Black Soul MC Austria

17.07.2018  |  Text: Harry  |   Bilder: Harry, Michaela Feichter (Clubfoto), Archiv Black Soul MC Austria
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Black Soul MC Austria
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Der Black Soul MC Austria zählt zu den traditionsreichsten Clubs Österreichs. Ende Mai feierte er sein fünfzigjähriges Jubiläum
Der Black Soul MC hat alle Ämter abgeschafft, jeder bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein. Trotzdem ist Langa heute Anlaufstelle Nummer eins, wenn es um die Übergabe von Geschenken geht. Und von denen gibt es reichlich, schließlich feiert der traditionsreiche Club sein fünfzigjähriges Bestehen. Bevor Langa wieder in der Menge verschwindet, um die anreisenden Gäste zu begrüßen, meint er noch: „Schreib noch, dass auch nach fünfzig Jahren das Motorradfahren zu unserem Leben gehört – was doch das beste Zeichen für die gesunde und rege Struktur des Black Soul MC ist. Außerdem haben wir heute eine Beatles-Coverband im Programm, auch wegen des Jahrestages von ,Revolution‘.“

Vor fünfzig Jahren landeten die Fab Four mit diesem Song ihren ersten Nummer-eins-Hit – und verleihen einer ganzen Generation eine Stimme. 1968 war auch in Österreich eine Zeit des Aufbruchs und der Umgestaltung verkrusteter Gesellschaftsstrukturen. Genau in diesem Jahr der Umbrüche und Erneuerungen entscheiden sich dann auch drei junge Burschen, eine Gang mit dem Namen „Black Soul“ zu gründen. Und den tragen Beni, Herbert und Manfred auch gleich gut lesbar auf ihren alten Militär- und Jeansjacken. Während das Vorhaben bei vielen Alten auf wenig Gegenliebe stößt, übt es auf viele Junge eine geradezu magische Anziehung aus: Innerhalb kürzester Zeit steigt die Zahl derjenigen, die „mitmachen“ wollten – aber bei was eigentlich? Viele der ersten Black-Soul-Mitglieder sind nicht mal volljährig und besitzen auch kein Zweirad, haben aber große Lust, als erkennbares Mitglied eines großen Haufens um die Häuser zu ziehen – meist Gasthäuser. Und dabei, glaubt man den Aussagen der Alten, „richtig Eindruck bei den Weibern zu machen“.

Der harte Kern sucht nach der Neuaufstellung Anfang der Siebziger den Kontakt zu anderen MCs
Der harte Kern sucht nach der Neuaufstellung Anfang der Siebziger den Kontakt zu anderen MCs


Dreißig Jahre später sind die drei Gründer nicht mehr im Club, aber mit Langa, Moos und Porky sind immer noch Zeitzeugen der frühen Jahre dabei. Sie stießen dazu, als sich der große Haufen nach der wirren, regellosen ersten Zeit Anfang der Siebziger stärker zu organisieren beginnt. Dazu gehören erste Richtlinien für die Aufnahme neuer Mitglieder und unregelmäßige, aber organisierte Clubabende. Im Zuge dieser Änderungen halbiert sich die Mitgliederzahl schnell. Doch ein harter Kern von rund zwölf Mitgliedern sucht nach dieser Neuaufstellung bewusst Kontakte zu anderen MCs.

Von denen gibt es viele, denn Mitte bis Ende der Siebziger erlebt Vorarlberg einen wahren Boom von Clubgründungen – und nicht selten prägen Rivalität und Kampf das Verhältnis untereinander. Doch im Laufe der Jahre beruhigt und festigt sich die Szene, auch durch den prägenden Einfluss einiger maßgebender MCs, zu den neben den Action Ramblers oder den Devils Advocates (seit 1975 das Hells Angels Charter Vorarlberg) auch der Black Soul MC zählt. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg erfolgt 1987 mit der Gründung der Voralberger Biker Union. 1995 gründet der Black Soul MC dann zusammen mit dem Hells Angels MC Vorarlberg den landesweiten Verband. So entsteht eine solide Basis für die regionale MC-Szene, in der heute 28 MCs ansässig sind. Alle sind in der Vorarlberger Biker Union organisiert und treffen sich gemeinsam und gleichberechtigt an einem runden Tisch.

Vor zehn Jahren erwirbt der MC nach unzähligen Clubhütten das ehemalige Restaurant „Tobelwirtin“ in Schwarzach. Das Gebäude wird in den folgenden Jahren zum Clubhaus um- und ausgebaut und auch ein neues Lokal eröffnen die Member. Dazu hat der Club eine eigene Eventgastronomie entwickelt, die nicht nur von der Bikerszene geschätzt wird: In Anlehnung an das ehemalige Gasthaus ist das Clubhaus unter dem Namen „s’Tobl“ weithin bekannt.

Und wie ist das Verhältnis zum ebenfalls traditionsreichen, fast genauso alten und fast namensgleichen Black Souls MC aus Deutschland? Langa beantwortet auch diese, oft gestellte Frage: „1978 haben wir die Zehn-Jahres-Party unseres Clubs beim damals frisch gegründeten Chapter in Lindau gefeiert, also auf deutschem Boden. Der Darmstädter Black Souls MC kam damals in voller Stärke zur Party angefahren, zwar ohne Frauen, aber mit reichlich schlagkräftigen Argumenten im Gepäck und dem festen Vorsatz, dass es nur einen geben kann. Was passiert ist? Nichts, wir haben uns echt gut verstanden, der Abend wurde eine der geilsten Partys. Wir haben bis heute ein tolles Verhältnis zueinander, unser Lindauer Chapter ist nach drei Jahren aus anderen Gründen aufgelöst worden.“ Natürlich waren die Fast-Namensvettern nun, vierzig Jahre nach dem denkwürdigen Abend, auch auf der Jubiläumsparty – so wie Dutzende anderer Clubs aus allen Himmelsrichtungen.     «

Der Black Soul MC im fünfzigsten Jahr. Im Hintergrund das Clubhaus des Motherchapters Voralberg, in dem der MC eine Eventgastronomie betreibt. Das „s’Tobl“ kann auch für Privatfeiern mit bis zu 150 Personen gemietet werden
 

Black Soul MC Austria

Motherchapter Vorarlberg
Tobelstraße 39
6858 Schwarzach
Österreich

www.blacksoulmc.com

Wir sind jeden Freitag ab 18 Uhr im Clubhaus. Wir freuen auf jeden, der zu uns auf ein Getränk vorbeikommt.
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Stand:17 August 2018 05:01:27/magazin/black+soul+mc+austria_18704.html