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Das Gießen von Metallteilen ist echte Handwerkskunst, die für alte Panheads und Indians noch immer gebraucht wird


Wer in der Szene der Customizer was auf sich hält, der lässt seine Metallstücke computerunterstützt aus dem Vollen fräsen. Das Handwerk des Gießereimechanikers ist dagegen ein aussterbender Beruf, denn hier wird wirklich noch von Hand geformt. Und dann ist die Arbeit noch nicht mal fertig, denn ein Gussstück ist wiederum nur ein Vorprodukt für die anschließende spanende Bearbeitung, also das Bohren, Feilen, Schleifen und Polieren.

Viele Fehler sind möglich


Aber wir haben ein Herz für aussterbende Lebensformen – die dann auch noch riskant sind. Das Gießen eröffnet mannigfaltige Möglichkeiten fehlerhaft zu produzieren. Kein Beruf der Metallverarbeitung bietet so viele unterschiedliche Gelegenheiten ein Werkstück zu versieben. Deshalb will die Gießerei des Vertrauens gut ausgewählt sein.
Eine kleine Gießerei liegt in Röttingen im Taubertal südlich von Würzburg. Sie hat sich noch der Produktion von hochwertigen Guss­teilen aus Aluminium- und Kupferlegierungen für Oldtimer- und Custom-Teile verschrieben. Holger ist der zuständige Gießereimeister. Er ist Biker, und er ist Member in einem kleinen örtlichen MC. Er kennt die Ansprüche und Besonderheiten des Marktes für Motorradteile genau.
Seine Gießerei hat sich auf die Herstellung von Teilen in Einzelanfertigung und Kleinserie aus Aluminium- und Kupferlegierungen im Sandgussverfahren spezialisiert. Für Eisenlegierungen ist eine andere technische Ausrüstung erforderlich. Da aber zum Beispiel Motorgehäuse aus Alu gefertigt werden, und bei uns gerade die Kickerabdeckung einer Panhead-Harley und das Fenderlicht einer Indian auf der Werkbank lagen, hatten wir uns an ihn gewendet.

Für jedes Gussteil eine Form

Am Anfang steht die Form. Für jedes Gussteil wird eine eigene Form benötigt. Das Gussteil selbst wird als „Abguss“ bezeichnet, es ist ja nur ein Abguss der Form. Diese Form müsste eigentlich die gleichen Abmessungen und Formen aufweisen, wie das Teil selbst – nur genau negativ. Da allerdings Metall beim Erstarren und Abkühlen schwindet, muss die Form, wenn man’s genau nimmt, um 1,2 % größer als der Abguss sein. Das gelingt aber nur, wenn die Form nicht vom defekten Teil, sondern von einem eigens gefertigten Modell abgenommen wird. Das machen Modellbauer für die Gießerei. Sie üben damit ebenfalls einen eigenen, spezialisierten Handwerksberuf aus. Die Beauftragung eines Modellbauers für die Herstellung des Modells lohnt sich nur bei sehr maßgenau benötigten Teilen oder bei Kleinserien ab 50 Stück. Für ein Modell können schnell mal Kosten von ein paar Tausend Euro anfallen, und so leben die meisten Kunden mit dem geringen Schwundmaß des Abgusses. Solange es sich nicht um funktional wichtige Maße handelt, sind eben 1,2 % gerade mal 1,2 Millimeter auf 10 Zentimeter. Für alte Fahrzeuge ist das nicht immer von Belang, denn die Konstrukteure legten ihre Maße damals ohnehin großzügiger aus. So bestand für die nachfolgende spanende Bearbeitung zur Herstellung von Bohrungen, Nuten oder Dichtflächen genügend Spielraum.

Korrekturen von Hand

Bei kritischen Abmessungen kann der Handformer die Maße bei der Herstellung der Sandform von Hand noch ein wenig nach oben korrigieren. Dazu genügt es meistens, ein kleines bisschen vom Formsand mit der Lanzette abzukratzen. Sie ist das Hauptwerkzeug des Handformers, und damit hat das Aluminium schnell mehr Platz. Dieser kleine Trick bedarf trotzdem einer großen Erfahrung. Bei  größeren Teilen können funktional wichtige Maße durch einen Schnitt der Sandform und deren Wiederzusammenfügen mit Zwischensegmenten eingehalten werden. Das ist wie das Stretchen eines Rahmens. Doch dieses aufwändige Verfahren kommt nur dann zum Einsatz, wenn es unbedingt notwendig ist. Sonst stehen schnell ein paar Handwerkerstunden mehr auf der Rechnung. … weiter geht’s in der aktuellen Ausgabe der BIKERS NEWS 01/11
 

Der Häuptlingskopf. Ohne dieses Teil ist eine Indian Chief nur die Hälfte wert.
Seine Nachfertigung ist eine Sache für Spezialisten



Herausforderung. Dieses Original muss nachgebildet werden


Fertiger Ober- und Unterkasten zum Indian-Kopf mit Einguß, Lauf und Steiger


Noch lange nicht fertig, denn nach dem Guss geht die Arbeit erst richtig los. Jetzt muss entgratet und geschliffen werden



Röttinger Metallgießerei GmbH
Aluminium- und Schwermetallguss
Rothenburger Straße 21
97285 Röttingen
Holger Winkler, Tel 09338 - 998 77
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