No Surrender MC

20.12.2017  |  Text: Michael Ahlsdorf  |   Bilder: Bob Billows/Gijs Dragt
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No Surrender MC
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Darf ein nur fünf Jahre alter MC schon ein Buch über sich herausgeben? Das Ergebnis entscheidet
Als ein Holländer namens Klaas Otto den No Surrender MC im Jahr 2013 gründete, hätte das auch die Geburtsstunde einer Eintagsfliege sein können. In Deutschland war das die große Zeit der synthetischen Clubs. Die Szene war durch Schlagzeilen in den Medien wieder sexy geworden, neue Leute wollten mitspielen, es folgten Expansionen, aber auch Symptome lokaler Auflösungen.
Wer unter den Farben seines alten Clubs keinen Bock mehr hatte oder von den Großen schlichtweg nicht genommen wurde, der gründete einfach einen neuen Club. Je martialischer und wichtigtuerischer das Colour, der Name oder das Aussehen, umso besser. Nur musste man nicht viel drauf geben. Die Member zerstritten sich schnell, traten aus, spalteten sich ab oder gründeten den nächsten Club.
Der aus Holland kommende Satudarah MC war einer der Protagonisten dieser Ereignisse. Er erfuhr die eben geschilderten Schicksale in allen Variationen – bis zum Verbot in Deutschland im Februar 2015.
Aber das kleine Holland war groß genug für einen weiteren Club. Mit seinen Ciganos aus Zundert gründete also Klaas Otto, seines Zeichens nun „General“, den No Surrender MC. Dann ging es drunter und drüber, Klaas verließ den Club zweimal, um im Jahr 2016 endgültig „for good“ auszuscheiden.
Der No Surrender MC selbst stand in den Schlagzeilen, auch die Behörden hatten ihn im Visier, Clubhäuser mussten geschlossen werden. Viele Member stiegen wieder aus. Ein paar Captains, Nomads und loyale Presidenten mit ihren Chaptern machten weiter. Der No Surrender MC führte ein „National Board“ mit drei Vorsitzenden ein, unter ihnen der schon in der BIKERS NEWS vorgestellte Henk Kuipers, jetzt World Captain des No Surrender MC.

Die Führungsriege des No Surrender MC heißt „World Board“. Von links: Richard (Captain World, WB), Rico (Captain World, WB), Karib (Captain La Familia) und Henk (Captain World, WB)
Die Führungsriege des No Surrender MC heißt „World Board“. Von links: Richard (Captain World, WB), Rico (Captain World, WB), Karib (Captain La Familia) und Henk (Captain World, WB)


Fünf Jahre nach seiner Gründung führt der No Surrender MC Chapter in Holland, Belgien, Dänemark, Spanien, Frankreich, Schweden, Thailand, Australien, Marokko, Kanada, den USA und auch in Deutschland. Das „National Board“ wurde zum „World Board“. Die meisten Member des No Surrender MC sind keine Neulinge, sondern blicken auf eine Vergangenheit in anderen Clubs zurück. Stolz erklären sie, echte Oldschool-Biker zu sein.
Die beiden holländischen Fotografen Bob Billows und Gijs Dragt vom Fotostudio „Flies on the Wall“ haben den No Surrender MC ein Jahr lang begleiten dürfen. Herausgekommen ist ein 330 Seiten starkes großformatiges Buch, kaum mit Text, aber voller eindrücklicher Schwarz-Weiß-Bilder. Sie zeigen den Club in allen Lebenslagen, in den Clubhäusern, den Tätowierstudios, auf der Straße und natürlich auf den Bikes.

Ein Hangaround des No Surrender MC wird Prospect. Dafür muss er durch die Gasse laufen, während seine zukünftigen Brüder mit zusammen­gerollten Kutten auf ihn einschlagen
Ein Hangaround des No Surrender MC wird Prospect. Dafür muss er durch die Gasse laufen, während seine zukünftigen Brüder mit zusammen­gerollten Kutten auf ihn einschlagen

Am meisten Eindruck aber hinterlassen sicher die Promo-Bilder. „Promo“, das steht für „Promotion“. Es handelt sich also um eine Beförderung, hier um die Beförderung vom Hangaround zum Prospect. Der No Surrender MC pflegt dafür ein besonderes Ritual: Die Member rollen ihre Kutten zusammen, manche tapen sie zu festen Bündeln. Dann lassen sie die angehenden Männer durch die Gasse laufen und prügeln mit den Kutten auf sie ein. Das ist noch nicht alles, denn danach müssen die künftigen Prospects auch noch eine Sturmbahn durchlaufen. Auch das zeigen die Bilder.
Ob ein gerade mal fünf Jahre alter MC es sich leisten kann, ein 330 Seiten starkes Buch von sich herauszugeben – darüber darf man diskutieren. Das Ergebnis aber spricht für sich.     «
 

Hier seht ihr den Clip zum Buch




 



Bob Billows, Gijs Dragt:
No Surrender MC – No Rules / No Limits,
24,5 x 29,5 cm, Hardcover, 336 Seiten, 49,95 Euro,
Erhältlich direkt bei www.d33publicaties.nl

 
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Stand:18 July 2018 04:45:00/magazin/no+surrender+mc_171207.html