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Inhalt der Ausgabe Februar 2015

BIKERS NEWS Titel Februar 2015

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  36. Jahrgang • Heft 394 • 2/2015  


News
  • Factory-Customizing. Ist das noch echt?   
  • Präsi-Versammlung: Partyplanung im Osten   
  • Clubportrait: Ninetytwo MC   
  • Hausmittel: Backpulver reinigt Vergaser   
  • 40 Jahre PCK MC   
Bikes
  • Harley-Davidson Breakout   
  • Unbreakable: Breakout-Custom mit 28-Zöller   
  • Gülle-Racer: Honda CX 500 aufgepeppt   
  • Ost-Chopper: Seltener EMW-Umbau  
  
Events:
  • CUSTOMBIKE SHOW 2014, Bad Salzuflen   
  • Road Eagle MC: Teilemarkt in München   
  • Swiss 500: 500 Meilen durch die Berge         
Szene
  • Zombie‘s Elite MC Nürnberg   
  • Dog Soldiers MC Mülheim   
  • Roadbreaker MC Bielefeld   
  • Warlocks MC: Abschied von Kid   
  • Stones MC Münsterland   
  • Lojo Clothing: Winterseason Party   
  • Gremium MC Neunkirchen: Memory Run   
  • Büffel MC Rehagen   
  • Runder Tisch Berlin Brandenburg   
  • Iron Horses MC Hungary   
  • Freeway Rider‘s MC Hagen   
  • Choppers World: Swapmeet   
  • Roadbreaker MC Süd-West   
  • 35 Jahre Skull Riders MC   
  • Iron Horses MC Hofbieber   
  • Hunters MC Nomads   
  • Wheels of Steel MC Nomads   
  • Rolling Wheels MC Berlin   
  • MC Gramusels, Buxtehude   
  • Motorradscene   
  • B.A.C.A.: Bikers Against Child Abuse   

     
            
Rubriken:
  • Checkpoint   
  • Für die Szene   
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Checkpoint Februar 2015

Checkpoint BalkenLumber-Biker

Wenn wir unsere CUSTOMBIKE-SHOW ausrichten, haben wir nicht viel Muße. Als Gastgeber kriegen wir das Geschehen auf der Messe nur im Augenwinkel mit. Aber da, im Augenwinkel, schoben sich so viele Biker in Holzfällerhemden durchs Gedränge, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatten.Lumber-Biker
Wann hat man diese Hemden zum letzten Mal getragen? Meines hatte ich mir Anfang der 90er Jahre zugelegt, und das war eigentlich schon zu spät. Jetzt kommen sie wieder. John Doe verkauft das Modell „Lumberjack“ sogar mit Hightech-Membran und Protektoren für den echten Biker des neuen Jahrtausends. Aber ist das noch echt, wenn ein Hemd nur nach Holzfäller aussieht?
Die Modewelt hat für dieses Phänomen den Begriff „lumbersexuell“ geprägt. Denn wenn es keine echten Naturburschen mehr gibt, dann tun umso mehr Hipster so, als ob sie welche wären.
Lest dazu unsere Titelstory. In der geht es um den Trend, moderne Motorräder schon ab Werk so zu verkaufen, als wären sie in der Hinterhofgarage von eigener Hand zusammengedengelt worden. Das kann nach hinten losgehen. Irgendwann wird es die Mutti in ihrem Opel Adam den wenigen wirklich echten Bikern nicht mehr abnehmen, dass sie echt sind.
Aber keine Sorge, ich übe mich jetzt nicht im Hipster-Bashing. Die ersten langhaarigen Endzwanziger mit Bart und dunkler Ray- Ban-Brille waren mir vor bald zehn Jahren aufgefallen. Holzfällerhemden trugen sie natürlich auch. Vor allem aber fuhren sie Motorräder, die aussahen, als wären sie einer Zeitmaschine aus den Sixties oder Seventies entsprungen. Sie nannten das „Oldschool“. Diese Bikes waren wirklich noch von Hand geschraubt.
Es beglückte mich, dass diese Jungs im Kommen waren. Bemerkenswert an ihnen: Sie wollten mit Rockern nichts zu tun haben. Denn zu der Zeit taten die echten Onepercenter so ziemlich alles, um unser Image zu ramponieren. Mit den Hipstern schien sich eine neue Szene aufzutun, in der es wirklich wieder um Motorräder ging.
Inzwischen sind eine Menge Typen aufgesprungen, die unser Leben mit Lifestyle verwechseln, und jetzt haben auch noch so ziemlich alle Motorradhersteller diese kaufkräftige Szene entdeckt und bedienen sie mit den passenden Bikes von der Stange.
Macht nix. Denn die ersten Hipster tragen Kutten. Jeanswesten natürlich. Und hinten haben sie Patches aufgenäht, die in ihrer künstlichen Einfachheit so aussehen, wie die ersten Clubpatches vor 50 Jahren. Jetzt werden sie doch noch Rocker. Herzlich willkommen!Michael Ahlsdorf
Wenn die Geschichte sich auf gespielte Weise wiederholt, dann ist das ein Symptom für das Ende unserer Kultur. So lehrte es der Philosoph Oswald Spengler vor hundert Jahren in einem Buch mit dem Titel „Der Untergang des Abendlandes“. Der Titel ist zu einem vielfach missbrauchten Slogan geworden, und überhaupt haben Philosophen ja nicht immer recht.
Wenn jedenfalls die Hersteller ihre Motorräder auf den Markt bringen, dann machen sie das nicht, weil sie die Bösen sind, die euch das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Sie machen das, weil sie ein Bedürfnis nach Echtheit bedienen, das entsprechend groß zu sein scheint. Mit dieser optimistischen Grundhaltung lade ich mal wieder alle ein, in unserer Szene mitzumachen. Sie haben das richtige Magazin in der Hand, das für die echten Biker.v
Stand:20 June 2018 00:00:23/magazin/bikers+news/content-19851_40-19816_60.html?s=4