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Inhalt der Ausgabe JUNI 2012

33. Jahrgang • Heft 362 • 6/2012
News
  • Bandidos MC: Interview zum Clubverbot
  • Bandidos MC: Razzia im Clubhaus
  • Bandidos MC: City Run mit Polizei
  • Hells Angels MC: Clubverbot in Köln
  • Hells Angels MC: Interview zum Clubverbot
  • Urteil: Kutten im Gerichtssaal
  • Flying Wheels MC: Jubiläum mit Polizeikontrolle
  • Roadbreaker MC: 30 Jahre Chapter Bielefeld
  • Biker-Abschied: Trauer um Bernd und Terz
  • Jubiläum: 20 Jahre Avalanche of Steel MC
  • Rock für Rocker: The Vibromatics
Bikes
Events
  • Bull Skull MC Cup: Supermoto Contest
  • Road Eagle MC: Schützenfest Wittenberg
  • Road Eagle MC: Spring Party in München
  • Hells Angels MC Reutlingen: Bukowski-Party
  • Hells Angels MC Boppard: Memorial Party
  • Hells Angels MC Hof City: Spring Party
  • Hells Angels MC München: Support Party
  • Gremium MC: Tag der Harley in Oberhausen
  • Rolling Wheels MC: Saisonstart in Berlin

Szene
  • Trust MC North
  • Underdogs MC Bernburg
  • Swap Meet Baden-Baden
  • MC Pegasus
  • Season Open in Mannheim
  • Biker-Weißwurstfrühstück
  • American Snakes MC Hof
  • Lobo MC: Hallenparty
  • Outlaws MC Nürnberg
  • Skull Maxxer Nomads
  • Devils MC Hungary
  • Iron Horses MC Hofbieber
  • Trust MC Nandlstadt
  • Roadbreaker MC Lippstadt
  • Dotsch Riders MC
  • Lobo MC Amberg-Sulzbach
  • Wolfmen MC Erlangen
  • Thunderbirds MC Schrobenhausen
  • Freeway Rider‘s MC Borderland
  • MC Flying Foxes Österreich
  • Sons of Silence MC Gangkofen
  • Wheels of Steel MC Schwaben
  • Saisonstart in Ludwigslust
  • Gedenkfahrt im Allgäu
  • Abschied von Bambi
  • MV Lehrte: Trauer um Tom
  • Flame Eyes MC Lippe
  • Blood Red Section MC Plauen
Rubriken:

Checkpoint

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Checkpoint
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Gegen des Volkes Stimme

Blicken wir mal ein ganzes Jahr zurück: Innerhalb dieses einen Jahres kassierte die Szene sechs Clubverbote. Vier davon jeweils unmittelbar in den Wochen vor anstehenden Regionalwahlen. Es handelt sich um die Verbote der Mongols in Bremen, der Hells Angels in Frankfurt sowie die der Bandidos in Aachen und der Hells Angels in Köln. Das kann kein Zufall mehr sein. Und so hatte ich es in einem Fernseh-Interview zum Clubverbot des Bandidos MC in Aachen auch ausgesprochen.
Das Bild da oben zeigt dieses Interview. Den kleinen Patzer, mich in der Anmoderation als Ex-Bandido vorzustellen, nehme ich den Kollegen von RTL nicht übel. Das ist nur ein erfrischender Kontrapunkt zu der uns vertrauten Unterstellung, dass wir den Hells Angels gehören würden. Wahr ist weder das eine noch das andere.
Bemerkenswerter war die Dramaturgie des RTL-Beitrages, die nach meinen Worten mit einer entschiedenen Off-Stimme des Sprechers schloss: „Wahlen oder nicht, jetzt sind sie erstmal verboten.“ Patsch! Als wäre damit eine lästige Mücke erschlagen, über die sich eine weitere Diskussion nicht lohnen würde.
Das wiederum schlägt in die gleiche Kerbe wie die innenministerlichen Einschätzungen der Bürgerlaunen kurz vor den Wahlen: Rocker verbieten kommt immer gut. Die Mehrheit, und zwar die deutliche Mehrheit der Bürger wird applaudieren.
Von den Themen solcher Wahlkampfkampagnen lässt sich ganz gut auf das schließen, was das Volk von uns denkt. Da helfen keine noch so gut gemeinten Charity-Aktionen für Kinder und gegen Krebs. Machen wir uns nichts vor, die Mehrheit der Bürger ist nach wie vor gegen uns. Und vielleicht sollten wir auch ein bisschen stolz darauf sein.
Aber Clubverbote sind wie ein Totschlag-Argument, mit dem tatsächlich totgeschlagen wird, und zwar eine Subkultur, die bis dahin die geheimen Ängste, aber auch Phantasien und Wünsche aller Bürger bedient hat. Denn welcher Bürger ist insgeheim nicht doch von Harley reitenden Rache-Engeln fasziniert? Das lässt sich psychologisch ergiebig ausdeuten. Die Psychologie lehrt uns, dass mit dem Totschlagen von Phantasien noch lange nichts erledigt ist. Bis dahin müssen wir uns damit abfinden, dass unsere Mediennation sich die Hände reibt, wenn wir vernichtet werden wie Ungeziefer.
Und halt: Ich kenne immer noch ein paar Rocker, die ebenfalls meinen, sie könnten die Member rivalisierender Clubs vernichten wie Ungeziefer. Wir sollten uns also erstmal an die eigene Nase fassen, bevor wir die Auschwitz-Keule schwingen.
Spätestens in dieser Hinsicht verstören mich die Stimmen vieler Biker, die nicht zuletzt in den Leserbriefen der letzten Ausgaben die bürgerliche Hatz gegen die Rockerszene mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich verglichen hatten. Das mag gut gemeint sein. Aber so weit sind wir noch lange nicht, und ein solcher Vergleich verhöhnt die tatsächlichen Opfer des Dritten Reiches.
Klar, wir müssen wachsam bleiben, dafür sind wir da. Aber wir können froh sein, dass es in unserem Land immer noch Wahlkämpfe gibt, so fadenscheinig ihre Kampagnen auch sind. Wir klagen also auf hohem Niveau. Der beste Beweis dafür sind meine freien Worte und die freien Interviews mit den betroffenen Clubs in dieser Ausgabe. Wenn diese Worte nicht gehört werden, so ist das bezeichnend für unsere Mediengesellschaft und irgendwie auch beängstigend. Aber das liegt immerhin nicht an der BIKERS NEWS.

… weiter geht’s in der BIKERS NEWS 06/12

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Stand:19 June 2018 23:56:07/magazin/bikers+news/content-11841_40-11833_60.html?s=6