20 Jahre Biker Union

20 Jahre Biker Union
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Die Biker Union e.V. ist die größte Inte ressenvertretung der Biker und Rocker in Deutschland. Zu ihrem 20-jährigen Jubiläum sprachen wir mit dem Vorstand BIKERS NEWS: Es war ein Plakat der Polizei, das im Jahr 1986 zur Gründung der Biker Union führte. So erzählt es jedenfalls die Legende, in der auch wir eine Rolle spielen.
Die Biker Union e.V. ist die größte Inte ressenvertretung der Biker und Rocker in Deutschland. Zu ihrem 20-jährigen Jubiläum sprachen wir mit dem Vorstand

BIKERS NEWS: Es war ein Plakat der Polizei, das im Jahr 1986 zur Gründung der Biker Union führte. So erzählt es jedenfalls die Legende, in der auch wir eine Rolle spielen. Schließlich erfolgte die erste Versammlung in den Hallen von Fips, unserem Verlagsbesitzer.
Inzwischen hat ein Generationswechsel stattgefunden und wir haben die Männer der ersten Stunde abgelöst. Kann die Legende von Eurer Seite so stehenbleiben? Gibt es noch was hinzuzufügen oder richtigzustellen?
 

Rolf: Die Legende stimmt tatsächlich. Die Kampagne der Innenminister des Bundes und der Länder „Sind Sie sicher vor Gewalt“ mit dem besagten Plakat, auf dem vier mit Schlagwerkzeugen bewaffnete Rocker abgebildet wurden, war der Anlaß zur Gründung der BU. Nachdem alle vorangegangenen Versuche fehlgeschlagen waren, die Verantwortlichen der MCs an einen Tisch zu bringen, um über Maßnahmen zum Kampf gegen die Diskriminierung der MC-Szene zu beraten, war das der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte.
Nach mühsamer Vorbereitung fand dann am 15. November 1986 die Gründungssitzung statt – in den Hallen von Fips – aus der Ende 1986 die Biker Union als „Dachverband der Motorrad-Rocker Deutschlands“ hervorging.

BIKERS NEWS: Ihr hattet damals einen anderen Anspruch als heute. Wie sahen damals Eure Visionen aus?

Rolf: Der Gründungsgedanke der BU war, sich gemeinsam gegen den immer stärker werdenden Druck der staatlichen Institutionen sowie der Medien gegen Clubs jeder Größenordnung und gegen Kuttenträger ohne Colour zu wehren. Zudem wollte die BU dem negativen Image der Rocker in der Bevölkerung aktiv entgegentreten.
Schon im Jahr nach der Gründung wurde aber auch eine erste Demo gegen die Einführung der ECE-Norm für Motorradhelme in Bonn veranstaltet. Weitere Themen der ersten Tage waren der Tragezwang von Protektorenkombis, die Entschärfung gefährlicher Leitplankenpfosten sowie der Kampf gegen Streckensperrungen. Das waren alles Punkte, die uns auch heute noch intensiv beschäftigen.

BIKERS NEWS: Nur aus dem „Dachverband der Motorrad-Rocker“ ist nicht richtig was geworden. Ist die Biker Union an dem gescheitert, wofür sie eintreten wollte, nämlich an den Clubs? Oder saßen damals nur die falschen Clubs an einem Tisch?

Rolf: Ich denke nicht, daß die ersten Gehversuche der BU gescheitert sind. Denn das Zusammenspiel der Clubs und der freien Biker in der BU funktionierte trotz mancher Reibereien am Anfang ganz gut. Zudem kann die Einstellung der Kampagne der Innenminister als großer Erfolg unserer Arbeit für die Clubs verbucht werden.
Allerdings haben sich die Interessen insbesondere der großen Clubs in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Auch die sonstige MC-Szene hat sich dramatisch verändert. Da reicht ein kurzer Blick in alte Ausgaben der BIKERS NEWS. Daß sich parallel dazu auch die BU gewandelt hat, ist in diesem Zusammenhang eher von untergeordneter Bedeutung.

BIKERS NEWS: Spielte der Eklat um die Finanzen dabei auch eine Rolle? In den 90er Jahren gab’s ja ein paar Skandale. Was war da passiert?

Rolf: Sicher spielten bei der Veränderung der BU auch die finanziellen Unregelmäßigkeiten Mitte der 90er Jahre eine Rolle. Anfang der 90er Jahre begann die BU, ein immer größeres Rad zu drehen. Um das finanzielle Risiko der Großveranstaltungen der BU zu minimieren, wurde die Biker Union Service GmbH gegründet. Die Entscheidung, mit dem Biker Union Magazin (BUM) noch ein Blatt auf den engen und zudem heftig umkämpften Zeitschriftenmarkt zu bringen, führte letztendlich zum Konkurs der BU Marketing GmbH und in der Folge zu den Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung der BU.

Tedy: Das ist alles mehr als zehn Jahre her. Trotzdem werden die alten Geschichten in der Szene immer wieder aufgewärmt. Offenbar machen derzeit mal wieder Gerüchte die Runde, die BU sei pleite. Das ist absoluter Schwachsinn. Wir veröffentlichen unsere Zahlen regelmäßig in unserer Mitgliederzeitschrift. Wer lesen kann, ist eben klar im Vorteil.

Das komplette Interview mit Rolf Frieling und Tedy Bach in der BIKERS NEWS 6/06.
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Stand:23 June 2018 00:54:49/motorrad/berichte/20+jahre+biker+union_065.html