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Inhalt der Ausgabe November 2018

 

Aktuelle Ausgabe PROBELESEN »


  40. Jahrgang • Heft 439 • 11/2018  
 

  STORYS und EVENTS  
Freedom is our Religion: Biker-Demo in Berlin
Rocker-Fakten.de: Neue Website gegen Kriminalisierung
European Bike Week: Biker-Mekka Faak am See
 
  BIKES und TECHNIK  
Wellness für den Mann: Twin Cam vom Bikershop-Bittner
Metallica-Tribute: Fetter Harley-Bagger von Goon’s
Rückblick: Wie viel Spiegel muss sein?

  CLUBLEBEN  
Tradition Oldschool: 40 Jahre Racing Death MC
Fakten und Fake News: Rock Machine MC Germany
40 Jahre Löwen: Der Highway Lions MC feiert
Jubiläumsparty im alten Stil: 45 Jahre Lobo MC Pforzheim
Back to the Roots: Bones-Gründungsmember Larry im Interview
„Nicht mit Kutte durch Berlin“: Old Thunderhawks Berlin

  AUS DER SZENE  
Ruhrpottparty
Roadbreaker MC Hildesheim
Pirates Family MC Ungarn
Stuntfahrer Stefan Blank
Glemseck 101
BIKERS-NEWS-Blog
 
           
  STANDARDS  
Checkpoint   
Rocker des Monats   
Leserbriefe   
Jail Mail   
Clubnachrichten   
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News und Händlermeile   
Swapmeet   
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Kolumne: Das letzte Wort   
Impressum und Vorschau   
     

Checkpoint November 2018

In Berlin aufzufallen, ist nicht einfach. Das kann jeder bestätigen, der es einmal probiert hat oder dort mit der U-Bahn unterwegs war. Was ein Segen für all diejenigen ist, die vor dem spießigen Muff der Provinz in die Hauptstadt flüchten, ist Fluch für diejenigen, die dort auf ihre politischen Forderungen aufmerksam machen wollen. Wenn aber rund eintausend Biker auf ihren großvolumigen Motorrädern einmal quer durch die Stadt bollern, schauen selbst der abgestumpfteste Berliner und der hektischste Tourist hin. So geschehen Anfang September, als der Runde Tisch der Berliner und Brandenburger Motorradclubs und das deutsche Nomads-Charter des Hells Angels MC zusammen mit vielen anderen Clubs und Freebikern gegen die Verschärfung des Vereinsgesetzes protestierten.

Seit dieser Verschärfung dürfen einige MCs ihre Kennzeichen nicht mehr öffentlich tragen, obwohl sie selbst als Vereinigung nicht verboten sind. Die Große Koalition hatte das umstrittene Gesetz 2017 trotz massiver Kritik ihrer eigenen juristischen Experten beschlossen – nicht zuletzt, um den Bürgern mit dem Kampf gegen die vermeintliche Rocker-Kriminalität „ein Gefühl der Sicherheit“ zu vermitteln, wie einer der Wortführer im Bundestag seinerzeit überraschend offenherzig verlautbart hatte.

Bereits im letzten Jahr hatten Hunderte betroffene und nicht betroffene Biker unter dem Motto „Freedom is our Religion“ gegen den massiven Eingriff in die Vereinigungsfreiheit demonstriert. Doch dieser zweite Korso war nicht nur doppelt so groß, er endete auch mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Spätestens dieses Mal sollte den Schaulustigen und Passanten durch die Redebeiträge klar geworden sein, dass die Biker eine Botschaft haben, die über die Kritik an einem schlecht gemachten Gesetz hinausgeht.

Über Sinn und Unsinn solcher Veranstaltungen kann man natürlich streiten. Vor allem in der Hauptstadt mit ihren jährlich rund fünftausend Demonstrationen, Versammlungen und Kundgebungen. Doch was bleibt den betroffenen Clubs anderes übrig? Zwar haben sie Anfang des Jahres Verfassungsbeschwerden in Karlsruhe eingereicht, doch wann das höchste deutsche Gericht die Akten aus dem Stapel zieht, steht in den Sternen. Bis dahin kann es nicht schaden, die Politik immer wieder daran zu erinnern, dass die Clubs trotz Colour-Verbot immer noch da sind – der nächste Demotermin steht schon fest: 14. September 2019.



Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur

 

„Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden
und Mus der fiscal nuhr das auge darauf haben
das Keine der andern abruch Tuhe, den hier
mus ein jeder nach seiner Fasson Selich werden.“


Friedrich der Große über die Demonstration „Freedom is our Religion“,
die er von seinem neu aufgebauten Stadtschloss verfolgte
Stand:18 November 2018 03:12:35/magazin/bikers+news/content-27777_40-27778_60.html