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Inhalt der Ausgabe März 2016

BIKERS NEWS Titel 03-2016

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  37. Jahrgang • Heft 407 • 3/2016  

 
  Bikes & TecHnik     Storys & Events            
  CLUBLEBEN  
  • Hells Angels MC: Der lange Weg durch Russland, 2. Teil   
  • Clubporträt: Stahlpakt MC Ohrdruf   
  • Back to the Roots, Teil 8: der Cavemen MC   
  • Gringos MC: 15 Jahre in Deutschland   
  • Rogues MC: Save the Choppers!                
     
  AUS DER SZENE  
  • Born to be Wild MC Berlin   
  • MC Ride for Freedom Hunsrück   
  • Road Eagle MC München   
  • Stray Dogs MC, Bad Windsheim   
  • Fünf Jahre Rolling Wheels MC Forst   
  • Wintertreffen Schloß Augustusburg   
  • Bandidos MC Herne East   
  • Freeways-Supporter: Free Wheels MC   
  • Harter Kern MC, Xanten   
  • Celoraptor MF: Wintergrillen   
  • 40 Jahre M.C. Mölln   
  • Python Bikers MF Berlin            
     
           
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Checkpoint März 2016

Alle reden vom Wetter – wir auch

Motorradfahren ist unvernünftig. Im Sommer ist es zu heiß, im Winter zu kalt. Und es ist nicht nur gefährlich, sondern auch unpraktisch. Wer nicht gerade mit einem Tourer oder Bagger unterwegs ist, kann außer seinem Allerwertesten eigentlich nichts transportieren – kein Dosenfutter, kaum Werkzeug und erst recht keinen Kasten Bier. Warum tun wir uns das also an? Warum packen wir den ganzen Krempel nicht in einen schicken El Camino? Oder scheißen einfach ganz auf Stil und nehmen Muttis verdammten Passat? Wer diese Frage stellt, würde die Antwort nicht verstehen – wenn es denn eine gäbe. Das wisst ihr genauso gut wie ich.

Aber Motorradfahren ist nicht gleich Motorradfahren, die Unvernunft kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Auch das wisst ihr genauso gut wie ich. Deswegen müssen wir noch einmal vom Wetter reden: Wer nämlich am äußerten Ende der Unvernunftsskala angelangt ist, dem ist es im Winter gar nicht zu kalt fürs Moped. Und von diesen Zweirad-Enthusiasten gibt es gar nicht wenige, sondern mindestens 4430. Das ist die Zahl der Besucher, die laut Bundesverband der Motorradfahrer Ende Januar mit dem Bike zur Jubiläumsausgabe des Elefantentreffens angereist war. Das jährliche Stelldichein der Winterbiker im Bayrischen Wald feierte 2016 sein 60-jähriges Bestehen – und erfreut sich offensichtlich trotz strengerer Regeln für mehr Sicherheit und Ordnung ungebrochener Popularität. Zugegeben, dieses Jahr waren die Temperaturen vergleichsweise mild. Doch die Hartgesottenen waren den Naturgewalten trotzdem ausgeliefert: Statt gegen weiße Schneemassen mussten sie dieses Mal gegen braune Schlammlawinen ankämpfen, die das Gelände in Folge des Regens heimgesucht hatten.

Für mich wäre das nichts. Es wäre mir immer noch zu kalt, vor allem aber hätte ich keinen Bock, meine Trude danach zu putzen – denn die VS ist nun mal keine GS, bei der man sich wundert, dass nicht schon ab Werk Schlamm und Dreck dran sind. Dennoch verstehe ich die Elefanten-Familie und ihre Faszination für das Abwegige – und wenn ich mir die Geschichten der Besucher anhöre oder mir die Bilder aus dem „Hexenkessel von Loh“ anschaue, dann überlege ich schon, ob ich da nicht doch hin muss. Sollte ich mich einmal dazu entschließen, gibt es für mich zwei Varianten: Erste Wahl wäre, mit einem Zündapp-KS-601-Gespann anzureisen, dem „grünen Elefanten“, der dem Treffen seinem Namen gab. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich mir Muttis Passat leihe. Egal wie, Hauptsache, ich kann mit einem Kasten Bier vorfahren. Denn im Falle des Elefantentreffens ist der Weg ausnahmsweise mal nicht das Ziel, sondern der Austausch mit den Gleichgesinnten, den anderen Unvernünftigen –
und dabei hat ein Pils noch nie geschadet.
Tilmann Ziegenhain
 


 
Stand:23 June 2018 00:51:47/magazin/bikers+news/content-21444_40-21427_60.html?s=3