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Inhalt der Ausgabe August 2013

34. Jahrgang • Heft 376 • 8/2013
Bikers News Titel - Ausgabe 8/13
News
 
  • Clubverbote im Osten: Der Staat greift durch   
  • Runder Tisch Berlin-Brandenburg   
  • Techno Batterien: Lithium-Akku im Test   
  • Fluthilfe: Biker packen an   
  • Fluthilfe: Biker-Party gecancelt   
  • Ruhrpottverband: Biker-Charity 
  • Bandidos MC: Rügen Island-Run   
  • Hells Angels MC Hof City  
  • Hells Angels MC Munich: City Run  
  • Rolling Wheels MC: Unimoto Meisterschaft  
  • 40 Jahre Satansadler MC Buxtehude  
  • Roadbreaker MC: Ein Jahr Chapter Brilon 
  • Sons of Silence MC: European Invasion


Bikes
  • Helvetia-Chopper: Highnecker aus der Schweiz  
  • Rolling Stone: Custom-Harley aus Berlin  
  • Rumänische Liebschaft: Krasser Eigenbau 
  • Monster-Bob: Fat Bob Custom im Fahrtest 
  • Red Tiger: Intruder-Custom aus Österreich


Events
  • 110 Jahre Harley-Davidson, Rom   
  • Zehn Jahre Hamburg Harley Days   
  • United Cycle Run, Südbaden
 

Szene
  • Dirty Pack MC Elmshorn  
  • 20 Jahre Mark Brothers MC  
  • Apehanger-Run, Memmingen  
  • Harley Friends Würzburg  
  • Summertime Party Sylt  
  • Jim Beam Killer, Hönow  
  • Nativos MC Dom.-Rep.  
  • Fünf Jahre Mjölnir MC Nomad  
  • Zehn Jahre MF High Voltage  
  • Main-Taunus-Ausfahrt  
  • Wild Women on Bikes, Berlin  
  • Wild Star Treffen, Bamberg  
  • Bloody Devils MC, Berlin  
  • Zombies Elite MC Schongau  
  • Sunny Friday, USM, Langenhagen 
  • Toy Run Marktoberndorf  
  • Moto Tugas Portugal, Dortmund 
  • Freeway Rider’s GE-Eastside  
  • Harleymood, Burg Ehrenberg  
  • Wolfmen MC Neuburg  
  • Wild Vikings MC Berlin  
  • Independence Chapter  
  • Hanse-Jamboree, Henstedt-Ulzburg 
  • Lone Star MC München 
  • MV Lehrte: Rocknacht 
  • MF Free Hogs  



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Kurven sind scheiße

Sonntagnachmittag, immer wenn das Wetter schön ist, dann hören wir die Rettungshubschrauber. Ihre Flugrichtung führt auf direktem Weg vom Odenwald in die Notaufnahme-Kliniken von Mannheim. Dann hat sich wieder so ein Joghurtbecher-Fahrer mit seiner Papageien-Kombi in die Leitplanken geschleudert.
Im Gegensatz dazu ist das Bild da oben ungeheuer beruhigend. Einem Harley-Fahrer geht es nicht um das Ausreizen von Schräglagen. Er weiß, wo seine Grenzen sind.
Hätten wir das vor drei Jahrzehnten so aussprechen dürfen? Vor drei Jahrzehnten war es sowieso anders. Die Harley-Davidson Company hatte sich damals gerade in ihr Outlaw-Image gefügt und begann es zu pflegen: Es sollten die Wilden sein, die Unzähmbaren, die Ewig-Jugendlichen, die Harley fahren. Das kam gut an, und dieses Glück konnte man kaufen. Tatsächlich hatte auch ich mir einst auf einer Harley das Bein gebrochen, weil ich die Kurve nicht gekriegt hatte.
Als gebürtiger Berliner weiß ich mit diesen Bergen und ihren Kurven noch immer nichts anzufangen. Nach dreißig Jahren und nach dreißig Wintern auf dem Motorrad, viele Jahre auf dem Gespann und niemals mit Saisonkennzeichen, würde ich bis heute nicht behaupten, dass ich das mit der Schräglage begriffen habe. Solche Geständnisse darf man erst im Alter aussprechen, wenn man sich selbst alles bewiesen hat und anderen nichts mehr beweisen muss.
Und als Rocker weiß ich, dass es sowieso nicht um die Kurven geht, sondern um die Show. Die ist auf einer Harley noch immer garantiert, wenn auch nur noch politisch korrekt und mit päpstlichem Segen. Denn inzwischen geht man auch bei der Company zum Rauchen auf den Balkon.
Zum Hundertzehnjährigen von Harley-Davidson dürfen wir zugeben, wie vernünftig unsere Harley-Szene geworden ist. Auch kostet sie den Sozialstaat nichts, und Städte wie Rom oder Hamburg verdienen anlässlich der Jubiläumsfeiern eine Menge Geld. Muss man sich dafür schämen, von einer gesellschaftlichen Randgruppe zu einem Wirtschaftsfaktor geworden zu sein?Michael Ahlsdorf

Wir sind angekommen. Nur einen Preis musste unsere Szene dafür zahlen: Viele von uns können das erst in ihrem zweiten Frühling erleben. Da sind sie dann eben nicht mehr ganz so wild und unvernünftig. Hätte die Harley-Parade nicht auf der Hamburger Köhlbrandbrücke, sondern auf der Magic Bike in Rüdesheim stattgefunden, dann hätten sich einige Teilnehmer wenigstens eine bunte Kappe über den normgerechten Helm gestülpt, um zu beweisen, dass sie eben immer noch ein bisschen crazy sind.
Uff. Es ist eine Gratwanderung mit der Vernunft, wenn nicht eine verzwickte Kurvenfahrt. Die BMW-GS-Fahrer fahren zum Beispiel auch gerne durch Kurven. Aber dabei tragen sie Warnwesten. Und um sich in eine Odenwälder Leitplanke zu schleudern, dafür sind sie … viel zu vernünftig.

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Stand:19 June 2018 23:47:18/magazin/bikers+news/content-16701_40-16697_60.html?s=5