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Inhalt der Ausgabe Oktober 2018

 

Aktuelle Ausgabe PROBELESEN »


  40. Jahrgang • Heft 438 • 10/2018  


 
  STORYS und EVENTS  
Rockerkriminalität: Aktueller Lagebericht der Polizei
Werner-Rennen 2018: Showdown im Norden
Sonny Barger: Exklusives Interview zum achtzigsten Geburtstag
German MC-Cup 2018: Friedlicher Wettstreit beim Dark Forces MC
Born to be Wild MC: Motorcycle Jamboree
Ma Bike: Die neue Chefin im Porträt
 
  BIKES und TECHNIK  
Harley-Davidson: Die neuen Modelle 2019
Die Schöne und das Biest: Playmate meets Motofuxi
Lange läuft! Lowrider von Black Ace Customs



  CLUBLEBEN  
Bandidos MC: Germany Run in Dortmund
Roadbreaker MC: Motorrock-Festival und Germany-Party
Back to the roots: Die Gründung des Mannheimer Bones MC


  AUS DER SZENE  
Boss-Hoss-Ride Schweiz
Mofarennen am Götzberg
Nomads MC Biederitz
Omen MC Southend
Dreißig Jahre Motorradclan
Black Devils MC Günzburg
Bikers Brotherhood Nomads
BIKERS-NEWS-Blog
 
           
  STANDARDS  
Checkpoint   
Rocker des Monats   
Leserbriefe   
Jail Mail   
Clubnachrichten   
Abonnement   
News und Händlermeile   
Swapmeet   
Anzeigenindex   
Termine   
Kolumne: Das letzte Wort   
Impressum und Vorschau   
     

Checkpoint Oktober 2018

Die Gerüchteküche brodelte erst einige Wochen, dann, Mitte Mai 2017 war es offiziell: Das Werner-Rennen sollte nach dreißig Jahren in die zweite Runde gehen – und zwar am selben Ort, mit denselben Piloten auf denselben Maschinen. Holger „Holgi“ Henze in seinem 1968er Porsche 911 T gegen Comiczeichner und Werner-Erfinder Brösel auf dem damals eigens für diesen Zweck gebauten, von vier hintereinander liegenden Horex-Motoren befeuerten Dragster, dem legendären „Red Porsche Killer“. Damals, im Jahr 1988, hatten die Organisatoren mit 60000 Gästen gerechnet, doch schließlich strömten mehr als dreimal so viele Werner- und Motorsport-Fans auf den Flugplatz in Hartenholm. Die verursachten weitläufige Verkehrsstaus und hinterließen eine Spur der Verwüstung, Müllberge und verärgerte Anwohner. Doch im Großen und Ganzen verlief das Wochenende, dessen Höhepunkt gerade mal zwanzig Sekunden gedauert hatte, trotz der widrigen Umstände friedlich – und letztlich dürften die anarchisch-chaotischen Zustände einen großen Beitrag dazu geleistet haben, dass sich das Rennen wie kaum ein zweites Ereignis ins kollektive Gedächtnis der Biker-Szene gebrannt hat. Werner ist Kult, spätestens seit 1988.

Doch alles hat hat seine Zeit und die von Werner war in den Achtzigern und Neunzigern, als der quirlige Comic-Charakter eine ganze Generation begeisterte und mit dem Motorradvirus infizierte. Kann man so ein legendäres Event wie das Werner-Rennen also einfach wiederholen? Ich weiß es nicht, ich war 1988 nicht dabei. Seinerzeit absolvierte ich gerade die ersten Fahrversuche ohne Stützräder auf meinem gänzlich unmotorisierten Zweirad. Zumindest war klar, dass sich das Chaos von damals nicht wiederholen würde. Brösel und Co. hatten sich mit den Veranstaltern des Wacken-Open-Airs echte Profis ins Team geholt, die wissen, wie man Großveranstaltungen mit mehreren zehntausend Besuchern stemmt. Anders hätten die örtlichen Behörden wohl auch kaum grünes Licht für den großen Showdown gegeben, der als größtes Motorsport-Event Europas beworben worden war. Also alles nur Kommerz und der Versuch, aus dem verblassten Kult noch ein weiteres Mal Geld zu machen? Auch das kann und will ich nicht beurteilen, es ist eine müßige Frage. Ja, das Werner-Rennen 2018 war ein professionell aufgezogenes Spektakel, auf dem Geld ausgegeben und verdient wurde. Doch wie 1988 war es auch ein Angebot; ein Angebot, das man annehmen konnte oder eben nicht. Und wer sich über Benzinpreise beschwert, muss erst mal selbst eine Ölquelle finden.

Kurz vor der Abfahrt zum Werner-Rennen 2018: BN-Chef Tilmann war dabei, Teilzeitphilosoph Martin (links) fuhr in die andere Richtung – auch okay
Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur (rechts)






 
Stand:26 September 2018 08:26:43/magazin/bikers+news/content-27570_40-27503_60.html