zur Archivübersicht

Inhalt der Ausgabe September 2014

BIKERS NEWS Titel 09/2014 

Aktuelle Ausgabe PROBELESEN »


35. Jahrgang • Heft 389 • 09/2014


News
  • Colour-Verbote: Der Flickenteppich  
  • Colour-Verbote: Der Überblick  
  • Outlaws MC: Europe Run  
  • Outlaws MC: Abschied von Thorsten  
  • Gremium MC: Euro Run in Hessen  
  • 30 Jahre Trust MC  
  • Biker Union: Hambacher Bikerfest  
  • 40 Jahre Freeway Rider’s MC  
  • 40 Jahre Adler MC Köln  
  • Army Vets MC: Memorial Run  
  • Rolling Wheels MC: Abschied von Barney  
  • Rockmachine MC: World Run in Germany   

Bikes
  • Neue Indian Scout im Fahrtest  
  • Indian Scout, Baujahr 1929  
  • Rätselhaft: Steampunk-Custom  
  • Swiss Chopper: Softail Springer Custom           

Events  
  • Hamburg Harley Days   
  • Born to be Wild MC: Motorcycle Jamboree  
  • Bike and Music Weekend Geiselwind         


Szene

  • Blood Red Section MC: Highland-Tour  
  • Ötztaler Bikertreffen  
  • MC Borne: 20 Jahre on the Road  
  • Eifel Connection Tour   
  • Medical Knights   
  • Nicostars Charity Ride   
  • MC Hermsdorf e.V.  
  • Dragsäue MC Eberswalde   
  • Zehn Jahre Thunder Iron  
  • Night Riders MC Schifferstadt   
  • MF Panik Clique Neustadt   
  • Blood Red Section MC Hof   
  • MF Brocken-Biker  
  • Zehn Jahre Old Proud Chopper   
  • Road Eagle MC Munich   
  • MC Tespe   
  • Tatoka MC   
  • Underdogs MC Stassfurth   
  • Abschied von Frank Werner   
  • Spezial Crew Dortmund   
  • LOS-Riders Beeskow   
  • Born to be Wild MC Wolfsburg   
  • Dark Forces MC Gotha   
  • Derelicts MC Bavaria   
  • Atlantis MC, Wülfershausen   
  • BMW-Days, Garmisch-Partenkirchen   
  • The Rats MC Hannover   
  • MF Titan: Hochzeit im Weserbergland                

Rubriken:
  • Checkpoint   
  • Für die Szene   
  • Leserbriefe   
  • Abonnement   
  • Clubnachrichten  
  • Ständige Adressen  
  • Swapmeet  
  • Anzeigenindex   
  • Händlermeile   
  • Veranstaltungen   
  • Jail Mail   
  • Reader’s Ride   
  • Impressum 

Checkpoint September 2014

Checkpoint September 2014

Düstere Wolken

Jüngst musste ich laut werden. Ein Reporter wollte mich von der Wichtigkeit des 40-jährigen Jubiläums eines Clubs überzeugen, über den er gerade berichtete. Bei allem
 
Respekt musste ich ihm erklären, dass wir eine Menge Clubs haben, die 40 Jahre alt werden, aber wir haben gerade nur ein Colour-Verbot – was mich zwingt, redaktionelle Prioritäten zu setzen. Der Reporter konterte: Mit dem Colour-Verbot würde es schon die Richtigen treffen, die hätten sich ihre Suppe selbst eingebrockt.
In der Tat trifft das Colour-Verbot nicht jeden, sondern nur eine sorgsam ausgewählte Liga unserer Clubs. Deshalb ist es auch sorgfältig von einem Kutten-Verbot zu unterscheiden, das jeden Biker in die innenministerlich angeordnete Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten gegen die Rockerszene reinzieht. Mehr dazu in unserer Titelstory.
Und in der Tat drückte mein Reporter nur die allgemeine Stimmung im Rest der Szene aus. Das war der Punkt, an dem ich ihn deutlich an einiges erinnern musste: So wie die Schrauber eines Japan-Choppers stets stolz erwähnen, dass sie auch ein Harley-Teil verbaut hätten, so blickt der kleinste Club nach oben zu den „Großen“, um sich von ihnen seine Scheibchen abzuschneiden. Wenn die großen Clubs sich Side-Rocker auf ihre Kutten nähen, dauert es kein halbes Jahr, bis auch die klein
 
en Clubs damit unterwegs sind. Und als die großen Clubs die ersten Support-Clubs einführten, dauerte es nicht viel länger, bis selbst Clubs mit nur einer Handvoll Chapter sich ihrerseits Support-Clubs zulegten. Ich bin gespannt, wann kleine Clubs neue Patches tragen, die den Ersatz-Abzeichen gleichen, die unsere Onepercenter sich seit dem Colour-Verbot zulegen müssen.

Ob wir’s wollen oder nicht: Es gibt Führungsrollen in der Szene, und es gibt Clubs, die sie ausfüllen.
Welche Rolle darin bestimmte Abzeichen und Symbole spielen, wird sich nun herausstellen. Die Colour-Verbote könnten eine Kultur zerstören. Sie könnten aber auch die echten Rocker von den Posern scheiden, die aussteigen, wenn ihnen niemand mehr ansieht, wie wichtig sie sind. Und schließlich könnten diese Colour-Verbote auch zu possenhaften
Verwirrspielen mit Ersatz-Abzeichen führen, in denen am Ende der Staat an der Nase herumgeführt wird und wir die Lacher auf unserer Seite haben.Michael Ahlsdorf

Und trotzdem ist daran gar nichts komisch. Gerade greifen die Innenminister massiv in die Strukturen unserer Szene ein. Es wäre ja schön, wenn danach alles gut wird. Niemand würde mehr auf unseren kleinen Partys die Stimmung verderben, wenn nur noch die richtigen Biker übrig blieben und wenn wir alle uns in Brotherhood die Hände reichten. Aber es scharren schon einige Clubs mit den Hufen, um in die Lücken zu springen, die der Staat aufreißt. Das können 40 Jahre alte MCs sein, die es nun ihrerseits mal mit den Führungsrollen probieren. Das können aber auch die von allen gestandenen Bikern gefürchteten Migranten, Hooligans, Türsteher oder Kampfsportler sein. Müssen wir dann alle eines Tages Hormontabletten schlucken und uns die Augenbrauen zupfen, wenn wir noch dazugehören wollen?
 
Okay, die Wolken am Horizont sind düster, aber wir müssen nicht alles schwarz sehen. Ein Gewitter kann auch mal reinigend sein. Laut ist es dann trotzdem. Es gibt viele gute Gründe, laut zu werden.
Stand:19 June 2018 23:51:09/magazin/bikers+news/content-19019_40-19018_60.html?s=4