe 8/20 erscheint am 10. Jul
Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Kaum streckt der Frühling seine Fühler aus, kaum steigen die Temperaturen und die Natur erwacht zu neuem Leben, da erwachen auch Tausende Biker aus dem Winterschlaf. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit melden sich kurz darauf dann auch die vielen Initiativen gegen Motorradlärm wieder zu Wort, rufen nach strengeren Gesetzen, mehr Kontrollen und Fahrverboten.

Soweit, so schlecht – doch in diesem Jahr hat die Hysterie ein neues Niveau erreicht: Am 15. Mai hat der Bundesrat eine Entschließung zur Verminderung von Motorradlärm verabschiedet. Zwar handelt es sich dabei um eine Reihe rechtlich nicht bindender Bitten und Empfehlungen an die Bundesregierung – also keinen Gesetzentwurf –, doch immerhin ist das Thema damit erneut auf höchster politischer Ebene angekommen. Die wichtigsten Punkte aus dem Forderungskatalog: Für neue Motoräder soll in allen Fahrzuständen eine maximale Geräuschemission von 80 db(A) gelten, Manipulationen, die das Bike lauter machen, sollen strenger bestraft und Kontrollmöglichkeiten erweitert, in „besonderen Konfliktfällen“ zeitlich und räumlich begrenzte Fahrverbote oder Geschwindigkeitsbeschränkungen durchgesetzt werden – ausgenommen Elektromotorräder. Außerdem, so die Länder, müsse eine Lösung dafür gefunden werden, dass Motorradfahrer wegen Helmpflicht und fehlendem Frontkennzeichen Strafen oft entgehen würden. Zu guter Letzt spricht sich die Länderkammer dafür aus, individuell vom Fahrer einstellbare Sound-kulissen zu verbieten.

Es kann nur spekuliert werden, warum der Bundesrat den Antrag der Landesregierung Nordrhein-Westfalens durchgewunken hat, denn die Forderungen sind größtenteils schon jetzt geltendes Recht – oder widersprechen grundlegenden Normen unserer Verfassung: Vier Millionen Motorradfahrer pauschal ins Visier nehmen und kein Wort über laute Sportwagen oder SUVs verlieren – das ist eine Schräglage, bei der selbst unsere Knieschleifer-Fraktion vor Neid erblasst.

Entsprechend waren dann auch die Reaktionen auf den Vorstoß des Bundesrates: Ohne die berechtigte Wut genervter Anwohner in Abrede zu stellen kritisierten Interessensverbände wie der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) oder die Biker Union die politische Initiative mit deutlichen Worten, während den Industrieverband Motorrad, Sprachrohr der Hersteller und Importeure, vor allem die Frage interessierte, wie und wo denn eigentlich die neue maximale Lautstärke gemessen werden solle – schließlich verdient die Motorradwirtschaft nicht mit alten, sondern mit dem Verkauf neuer Bikes ihr Geld. Und sie sitzt in genau dem Expertengremium, das die komplizierten Messverfahren entwickelt – zusammen mit der Autolobby. Grund zur Panik besteht deswegen nicht, denn spätestens vor der ist bis jetzt noch jeder deutsche Politiker eingeknickt.


Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
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