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Inhalt der Ausgabe Dezember 2018


  40. Jahrgang • Heft 440 • 12/2018  
 

  STORYS und EVENTS  
Im Dienste zweier Herren? Rocker in der Bundeswehr
Party und Politik: Presidenten-Meeting im Norden
Ein Stückchen Freiheit: Harley-Fans auf Kuba

 
  BIKES und TECHNIK  
Editor’s Choice: Radikaler Enfield-Chopper
Blitzkrieg-Chopper: Buell-Motor im Starrrahmen
Breakout mit Biss: Custom-Harley im Test
Reader’s Ride: Wiedergeburt einer Kawa VN 1500


  CLUBLEBEN  
Death Before Dishonor MMC: Ein Soldatenclub im Porträt
Military Motorcycle Clubs: Ein Überblick für Deutschland
Hells Angels MC: Zehn Jahre Karlsruhe, Landau und Munich City
Am Rande der Gesellschaft: Ein Hells Angel packt aus
Avalanche of Steel MC: Feier-Marathon in Marl
Partyboat: Drei Clubs feiern auf einem Schiff
Back to the Roots: So entstand das Colour des Bones MC
 

  AUS DER SZENE  
Bandidos MC
BIKERS-NEWS-Blog
Abschied von Franky
No Surrender MC
 
           
  STANDARDS  
Checkpoint   
Rocker des Monats   
Leserbriefe   
Jail Mail   
Clubnachrichten   
Abonnement   
News und Händlermeile   
Swapmeet   
Anzeigenindex   
Termine   
Kolumne: Das letzte Wort   
Impressum und Vorschau   
     

Checkpoint Dezember 2018

Wer in seiner Freizeit Uniform gegen Kutte tauscht, kann in der Bundeswehr schnell Probleme bekommen

Foto: Archiv Recondo Vets MMC
Wer in seiner Freizeit Uniform gegen Kutte tauscht, kann in der Bundeswehr schnell Probleme bekommen
Foto: Archiv Recondo Vets MMC




Im November 1965 machte der erste President des Hells Angels MC Oakland dem 36. Präsidenten der USA ein Angebot: In einem Telegramm verkündete Sonny Barger, er und seine Kameraden stünden für den Einsatz hinter den feindlichen Linien in Vietnam bereit. Gut geschulte Kämpfer, so Barger, würden den Feind demoralisieren und die Sache der Freiheit voranbringen – für Ausbildung und Einsatz stünden er und die anderen Hells Angels ab sofort bereit. Doch Lyndon B. Johnson nahm das Angebot nicht an – und so blieben die Rocker zu Hause.

Auch hier und heute, im Deutschland des Jahres 2018, sind Rocker in der Armee nicht gerne gesehen: Wer in seiner Freizeit Uniform gegen Kutte tauscht, kann schnell Probleme bekommen. Zwar reicht die reine Mitgliedschaft in einem Motorradclub nicht aus, um unehrenhaft entlassen zu werden, doch die Vorgesetzten schränken die Karrierechancen deutlich ein. Rocker, so meint man auch im Hauptquartier, stehen in Verbindung mit der Organisierten Kriminalität und verdienen ihr Geld mit Waffen, Drogen und Prostitution. Wer Rocker ist, gilt deshalb als nicht vertrauenswürdig, wird auf ungeliebte, schlecht bezahlte Posten versetzt und von vertraulichen oder geheimen Informationen ferngehalten.

Drei Beiträge dieser Ausgabe widmen sich dem Thema „Biker und Bundeswehr“: Zunächst gibt Rechtsanwalt Matthias Schütte einen Einblick in die Sicherheitsüberprüfungen des Militärischen Abschirmdienstes und erklärt, warum nicht nur Member der großen Einprozenterclubs betroffen sind. Prinzipiell, so Schütte im Interview, könne es jeden treffen.

Die einzige Ausnahme scheinen Motorradclubs zu sein, die aus dem direkten militärischen Umfeld stammen, in der Regel ausschließlich aktiven oder ehemaligen Soldaten offen stehen und sich als „MMCs“ auch namentlich von den üblichen „MCs“ abheben. In einem Überblick zeigen wir, welche „Military Motorcycle Clubs“ es in Deutschland gibt und mit dem „Death Before Dishonor MMC“ stellen wir einen von ihnen anlässlich seines fünfjährigen Jubiläums genauer vor.

Neben der Leidenschaft fürs Motorrad eint alle Member dieser MMCs übrigens das Ziel, das Andenken gefallener Kameraden zu pflegen. So setzen viele von ihnen seit einiger Zeit in Berlin ein deutlich sicht- und hörbares Zeichen: Jedes Jahr zollen Hunderte Biker auf dem Memorial Run den gefallenen Kameraden mit einem Korso ihren Tribut, salutieren vor dem Ehrendenkmal der Bundeswehr am Verteidigungsmuseum und legen Kränze nieder. Und auch für die Anliegen der Veteranen, die zwar lebend, aber oft genug seelisch und körperlich verwundet aus den Auslandseinsätzen zurückkehren, setzen sich die MMC-Member ein. Schließlich werden deren Probleme von der Politik oft genug ignoriert. Doch keine Lobby zu haben ist nicht das Einzige, was sie und die Rocker eint.



Tilmann Ziegenhain, Chefredakteur
 
Stand:17 December 2018 04:35:18/magazin/bikers+news/content-27924_40-27925_60.html