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Inhalt der Ausgabe Juli 2018

BIKERS NEWS – Checkpoint der Rocker
 

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  40. Jahrgang • Heft 435 • 07/2018  


 
  STORYS und EVENTS  
Waffen weg! Sippenhaft für Rocker
Die Revanche! Werner-Rennen 2018
Rhein/Main rockt: Lakeside Bikedays
Wellenreiter: Eine Victory will übers Wasser

 
  BIKES und TECHNIK  
Oldschool: Shovel vom Bikershop Bittner
Auf großem Fuß: Big Twin Bagger
Nitrolympx: Die Dragster-Klassen im Überblick

      
  CLUBLEBEN  
Rocker im Erzgebirge: 25 Jahre Tanks MC
Dog Soldiers MC: 40 Jahre on the Road
Back to the Roots, Teil 36: Fips gründet den Lost Sons MC
Friendship Party: Vier Clubs, eine Feier
      

  AUS DER SZENE  
Brothers MC Arnsberg
Rolling Wheels PC Erkner
Rolling Wheels MC Berlin
Wolfmen MC Erlangen
Szene Österreich: Abschied von Rudi
MA-Birthday-Party
Blood Red Section MC Eastpoint
Customshow Emirates
Büffel MC Rehagen
Mecklenburger Motorradtreffen Malchin
 
           
  STANDARDS  
Checkpoint   
Rocker des Monats   
Leserbriefe   
Jail Mail   
Clubnachrichten   
Abonnement   
News und Händlermeile   
Swapmeet   
Anzeigenindex   
Termine   
Kolumne: Das letzte Wort   
Impressum und Vorschau   
     

Checkpoint Juli 2018

Alexa, was war noch mal am 15. Dezember 1983? Einige von euch erinnern sich bestimmt: Die Behörden hatten eine große Volkszählung geplant, um mehr über die Bürger zu erfahren und dieses Wissen bei künftigen politischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Doch das Stimmvieh fürchtete den Überwachungsstaat und ließ sich weder zählen noch zähmen. Nach massiven Protesten schob das Bundesverfassungsgericht der überambitionierten Exekutive an diesem Tag dann einmal mehr den Riegel vor. In seinem Urteil leitete das höchste deutsche Gericht aus der Menschenwürde als oberstem Prinzip des Grundgesetzes und dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ab. Seitdem dürfen wir grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung unserer persönlichen Daten bestimmen.

Doch während in den Achtzigern Tausende für ihre Rechte auf die Straßen gingen, scheinen wir es heute mit dem Datenschutz nicht mehr so eng zu sehen. Statt uns Sorgen über den Datenhunger der großen Internetgiganten zum machen, holen wir uns mit Alexa die kapitalistische Variante der Stasi sogar freiwillig ins Haus. Und statt uns zu freuen, dass die EU mit der Datenschutz-Grundverordnung unsere Rechte stärkt, regen wir uns über die vielen E-Mails auf, die wir deswegen von Google, E-Bay und Co. erhalten.

Zugegeben, der Datenhunger der Privatwirtschaft ist vergleichsweise harmlos, schließlich geht’s ja nur ums Geld und wir können uns dem Ganzen weitgehend entziehen, indem wir Scheiße wie Alexa nicht kaufen. Anders sieht’s bei der staatlichen Sammelritis aus. Vor allem, weil unsere trantütigen Beamten es sich erlauben können, mit falschen oder veralteten Daten zu arbeiten – sie müssen sich ja nicht auf einem freien Markt mit guter Arbeit bewähren. Einen solchen Fall schildern wir in dieser Ausgabe. Vor einiger Zeit erhielt ein unbescholtener Biker ein Schreiben vom Ordnungsamt. Darin hieß es, man sei „nach umfassender Prüfung der Sach- und Rechtslage“ zu dem Schluss gekommen, dass er aufgrund seiner Mitgliedschaft in einer der großen „Outlaw Motorcycle Gangs“ keine Waffen besitzen dürfe. Diese pauschale Vorverurteilung wäre an sich fragwürdig genug, doch in diesem Fall kommt’s noch besser: Unser Biker ist nämlich gar nicht Member eines Motorradclubs, und zwar seit über zwanzig Jahren. Einst gehörte er einem Club an, der Mitte der Neunziger zu einem größeren Club wechselte; der wiederum wechselte einige Jahre später schließlich zu einem der großen Einprozenter. Beide Wechsel hat er nicht miterlebt, doch die Polizei führte ihn fälschlicherweise immer noch als Mitglied. Immerhin zeigte sich die Behörde in diesem Fall einsichtig und machte den Entzug des Waffenscheins rückgängig. Doch Experten schätzen, dass die Polizei auf Abertausenden personenbezogener Daten sitzt, die nicht nur rechtswidrig, sondern auch noch fehlerhaft abgespeichert wurden. Und was tut die Politik ? Sie baut mit neuen Polizeiaufgabengesetzen die rechtsstaatliche Kontrolle weiter ab und lässt Kreuze in Behörden aufhängen – Gott sei uns gnädig!

Es ist Zeit, dass wir uns wieder die wichtigen Fragen stellen; Fragen, die uns Alexa nicht beantworten wird – zum Beispiel die, ob wir unsere Freiheit tatsächlich zugunsten vermeintlicher Sicherheit aufgeben wollen.


Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
 
Stand:25 September 2018 11:14:57/magazin/bikers+news/content-26784_40-26783_60.html