Indian Chief 1940: Reise quer durch die USA

25.01.2018  |  Text: Ahlsdorf/Bertsch  |   Bilder: Bertsch
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Indian Chief 1940: Reise quer durch die USA
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Ein deutscher Biker schafft es zum dritten Mal, die Amis mit einer echten Indian zu erschrecken
Wolfgang Bertsch ist ein deutscher Biker. Er ist einer der wenigen, die noch eine echte alte Indian besitzen, eine Chief von 1940. Und er bewegt sie auch. Immer wieder. Im letzten Jahr fuhr er damit zum dritten Mal quer durch die USA. Diesmal führte seine Tour ihn durch den Süden und den Osten der Vereinigten Staaten, durch New York, Miami, Key West, die Everglades, New Orleans, Houston, Dallas, Oklahoma, St. Louis, Pittsburgh, Harrisburg, Philadelphia und wieder nach New York – unterm Strich 8500 Kilometer. Einen Teil der Strecke fuhr er mit seinem Freund Michael Reeb, der auf einer 1946er Chief saß. Aber Michael hatte nur beschränkten Urlaub, er musste die Tour nach drei Wochen in Jacksonville (Florida) abbrechen, Wolfgang fuhr alleine weiter.

Die Bikes landen mit Verspätung

Es begann wie immer mit dem Vernageln der Bikes in Container, mit der Buchung der Flugtickets und mit dem Ausfüllen der ESTA-Formulare. Sechs Wochen vor der Abreise hatten die beiden ihre Indians mit Auto und Trailer nach Bremen zur Spedition verfrachtet.
Die erste Überraschung folgte in New York. Ankunft Freitag im Hilton-Hotel „DoubleTree“ an der Wallstreet, Besichtigungen der City übers Wochenende. Am Montag sollte die Tour starten, aber weder Schiff noch Bikes waren wie geplant in New York gelandet. Erst am Donnerstag, um 13.00 Uhr, rollten die beiden auf ihren Indians vom Gelände der Spedition. Sie schafften am gleichen Tag gerade noch 100 Kilometer nach Süden, bis Point Pleasant. Dann aber lief es wie geschmiert. Nach sieben Tagen kamen sie in Georgia an und hatten 1700 Kilometer zurückgelegt.

Mit drei Tagen Verspätung. Die Bikes aus Deutschland sind endlich in New York
Mit drei Tagen Verspätung. Die Bikes aus Deutschland sind endlich in New York

In Florida, kurz vor Jacksonville, stand die erste Panne an. Beim Kicken trat Michael plötzlich in den Abgrund. Der Kicker kam nicht mehr zurück, die Rückholfeder war gebrochen. Bei Kiwi Parts bestellten sie eine neue und ließen sie an die Adresse eines Freundes in Florida schicken. Als das Teil endlich ankam, war die Reparatur in zwei Stunden erledigt. Bis dahin spielte Wolfgang den „Kicker-Assistant“: Michael kickte und Wolfgang holte das Pedal zurück.

Die Batterie macht schlapp

Am zehnten Tag in Titusville, immer noch Florida, folgte das nächste Malheur. Zwanzig Sekunden nach dem Start von Wolfgangs Maschine blieb sie vor einer Tankstelle liegen. Wolfgang prüfte kurz, die Batteriespannung lag darnieder. Das Smartphone ersetzt in den USA noch nicht die Gelben Seiten, aber zum Glück war da diese Tankstelle, in der die Jungs tatsächlich in einem Telefonbuch blättern durften. Sie fanden eine Adresse und eine Stunde später war die neue 6-Volt-Batterie besorgt.
Der Florida-Trip fand in Miami sein Ende. Die Fahrt nach Key West mussten beide wegen der ersten drei verlorenen Tage bei der Spedition streichen. Dafür sorgte ein schönes Motel in Miami für Erheiterung: Verspiegelte Eingangstüren, heiße Rezeptionistin, Frage nach einem Zimmer. Prompt fragte die Lady zurück „For one or two hours?“ Das war also nicht das geplante Motel.
Irgendwo hinter Naples begann es zu regnen. Da machte Wolfgangs ausgetauschte Batterie schon wieder schlapp. Immerhin, er hatte Doug, einen Freund in Punta Gorda. Wolfgang rief ihn an, Doug brachte sie auf einem Pick-up 100 Kilometer weiter in sein Haus. Dort schlossen sie das Ladegerät an. Am nächsten Morgen hatte die Batterie gerade mal 4,6 Volt. Die neue Batterie war auch kaputt. Der treue Doug baute aus einer seiner Maschinen eine 6-Volt-Batterie aus und reichte sie Wolfgang. Bezahlen durfte der nicht – Freundschaft! Am Stadtausgang steuerten beide die Filiale eines Batteriehändlers an. Der erklärte ihnen, dass sie einem vier Jahre alten Ladenhüter aufgesessen waren.

Die Batterie ist tot. Zum Glück hilft ein Pick-up
Die Batterie ist tot. Zum Glück hilft ein Pick-up

Am Abend des gleichen Tages kehrten sie bei Don Mecready in Holiday ein. Er fährt eine neue Indian 2003, aus dem zweiten Versuch, die Marke zu beleben. Seine Frau kümmerte sich um die längst fällige Wäsche und den Abend verbrachten alle am Pool mit Pizza und kaltem Bier. Am nächsten Tag, auf der Route 19 bei Spring Hill, nahmen Michael und Wolfgang Abschied voneinander. Michaels Urlaub war vorbei.

Zu Gast bei den Gas Monkeys

Wolfgang fuhr weiter auf der Route 90, ab jetzt täglich 100 Kilometer länger, denn die halbe Zeit, aber nicht die halbe Wegstrecke war überwunden. Über New Orleans erreichte er am 19. Tag die Grenze nach Texas.
In Dallas stattete er den „Gas Monkeys“ einen Besuch ab. Aaron Kaufmann und Richard Rawlings sind die Helden der Reality-TV-Serie „Fast N’ Loud“ auf Discovery Channel. Aaron war mit seinen Mechanikern tatsächlich vor Ort. Alle beteuerten mit amerikanischer Verbindlichkeit, sie hätten noch nie so ein altes Bike auf dem Hof gehabt.
Bei Oklahoma kreuzte Wolfgang schließlich die Route 66 und nach 31 Tagen übernachtete er in New Jersey. Es war die letzte Übernachtung. Am nächsten Tag gab er seine um 8500 Kilometer ältere Indian bei einer Spedition vor den Toren New Yorks ab. Dann fuhr der Biker mit der U-Bahn nach Manhattan.    «


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Stand:26 May 2018 00:04:30/magazin/indian+chief+1940+reise+quer+durch+die+usa_18110.html